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Weltnierentag 2019

Nierengesundheit geht alle an. Überall.

Bluthochdruck und Diabetes Typ 2 zählen zu den häufigsten Ursachen für chronische Nierenleiden

Unter dem Motto "Kidney Health for Everyone Everywhere" haben weltweit am 14. März, dem diesjährigen Weltnierentag, zahlreiche Aktivitäten die Nierengesundheit im Fokus. Auch in Deutschland wollen die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) gemeinsam mit dem Verband Deutsche Nierenzentren (DN) e.V., dem KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V., der gemeinnützigen Stiftung Patienten-Heimversorgung (PHV) und der Deutschen Nierenstiftung das Bewusstsein für Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten von Nierenkrankheiten in der Bevölkerung schärfen.

Weltweit leiden ca. 850 Millionen Menschen unter einer Nierenkrankheit. Im schlimmsten Fall ist diese aufgrund unterschiedlicher Ursachen schon in einem chronischen Stadium, und Betroffene spüren Symptome erst, wenn sie bereits bis zu 90 Prozent ihrer Nierenfunktion verloren haben. Prävention ist daher wichtig. Um auf die schleichenden Ursachen einer Nierenerkrankung aufmerksam zu machen, initiierten die "International Society of Nephrology" (ISN) und der "International Federation of Kidney Foundations" (IFKF) vor mehr als zwölf Jahren den "World Kidney Day" (WKD). Die Nieren mit ihren vielfältigen lebenswichtigen Funktionen sollen so einmal im Jahr möglichst nachhaltig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Ziel ist, auf Risikofaktoren und präventive Verhaltensweisen aufmerksam zu machen und nationale Gesundheitsbehörden aller Länder für ihre Verantwortung zu sensibilisieren.

Hohes Versorgungsniveaun

In Deutschland erhalten nierenkranke Patienten eine medizinische Versorgung auf vergleichsweise sehr hohem Niveau. Eine Analyse an der Berliner Charité zur Mortalität von Dialysepatienten auf der Warteliste für eine Organtransplantation zeigt eine bessere Versorgung in Deutschland als in den USA: Nur 66 Prozent der US-Dialysepatienten waren fünf Jahre nach Dialysebeginn noch am Leben. Im Vergleich dazu lebten in Berlin und Brandenburg nach fünf Jahren noch etwa 90 Prozent der Dialysepatienten auf der Warteliste.[*]

In Deutschland werden derzeit etwa 80.000 Patienten langfristig mit dem Dialyseverfahren behandelt. Rund 25.000 Patienten werden nach einer erfolgreichen Transplantation medizinisch betreut. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Die Patienten erhalten eine intensive ärztliche und fachpflegerische Betreuung, die in professionellen Behandlungsteams gewährleistet wird. Rund 2.000 Nierenfachärzte sorgen mit ihren Pflegeteams dafür, dass - trotz der mit einer Nierenkrankheit verbundenen Einschränkungen  die Lebensqualität der Patienten so gut wie möglich erhalten wird.

Chronische Nierenkrankheit: Die stille Gefahr

Gleichwohl ist die Tatsache alarmierend, dass in Deutschland zurzeit ca. neun Millionen Menschen eine chronische Nierenkrankheitb(CKD) haben. Etwa die Hälfte der Menschen im Alter von über 75 Jahren hat ein chronisches Nierenleiden. Die häufigsten Ursachen sind Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes. Das Nierenversagen entwickelt sich langsam und zu Anfang meist ohne Symptome, trotzdem ist die Sterblichkeit dieser Patienten erhöht. Deshalb gilt auch bei uns, dass der CKD als einer tückischen Erkrankung mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte und alles dafür getan werden muss, um sie zu verhindern und die Zahl der Betroffenen nicht immer weiter ansteigen zu lassen.

Ein Verlust der Nierenfunktion hat für den Patienten schwerwiegende Folgen, denn die Nieren sind nicht nur das perfekt organisierte "Klärwerk" des Körpers, das täglich 1500 Liter Blut filtert, Giftstoffe und Stoffwechselabbau-Produkte über den Urin ausscheidet, sondern sie regulieren gleichzeitig den Blutdruck, den Flüssigkeitshaushalt, das Säure-Basen-Gleichgewicht und den Salzgehalt unseres Körpers. Darüber hinaus produzieren sie lebenswichtige Hormone. Werden bei einer Funktionseinschränkung der Nieren die toxischen Stoffe nicht mehr ausreichend ausgeschieden, werden Organe geschädigt, die Blutbildung und Knochenstoffwechsel negativ beeinflusst und die allgemeine Leistungsfähigkeit der Betroffenen nimmt ab.

Geben Sie Acht auf Ihre Nieren - so geht's!

Nierenkrankheiten können prinzipiell Menschen aller Altersgruppen treffen. Deshalb ist es wichtig, Risikofaktoren schon früh entgegenzuwirken und die im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen verankerten Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt (wie den "Check-up 35", der ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre angeboten wird) wahrzunehmen. Dabei werden zwar nicht die Nierenwerte direkt erhoben, aber zumindest der Blutdruck gemessen und ein Diabetes mellitus ausgeschlossen. Beides sind häufige Ursachen der chronischen Nierenkrankheit.

Wie mit acht einfachen Tipps jeder seine Nierengesundheit nachhaltig schützen kann, haben die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), der Verband Deutsche Nierenzentren (DN) e.V., das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation, die gemeinnützige Stiftung Patienten-Heimversorgung (PHV) und die Deutsche Nierenstiftung in dem neu aufgelegten Folder Geben Sie Acht auf Ihre Nieren (PDF) zum Weltnierentag 2019 zusammengefasst.

Quellen

* Huber L, Naik M, Budde K. Desensitization of HLA-incompatible kidney recipients. N Engl J Med. 2011 Oct 27;365(17):1643

zuletzt bearbeitet: 12.03.2019 nach oben

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