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diabetesDE anlässlich bundesweiter Woche der seelischen Gesundheit vom 10. bis 20.10.2019

Menschen mit Diabetes wünschen mehr Austausch, Aufklärung und Entstigmatisierung

Karl Lauterbach, Mediziner, Gesundheitswissenschaftler und Politiker (SPD) Einsamkeit ist ein wachsendes gesellschaftliches Phänomen: Laut dem Aktionsbündnis Seelische Gesundheit geben insgesamt circa 15 Prozent der 30- bis 60-Jährigen in Deutschland an, darunter zu leiden. Soziale Isolation kann zum einen die Entstehung von Herzkreislauf-Erkrankungen und Depressionen begünstigen. Umgekehrt erhöhen diese Erkrankungen wiederum das Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes - ein Teufelskreis entsteht. Zudem treten psychische Störungen bei Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 häufiger auf als in der Normalbevölkerung. So sind etwa 12 Prozent aller Betroffenen an einer klinischen Depression erkrankt, weitere 18 Prozent fühlen sich durch eine depressive Verstimmung wie Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder Traurigkeit belastet. Erste Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter Betroffenen spiegeln wider, welchen Einfluss die chronische Stoffwechselerkrankung auch auf die seelische Verfassung und soziale Integration haben kann. Darauf macht die gemeinnützige Organisation diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich der bundesweiten Woche der seelischen Gesundheit 2019 aufmerksam.

In 2018 beschloss Großbritannien die Schaffung eines Ministeriums für Einsamkeit, um der zunehmenden Vereinsamung von wachsenden Teilen der Bevölkerung entgegenzuwirken. Dabei geht es vor allem um Menschen, die mit niemandem Erfahrungen und Gedanken teilen können, zum Beispiel alleinstehende Senioren, aber auch von schweren Schicksalsschlägen Betroffene. Dieses Jahr forderten auch deutsche Politiker, darunter Karl Lauterbach, einen Regierungsbeauftragten für beziehungsweise gegen Einsamkeit.

"Seelische und soziale Isolation betrifft häufig auch Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Diabetes mellitus", sagt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe. Erste Ergebnisse einer von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe initiierten Umfrage unter mehr als 1.500 Menschen mit Diabetes Typ 2 zeigen, wie belastend die chronische Stoffwechselerkrankung sein kann: Gut die Hälfte der Befragten empfindet die Erkrankung im Alltag als Last. "Eine Rolle spielt dabei auch, wie die Öffentlichkeit die Erkrankung Diabetes wahrnimmt: 38 Prozent gaben an, dass die Gesellschaft Menschen mit Diabetes stigmatisiere", so Mattig-Fabian. 29 Prozent der Befragten kritisierten zudem, dass ihr Arzt zu wenig Zeit für sie hat. "Mangelndes Verständnis und Akzeptanz seitens Stoffwechselgesunden, aber auch ärztliche Behandlung unter Zeitnot können seelischen Stress und das Gefühl von Isolation noch verstärken."

56 Prozent wünschen mehr digitale Gesundheitsangebote, mehr als die Hälfte hat auch Interesse am Austausch mit anderen Betroffenen auf Online-Plattformen. Neben dem Internetkontakt möchten Betroffene unter anderem auch mehr Hilfestellung in sozialen Angelegenheiten, eine bessere Zusammenarbeit mit anderen Patientengruppen und eine Interessenvertretung gegenüber Krankenkassen und Politik. Die Umfrage umfasste 54 Fragen zu den Bereichen Diagnose, Behandlung, Blutzuckermessung, Schulungen, Belastungen im Alltag und Erkrankungen, Bewegung und Ernährung, Informationsquellen, digitale Gesundheitsangebote, Gesundheitssystem und Politik sowie Selbsthilfe.

"Die Ergebnisse der Umfrage sind uns Kompass und Auftrag für unsere Arbeit in den kommenden Monaten", betont Mattig-Fabian. Die Umfrageergebnisse werden in E-Mail-Aktionen der "Digitalen Allianz Diabetes Typ 2" münden. Die erste E-Mail-Aktion auf www.diabetes-stimme.de betrifft das Thema der nationalen Reduktionsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Lebensmitteln und ist direkt an Bundesernährungsministerin Julia Klöckner gerichtet.

Bildunterschrift: Karl Lauterbach, Mediziner, Gesundheitswissenschaftler und Politiker (SPD)
Bildquelle: Diabetes-Portal DiabSite

zuletzt bearbeitet: 09.10.2019 nach oben

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