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Diabetes-Lexikon
Dieses Lexikon ist kein reines Diabeteslexikon! Als Glossar der DiabSite erklärt es Fachausdrücke und Abkürzungen, die auf dem Diabetes-Portal DiabSite verwendet werden. Der Umfang des Lexikons wird mit der DiabSite kontinuierlich wachsen.
A
- ACE-Hemmer
- Die bekanntesten Arzneimittelgruppen zur Senkung des Blutdrucks sind Beta-Blocker, entwässernde Medikamente (Diuretika) und ACE-Hemmer. An der Regulierung des Blutdrucks sind die Nieren mit den körpereigenen Stoffen Renin, Angiotensinogen und Angiotensin I und II beteiligt. Das Angiotensin II verengt die Gefäße und steigert den Blutdruck. Dafür benötigt es ein weiteres Enzym, das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE). ACE-Hemmer blockieren es und senken somit den Blutdruck.
- Akromegalie
- Als Akromegalie bezeichnen Mediziner eine ausgeprägte Vergrößerung der Körperendglieder wie Füße und Hände - sowie anderer vorspringender Teile des Körpers, zum Beispiel des Kinns oder der Nase. Die Akromegalie, auch Gigantismus oder Riesenwuchs genannt, wird durch eine Überproduktion des Wachstumshormons Somatotropin hervorgerufen, das als Gegenspieler des Hormons Insulin zu einer gestörten Glukosetoleranz oder einem manifesten Diabetes führen kann. Meistens liegt der Akromegalie ein gutartiger Tumor des Vorderlappens der Hirnanhangsdrüse (Hypophysenadenom) zugrunde.
- Angiopathie
- heißt Gefäßerkrankung. Bei einer schlechten Blutzuckereinstellung über einen längeren Zeitraum kann es zu Schäden an den kleinen und großen Blutgefäßen kommen. Deutliche Veränderungen an den großen Gefäßen (=Makroangiopathie) sind bei Typ-2-Diabetikern, die oft schon viele Jahre unerkannte Diabetiker waren, häufig bereits bei der Diagnose des Diabetes festzustellen. Die Schäden an den kleinen Haargefäßen (=Mikroangiopathie) können meist zuerst die Augenärzte bei der Untersuchung des Augenhintergrunds sehen. Die kleinen Kapillargefäße an der Netzhaut (Retina) weisen dann Ausweitungen, undichte Stellen oder "Umleitungen" auf. Diese sogenannte Retinopathie kann bis zur Erblindung führen.
- Autoimmunkrankheiten
- Diese Erkrankungen beruhen auf einer Fehlsteuerung des körpereigenen Abwehrsystems. Viele Krankheiten wie zum Beispiel Rheuma, Arthritis aber auch Typ 1 Diabetes entstehen, wenn das Immunsystem sich irrt und fälschlicherweise wichtige Zellen zerstört. Die Krankheiten, die durch solche gegen das eigene Gewebe gerichtete Abwehrreaktionen des Immunsystems entstehen, nennt man Autoimmunkrankheiten.
- Autonome Neuropathie
- Nerven und Funktionsstörungen der inneren Organe. Häufig sind Herz (Verringerung der Herzfrequenzvariabilität), Magen-Darm-Trakt (Störungen der Magenentleerung, Übelkeit), Sexualorgane (erektile Dysfunktion) oder Blase (Entleerungsstörungen) betroffen.
B
- Basis-Boluskonzept
- Modell der Insulintherapie mit zwei unterschiedlichen Insulinen. Ein langsam wirkendes Basalinsulin (Wirkdauer: 24 oder 12 Stunden) wird ein- oder zweimal täglich verabreicht. Zu den Mahlzeiten wird ein kurzwirkendes Altinsulin oder das ultraschnelle Lispro als Bolus zugegeben, um den Blutzuckeranstieg durch die Nahrung abzufangen. Auch die Insulinabgabe bei Nicht-Diabetikern erfolgt nach diesem Muster. Für den Grundbedarf des Stoffwechsels geben die Inselzellen kontinuierlich kleine Mengen Insulin ab. Zum Essen gibt es dann eine schnelle Insulinausschüttung, damit der Blutzuckeranstieg gering bleibt.
- BdKJ
- Bund diabetischer Kinder und Jugendlicher e.V.
- BE
- Berechnungs- oder Broteinheit. Etwa 12g Kohlenhydrate entsprechen einer BE. Für die Berechnung der Kohlenhydrate verwenden Diabetiker zum Teil auch KE oder KHE (Kohlenhydrat Einheiten). Auch hier entsprechen etwa 10-12g Kohlenhydrate einer KE.
- Body Mass Index
- Der Body Mass Index oder BMI gibt einen empfehlenswerten Gewichtsrahmen an, der sich wie folgt errechnet: Körpergewicht in Kilogramm, geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. (Die Ergebnisse gelten etwa ab dem 16. Lebensjahr.) Ein optimaler BMI liegt zwischen 19 und 25, ist aber vom Alter und anderen Faktoren (wie z. B. Krankheiten) abhängig.
