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Sicher durch die Schwangerschaft mit Diabetes Typ 1

Abstract zum Vortrag von Professor Dr. med. Ute Schäfer-Graf, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Schwangerschaft der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Leiterin Berliner Diabeteszentrum für Schwangere, St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich des Diabetes Kongresses 2014, 49. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), am 29. Mai 2014 in Berlin.

Maßnahme zur Verringerung des Risikos für Mutter und Kind

Professor Dr. med. Ute Schäfer-Graf Typ-1-Diabetikerinnen benötigen im Vergleich zu stoffwechselgesunden Frauen vor und während der Schwangerschaft eine intensive interdisziplinäre diabetologische und geburtshilfliche Betreuung. Wesentliche Maßnahme zur Verringerung des Risikos für Mutter und Kind ist die Optimierung der diabetischen Stoffwechsellage bereits vor Eintritt der Schwangerschaft. Bei Patientinnen mit Typ-1-Diabetes sind das Fehlbildungs- und Mortalitätsrisiko des Neugeborenen auf dem Boden maternaler Hyperglykämien in der Frühschwangerschaft im Vergleich zu gesunden Patientinnen erhöht. Eine schlechte Blutzuckereinstellung wirkt sich auf den gesamten Verlauf der Schwangerschaft aus, im Sinne von geburtshilflichen mütterlichen Komplikationen wie Präeklampsie, Verschlechterung von vorbestehenden diabetischen Spätkomplikationen, Beeinträchtigung der Entwicklung des Kindes und Problemen unter der Geburt.

Wie enorm wichtig ein guter HbA1c für den Verlauf der Schwangerschaft ist, zeigt eine ganz aktuelle Studie aus England, die die Wahrscheinlichkeit des Todes des Kindes während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt im Verhältnis zum HbA1c bei Empfängnis untersuchte. Erschreckende Zahlen, die enorm wichtig für junge Diabetikerinnen sind: Der Prozentsatz der verstorbenen Kinder primär während der 28. bis 36. Schwangerschaftswoche stieg kontinuierlich an von 1,5 Prozent bei einem HbA1c zwischen 6,8 und 7,7 Prozent auf 4,6 Prozent bei über zehn Prozent. Ähnliches zeigte eine dänische Arbeit aus 2009 für schwere Komplikationen in der Schwangerschaft: von 5,6 Prozent auf 16,3 Prozent. Das gilt in gleichem Maße für Typ-1- und Typ-2-Diabetikerinnen.

Wichtig sind ebenfalls die Umsetzung der Medikation und die eventuelle Behandlung bei bereits bestehenden Folgeerkrankungen sowie eine ausreichende Folsäure- und Jodprophylaxe. Deshalb sollte jede junge Diabetikerin von ihrem Gynäkologen und Diabetologen immer wieder aktuell nach einem potenziellen Kinderwunsch gefragt werden, um gemeinsam mit der Patientin im Vorfeld gute Voraussetzungen für die Schwangerschaft zu schaffen.

Mit entsprechender Vorbereitung und adäquater spezialisierter Betreuung in der Schwangerschaft ist es den meisten Diabetikerinnen möglich, trotz ihrer Erkrankung eine schöne Schwangerschaft zu erleben und ein gesundes Kind zu bekommen.

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Bildunterschrift: Professor Dr. med. Ute Schäfer-Graf
Bildquelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

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zuletzt bearbeitet: 22.06.2014 nach oben

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