Kommentar: Diabetesorganisationen im Streit

Schon vor dem Auftreten von diabetesDE gab es viele Unstimmigkeiten zwischen den unterschiedlichen Organisationen im Bereich Diabetes. Auch innerhalb der einzelnen Verbände war man gewiss nicht immer einer Meinung. Mit dem Ziel, die vielen - meist gemeinnützigen - Vereine unter ihrem Dach zu einen, ist diabetesDE 2008 angetreten. Wo stehen wir heute?

Mehr Einigkeit im Kampf gegen Diabetes und für die Interessen von Diabetikern wurde offensichtlich nicht erreicht. So jedenfalls mein Eindruck, nachdem man mir Folgendes aus Rheinland-Pfalz zukommen ließ:

“Nicht alle Mitglieder des Landesverbandes Rheinland-Pfalz sind mit dem Wechsel vom Deutschen Diabetiker Bund (DDB) zur neu gegründeten Organisation “Deutsche Diabetes Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M)” einverstanden. Es gibt sogar Gruppen, die ihre Mitgliedschaft im DDB-Landesverband Rheinland-Pfalz deshalb bereits Anfang des Jahres gekündigt haben. Laut Satzung war eine Kündigung zum Jahresende möglich.

Doch der damalige DDB-Landesverband Rheinland-Pfalz wehrte sich: Einer der Selbsthilfegruppen wurde einfach der Geldhahn zugedreht. Sie war mit der geplanten Überführung des Landesverbandes zu diabetesDE nicht einverstanden. Dem Schatzmeister wurde untersagt, der Gruppe für ihre Arbeit die bis zum Jahresende zustehenden Gelder zukommen zu lassen.

Ordentliche Mitglieder haben ordentlicher Weise ordentliche Mitgliedsbeiträge gezahlt. Unordentlicher Weise erhalten sie nicht die für ihre Arbeit notwendigen Mittel. Unangenehm, unordentlich, unehrlich, unseriös: Ist das das Aushängeschild der DDH-M? Dann sollten alle Selbsthilfegruppen vielleicht gleich beim DDH-M Landesverband kündigen und die Mitgliedschaft beim DDB beantragen. Da herrscht wenigstens Ordnung.”

Ich persönlich wünsche mir als Diabetikerin nichts mehr als eine starke Lobby für Menschen mit Diabetes. Frage mich jedoch, ob die Gründung neuer Organisationen wie DDH-M und die Art und Weise, wie diabetesDE insgesamt versucht, mehr Einigkeit zu erreichen, wirklich zielführend ist.

Für Kommentare zu diesem Beitrag schreiben Sie bitte einen Leserbrief an das Diabetes-Portal DiabSite.