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Nationales Expertentreffen zum Diabetischen Fuß

Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß in der DDG findet in Gießen statt

Viele der etwa 40.000 Amputationen als Folge des diabetischen Fußsyndroms jedes Jahr in Deutschland ließen sich durch eine frühzeitige und fachübergreifend abgestimmte Therapie vermeiden. Das belegen Vergleiche von Behandlungsergebnissen aus Regionen strukturierter Versorgungsformen mit Regionen ohne solche koordinierten Strukturen. Seit mehr als 17 Jahren zertifiziert die Arbeitsgemeinschaft Fuß in der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) deshalb Praxen und Kliniken, die sich durch eine gelebte interdisziplinäre Struktur und Versorgung bei der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms auszeichnen. "Unsere strukturgebende Arbeit wird inzwischen auch international gewürdigt", konstatierte Professor Dr. med. Ralf Lobmann, Vorsitzender der mit über 600 Mitgliedern stärksten Arbeitsgemeinschaft der DDG.

Die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft findet vom 8. bis 9. März 2019 im Medizinischen Lehrzentrum der Justus-Liebig-Universität statt. Ausgerichtet wird die Tagung vom Gießener Diabetologen Dr. med. Michael Eckhard und seinem Team des Interdisziplinären Zentrums Diabetischer Fuß sowie der Medizinischen Klinik und Poliklinik III (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. med. Andreas Schäffler) an der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Gießen. "Es ist mir eine besondere Freude und Ehre zugleich, die Jahrestagung der AG Diabetischer Fuß dieses Jahr in Gießen ausrichten zu dürfen. Schon 2015 hatte ich einmal das Vergnügen - damals haben wir in Bad Nauheim getagt. Offenbar hatten sich die Teilnehmer in Mittelhessen sehr wohlgefühlt und mir deshalb auch für 2019 das Vertrauen ausgesprochen", so Eckhard, seit 2017 selbst Mitglied im Vorstand der AG Diabetischer Fuß.

Die Veranstalter rechnen mit etwa 250 Teilnehmern aus ganz Deutschland, darunter Ärzte verschiedener Disziplinen, Podologen, Wundexperten und Orthopädieschuhmacher und -techniker. Das wissenschaftliche Programm der zwei Tage dreht sich um die bestmöglichen Strategien und Verfahren in der Diagnostik und Behandlung von Menschen mit Diabetischem Fußsyndrom. Themen werden zum Beispiel sein: Was können moderne bildgebende Techniken zur Differentialdiagnostik beitragen? Welchen Stellenwert hat eine konsiliarische Zweitmeinung vor Amputation und kann hier Telemedizin einen Beitrag leisten? Welche Möglichkeiten und Grenzen hat die Katheterintervention zur Verbesserung der Durchblutung an Bein und Fuß? Was kann getan werden, um die Entstehung bereits eines ersten Fußgeschwürs bei Menschen mit aufgrund von Nervenschäden gestörter Wahrnehmung überhaupt zu vermeiden? Was ist die bestmögliche Entlastungstherapie bei einer kaputten Fußsohle? Wie Mobilität erhalten und den muskulären Abbau aufhalten, wenn der Fuß eigentlich nicht belastet werden darf?

Bereits am Freitagvormittag gestalten Mitarbeiterinnen des Wundbehandlungsteams des Fußbehandlungszentrums am Klinikum einen besonderen Workshop für nicht-ärztliches Assistenzpersonal - hier werden ganz praktische Fertigkeiten zur Wundreinigung mit Skalpelltechnik vermittelt und geübt. "Der Kurs war in Kürze ausgebucht", berichtet Wundexpertin und Podologin Ruth Reuter, sichtlich erfreut über den Zuspruch, den das nicht alltägliche Angebot offensichtlich findet.

Daneben werden mehr als 100 Behandlungseinrichtungen, welche eine Akkreditierung durch die AG Diabetischer Fuß beantragt haben, ihre Ergebnisse und Erfahrungen gegenseitig vorstellen - ein wesentliches Kriterium, um die Anerkennung für die volle Zeit von drei Jahren zu erhalten.

Am Freitagabend laden die Veranstalter die Tagungsteilnehmer in das Mathematikum und das Liebig-Museum ein. So dürfte auch für ausreichend Gelegenheit zum kollegialen Austausch in gleichermaßen historischer wie moderner Umgebung und entspannter Atmosphäre gesorgt sein.

zuletzt bearbeitet: 04.03.2019 nach oben

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Dr. Michael Hägele

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