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diabetesDE zum Weltnichtrauchertag

Diabetischem Fußsyndrom und Amputation durch Rauchverzicht und gute Pflege vorbeugen

Jeder Vierte mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 erleidet im Laufe seines Lebens Verletzungen am Fuß. Die Rede ist dann vom Diabetischen Fußsyndrom (DFS). Bereits kleine Steinchen im Schuh verursachen gefährliche Wunden unter den Füßen und Druckstellen reizen unbemerkt die Haut. Ursache für das DFS ist eine schlechte Durchblutung oder eine Nervenschädigung (Neuropathie). Daraus können sich Wunden und Geschwüre entwickeln. Jedes Jahr gibt es in Deutschland knapp 39.000 Amputationen aufgrund eines DFS. Zigarettenkonsum steigert das Risiko dafür zusätzlich. Darauf macht die gemeinnützige Gesundheitsorganisation diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai 2019 aufmerksam. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 4. Juni in Berlin zum Thema "Diabetes kostet Lebenszeit - Folgeerkrankungen auch Lebensqualität!" erläutern Experten neueste Zahlen und Fakten rund um Folgeerkrankungen. Zwei Betroffene, darunter Eventmanager Michael Ecker, berichten über ihr Leben damit.

"Verliert ein Mensch mit Diabetes das Temperatur- und Schmerzempfinden in den Füßen, werden kleine Verletzungen häufig zu spät bemerkt. Dann entzünden sie sich", erklärt Professor Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE und Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim. Neben jährlichen ärztlichen Untersuchungen der Füße seien zur Vorbeugung des DFS insbesondere sorgfältige Fußpflege und geeignetes Schuhwerk wichtig.

Selbst kleinste Verletzungen am Fuß sind gefährlich: "Innerhalb weniger Tage können dadurch unbemerkt aus kleinen Rissen oder Druckstellen schwere Infektionen mit tiefen Wunden entstehen. Sie können zum Absterben des betroffenen Gewebes führen und die Amputation einzelner Zehen oder größerer Teile des Fußes notwendig machen", warnt der Diabetologe. Michael Ecker (47) ist Inhaber einer Event-Agentur aus München und Typ-2-Patient. "Meine Gesundheit hat sich nach der Diagnose im Turbogang verabschiedet. Nach vier Bypässen, einem Herzriss, einer kaputten Niere, zwei Stents in den Beinen, folgte scheibchenweise letztendlich die Amputation des Unterschenkels. Mein Diabetes war nie gut eingestellt, weil ich beruflich keine Zeit hatte, mich darum so zu kümmern wie ich gemusst hätte."

Professor Haak sagt: "Ich empfehle Menschen mit Diabetes, täglich ihre Füße genau anzuschauen". Ein Spiegel erleichtert dabei gerade älteren Menschen die Selbstuntersuchung. Wer eine Fußverletzung bemerkt, solle möglichst rasch seinen behandelnden Arzt aufsuchen. Zu den geeigneten Ansprechpartnern zählen die Fußambulanzen nach den Richtlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft und Diabetologen. Darüber hinaus plädiert Professor Haak für Tabakverzicht: "Wer mit dem Rauchen aufhört, trägt deutlich zur Stoffwechselverbesserung und Vorbeugung von Folgeerkrankungen bei." Betroffene finden professionelle Hilfe in Raucherentwöhnungskursen. Unter anderem Arztpraxen, Volkshochschulen oder Krankenkassen bieten diese an.

zuletzt bearbeitet: 29.05.2019 nach oben

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