Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Schwerpunktthemen > Kinder > Aktionen > IDF-Broschüre > Seite 9

Nicht nur bei Erwachsenen

Matrioschka Ursprünglich hatte man angenommen, dass Typ-2-Diabetes einzig und allein bei Erwachsenen, insbesondere bei über 40-Jährigen, auftritt. Da jedoch immer mehr Kinder übergewichtig sind und sich zu wenig bewegen, steigt die Zahl der Typ-2-Diabetes-Erkrankungen bei Jugendlichen und Kindern stetig an.

Der schnelle Anstieg der Erkrankungen mit Typ-2-Diabetes wird zum Teil auf geänderte Ernährungsgewohnheiten zurückgeführt. Der Konsum von industriell gefertigten und verarbeiteten Nahrungsmitteln mit hohem Fett- und niedrigem Ballaststoffgehalt steigt weltweit. Zudem ernähren sich die Familien zunehmend von außer Haus zubereiteten Speisen.

Der Großteil der Kinder mit Typ-2-Diabetes (etwa 85 Prozent) ist zum Zeitpunkt der Diagnose übergewichtig oder fettleibig. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit etwa jedes zehnte Kind übergewichtig ist. Dies schließt auch 30 bis 45 Millionen Kinder und Jugendliche mit Adipositas und 22 Millionen Kinder unter fünf Jahren ein. Alle diese Kinder haben ein erhöhtes Diabetes-Risiko.

Weitere Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes sind insbesondere:

Spielzeug Bei Kindern mit Typ-2-Diabetes ist Diabetes in der Regel bereits mehrfach innerhalb der Familie aufgetreten. Auch die Zugehörigkeit zu bestimmten Volksgruppen ist ein großer Risikofaktor. In den USA sind nicht weniger als 80 Prozent aller Kinder mit Typ-2-Diabetes afrikanischer, hispanischer, asiatischer oder indianischer Abstammung.

Es ist belegt, dass Kinder von Müttern mit einem Schwangerschaftsdiabetes häufiger an Typ-2-Diabetes erkranken. Eine Studie unter Pima-Indianern ergab, dass der größte Risikofaktor für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes im Alter zwischen 5 und 19 Jahren der Kontakt mit Diabetes im Mutterleib war. Um das Risiko eines Schwangerschaftsdiabetes zu reduzieren, sollten Frauen vor der Schwangerschaft auf ein optimales Gewicht und eine guten Gesundheitszustand achten. Während der Schwangerschaft sollten sie möglichst gesund leben und eine übermäßige Gewichtszunahme vermeiden. Kommt es jedoch zu einem Schwangerschaftsdiabetes, ist eine strenge Blutzuckerkontrolle zwingend erforderlich, um das Diabetesrisiko für das aus der Diabetesschwangerschaft hervorgegangene Kind zu verringern.

Ein Typ-2-Diabetes bei Kindern entwickelt sich in der Regel langsam. Häufig kommt er in oder um die Pubertät herum zum Ausbruch, wenn die Insulinempfindlichkeit aufgrund der körperlichen Veränderungen bis zu 30 Prozent reduziert sein kann. Die Symptome ähneln denen für Typ-1-Diabetes, sind jedoch häufig weniger ausgeprägt. Einige Kinder und Jugendliche mit Typ-2-Diabetes zeigen überhaupt keine Symptome. Dies kann dazu führen, dass die Diagnose erst sehr spät gestellt wird - was wiederum schwerwiegende Folgen für die Gesundheit des Kindes haben kann, da sich bereits Spätkomplikationen entwickelt haben können. Es ist nicht ungewöhnlich, dass junge Menschen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits mehrere Risikofaktoren für eine frühe Herzkreislauferkrankung wie etwa Bluthochdruck oder auffällige Blutfettwerte aufweisen.

Inhaltsverzeichnis  - Seite: 1  - 2  - 3  - 4  - 5  - 6  - 7  - 8  - 9  - 10  - 11  - 12  - 13 

Autor: mk & hu; zuletzt bearbeitet: 17.10.2008 nach oben

Bildquelle: Stock.XCHNG
Bildunterschrift: Matroschkas und Puppe

Die Broschüre wurde im Auftrag des Diabetes-Portals DiabSite von Martina Koppelwieser übersetzt. Die Urheberrechte liegen bei den Autoren und Fotografen.

Unterstützer der DiabSite:

Lasar Liepins

Lasar Liepins

Weitere Angebote:

Diabetes- und weitere Infos in Fremdsprachen

Angesichts der vielen Flüchtlinge zeigt DiabSite, wo es Diabetes- und weitere Gesundheitsinfos auf Arabisch, Persisch, Russisch etc. gibt.