- Browser
- Bezeichnung für ein Programm zum Betrachten von Seiten im Internet. Der Browser stellt die, in der Seitenbeschreibungssprache HTML geschriebene Internetseite dar, indem er die Befehle interpretiert bzw. ausführt. Der Begriff kommt vom Englischen: "to browse", was soviel heißt wie blättern, schmökern oder umherstreifen. Die verbreitetsten Browser sind Netscape Navigator und Internet Explorer Firefox, Internet Explorer, Safari und Opera.
C
- Charcot-Fuß
- Benannt wurde dieses Krankheitsbild nach dem französischen Neurologen Jean Martin Charcot, der es bereits im 19. Jahrhundert erstmals beschrieb. Die schmerzlose Arthropathie von Diabetikern ist eine Sonderform der Erkrankung. Die Knochenzerstörung entsteht bei Diabetikern durch wiederholt auftretende kleine Verletzungen, die von Diabetes-Patienten wegen ihrer Nervenschädigungen nicht bemerkt werden. Es kommt zur Erweichung der Fußknochen und zum Einbruch des Fußgewölbes mit der Folge erheblicher Verformungen und der Gefahr von Geschwüren. (Siehe unser Interview zum diabetischen Fußsyndrom.) Von der Krankheit sind je nach Studie bis zu 16 Prozent aller Diabetiker betroffen.
- CSII
- steht für "continuous subcutaneous insulin infusion". Die kontinuierliche subkutane Insulininfusion, sprich Pumpentherapie wird überwiegend bei Diabetes Typ 1 eingesetzt. Sie führt in vielen Fällen zu weniger Unterzuckerungen und bietet neben anderen Vorteilen eine gute Möglichkeit, sich auf sportliche Aktivitäten einzustellen.
- CT
- steht für "conventional therapy". Bei der konventionellen Insulintherapie wird in der Regel morgens vor dem Frühstück und abends vor dem Abendessen ein Mischinsulin gespritzt. Der Diabetiker muss unter dieser Therapie zu festgesetzten Zeiten spritzen und bestimmte Essenzeiten einhalten.
D
- DCCT-Studie
- Diese Studie zur Kontrolle von Diabetes und Komplikationen bei Diabetes (engl.: Diabetes Control and Complications Trial (DCCT)) wurde 1993 nach 10 Jahren in den USA abgeschlossen. Sie ist das bisher größte Forschungsprojekt, das jemals zu Diabetes durchgeführt wurde. Die Studie, an der 400 Typ-1-Diabetiker teilnahmen, sollte zeigen, inwieweit durch geeignete Insulintherapie, Schulung und Blutzuckerselbstkontrolle das Vorkommen von Folgeschäden verzögert oder sogar verhindert werden kann.
- DDB
- Der Deutsche Diabetiker Bund ist eine Organisation für Diabetikerinnen und Diabetiker sowie deren Angehörige.
- DDG
- Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft ist eine Organisation, in der sich diabetologisch tätige Ärzte zusammengeschlossen haben. Ein Diabetologe DDG ist ein Arzt, der sich den Qualitätsrichtlinien des DDG verpflichtet und u. a. an regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen teilnimmt.
- Diabetes insipidus
- Bei dieser Erkrankung können die Nieren die Flüssigkeit nicht zurückhalten. Daher kommt es zu sehr großen Urinmengen, was eine Austrocknung des Körpers und großen Durst zur Folge hat. Der Urin ist, anders als beim bekannten Diabetes mellitus, nicht zuckerhaltig und sehr dünnflüssig. Verantwortlich für den Diabetes insipidus ist entweder das Fehlen oder eine mangelnde Wirkung des Hormons (ADH, Vasopressin).
- Diabetes mellitus
- Der Diabetes, auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine Stoffwechselerkrankung. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Formen des Diabetes mellitus. Typ-1-Diabetes ist vorwiegend im jugendlichen Alter aber auch beim Erwachsenen möglich. Durch Antikörperuntersuchungen gelingt in einem hohen Prozentsatz die Unterscheidung zwischen Typ-1 und Typ-2. Der Typ-1-Diabetes ist aber auch beim übergewichtigen, älteren Menschen möglich. Beim Typ-1-Diabetes wird zu wenig oder im Laufe der Zeit kein Insulin mehr produziert. Der Typ-2-Diabetes tritt vorwiegend bei älteren Menschen auf. Erst in letzter Zeit wird diese Form auch vermehrt bei jüngeren Menschen festgestellt. Beim Typ-2-Diabetes wird das Insulin durch Veränderungen an den Zellen nicht mehr richtig wirksam. Da Insulin den Zellen die Energie in Form von Traubenzucker (Glukose) aber erst zur Verfügung stellt, leiden bei beiden Diabetesformen die Zellen der Betroffenen unter einem Glukosemangel, während die Zuckerkonzentration im Blut ansteigt. Die wichtigsten Symptome der Zuckerkrankheit sind: sehr starkes Durstgefühl, eine deutlich vermehrte Harnausscheidung, Gewichtsverlust und Schwäche, aber auch Haut-, Schleimhaut- und Zahnfleischerkrankungen sowie Juckreiz.
