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BARMER-Fachsymposium:
"Disease Management - Qualitätsoffensive für die bessere Versorgung chronisch Kranker

Zwischenbilanz zur Umsetzung Ausblick auf die Wirkung der Programme"
Vortrag: "Qualität für Patienten, Gerechtigkeit im Wettbewerb"
Zehn-Punkte-Programm der BARMER zum Disease Management

Dr. Eckart Fiedler,
Vorstandsvorsitzender der BARMER Ersatzkasse
 
Berlin/Wuppertal (27.03.2002) Qualität, Transparenz, Gerechtigkeit im Risikostrukturausgleich - das sind die Kernpunkte eines Zehn-Punkte-Programms für die Einführung des Disease Managements, das die BARMER heute in Berlin der Öffentlichkeit vorstellte. Das Programm im Wortlaut:

1. Qualitätsoffensive pro Patient

Es gibt viele Hinweise darauf, dass Patienten im deutschen Gesundheitswesen entweder zu viele, zu wenige oder die falschen Leistungen in Diagnostik und Therapie erhalten. Prominenteste Quelle ist das Gutachten des Sachverständigenrates für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen vom August 2001. Angesichts einer ausgeprägten Intransparenz im deutschen Gesundheitswesen wird es weiterhin viel Stoff für Forschungen bezüglich der Qualität der medizinischen Versorgung geben.
 
Gerade der medizinische Fortschritt stellt immer wieder hohe Anforderungen an Organisation und Koordination der medizinischen Abläufe. Eine Herausforderung, der wir uns ständig stellen müssen.
 
Wie wichtig gerade den Patienten Qualität in der medizinischen Versorgung ist, zeigte im übrigen die jüngste Versichertenbefragung durch den Verband der Angestellten-Krankenkassen: 97 Prozent der dort Befragten hielten Qualität für wichtig oder sehr wichtig.
 
Mit den Disease-Management-Programmen bietet sich nach Ansicht der BARMER Ersatzkasse die Möglichkeit, die Versorgung chronisch Kranker entscheidend zu verbessern. Nötig ist dafür vor allem, die wissenschaftlich notwendigen Behandlungsschritte zwischen den Beteiligten enger zu vernetzen, umfassend Qualität durch die Berücksichtigung Evidenz basierter Leitlinien zu sichern und die Patienten als Co-Produzenten ihrer Gesundheit aktiv zu beteiligen.

2. Stärkung der Patientenrechte

Reformversuche der Vergangenheit haben sich zu wenig auf die Mitwirkung der Patienten - Grundvoraussetzung für den Erfolg einer medizinischen Behandlung - konzentriert. Die BARMER will einen mündigen Patienten, der auf der Basis von sachgerechter Information frei wählt und mitwirkt.
 
Eine gute Patienteninformation erhöht die Compliance. Seit Jahren ist bekannt, dass die Non-Compliance-Rate bei bestimmten Indikationen über 50 Prozent liegt. So wird z.B. die Medikation bei Hypertonie nicht konsequent eingehalten, bleiben Diätvorschriften bei Diabetes mellitus unbeachtet oder rauchen Patienten trotz eines Herzinfarktes weiter. Dies ist Ergebnis fehlender Aufklärung und Motivation des Patienten. Disease-Management-Programme tragen dem Rechnung, indem sie dem Patienten eine aktivere Rolle zuweisen, ihn in das Behandlungsprogramm stärker einbinden sowie Ärzte und Krankenkassen auffordern, den Patienten dabei zu begleiten.
 
Erfahrungen aus den USA (HEDIS) zeigen im übrigen, dass die Zufriedenheit der Patienten mit der Qualität der Programme korreliert. Der enge Zusammenhang zwischen den Zielen der Disease-Management-Programme - die Förderung von Qualität, Compliance und Patientenzufriedenheit - steht damit außer Frage.
 
Die BARMER stellt den Patienten in den Mittelpunkt des Disease Managements. Der Patient beteiligt sich an DM-Programmen aufgrund einer freiwilligen, bewussten Entscheidung. Dies verstärkt den Ansporn für die BARMER, sich nachhaltig für die Qualität der Disease-Management-Programme einzusetzen.

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27.03.2002
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