- Diabetisches Fußsyndrom
- Als Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus können durch die so Neuropathie aber auch durch die Angiopathie Empfindungs- beziehungsweise Wahrnehmungsstörungen an den Füßen auftreten. Für weitere Informationen lesen Sie bitte unser Interview Das diabetische Fußsyndrom.
- Diabetikertagebuch
- Ist ein Heft zum Eintragen der Blutzuckerwerte sowie der zugeführten Kohlenhydrate und Medikamente. Mehr dazu bietet der Lesefutter-Beitrag von Dr. Axel Hirsch.
- Dialyse
- Blutwäsche durch eine künstliche bzw. apparative Niere.
- Doppler
- Möglichkeit durch Ultraschallwellen, Messungen der Gefäße vorzunehmen. Dabei kann eine bildliche und akustische Darstellung erfolgen. Beim Farbdoppler werden die Fließrichtungen des Blutes ausgenutzt, die unterschiedliche Richtung (vom Herzen - zum Herzen) wird durch die Farben rot und blau dargestellt. Besonders Herzklappenfehler oder Löcher im Herzen können farblich dargestellt werden.
E
- EASD
- European Association for the Study of Diabetes
- Ein- und Ausschlusskriterien
- Um sicherzustellen, dass die Ergebnisse einer Studie später auch eine statistische Aussagekraft besitzen, ist es erforderlich, die Studienteilnehmer nach streng definierten Kriterien auszuwählen. Diese können - je nach Studie - ganz unterschiedlicher Natur sein. In der Regel gehören jedoch dazu die genaue Diagnose Ihrer Erkrankung, Art der bisherigen Therapie, bestimmte Laborwerte wie z. B. Blutzuckerlangzeitwerte, aber auch Alter und Geschlecht des Patienten oder Probanden. Für eine Studienteilnahme müssen die Einschlusskriterien unbedingt erfüllt sein, während gleichzeitig die Ausschlusskriterien auf keinen Fall zutreffen dürfen.
- Einfachzucker
- Zuckerbausteine liegen als einfacher Baustein oder als Mehrfachzucker, d. h. mehrfach gebunden, vor. Je mehr Bausteine zusammengefasst sind, umso länger braucht der Körper zur Spaltung. Das bedeutet, der Körper nimmt den Zucker langsam auf, folglich steigt der Blutzuckerwert auch langsamer an. Auf eine kurze Formel gebracht: Einfachzucker: sehr schnelle Aufnahme - Mehrfachzucker: langsamere Aufnahme.
- Endokrinologie
- Für das harmonische Zusammenwirken unserer Organe sind vor allem im Blut vorhandene Botenstoffe, die Hormone verantwortlich. Die Endokrinologie ist die Wissenschaft, die sich mit Hormonen und Hormondrüsen beschäftigt. Störungen des hormonellen Stoffwechsels werden von Endokrinologen behandelt.
- EPH-Gestose
- Eine EPH-Gestose bezeichnet einen, durch die Schwangerschaft auftretenden Bluthochdruck, der mit Ödemen (Wasseransammlungen im Gewebe) und Eiweißausscheidungen über die Nieren einhergeht. Anfangs ist oft nur der Blutdruck erhöht. Die EPH-Gestose tritt bei etwa vier bis fünf Prozent der Schwangeren im ersten Drittel der Schwangerschaft auf. Sie beruht auf einer Störung im Hormonhaushalt.
- Epidemie
- Als Epidemie wird das zeitlich und örtlich begrenzte, aber massenhafte Auftreten einer Krankheit bezeichnet.
- Erektile Dysfunktion
- Mit diesem Begriff wird die Unfähigkeit bezeichnet, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion (Gliedsteife) zu bekommen oder aufrecht zu erhalten. Etwa 50 Prozent der Männer zwischen 40 und 70 Jahren sind davon betroffen. Bei Männern, die seit mehr als einem Jahrzehnt mit Diabetes leben, ist die Wahrscheinlichkeit an Potenzproblemen zu leiden um etwa zehn Prozent höher als bei der übrigen Bevölkerung. Heute können jedoch erfolgversprechende Therapien angeboten werden.
- Evaluation
- Allgemeine Bewertung, oder Beurteilung von Lehr- bzw. Unterrichtsplänen.
- Evidence-Based Medicine (EBM)
- Evidenzbasierte oder beleggestützte Medizin (EBM) kommt aus Kanada und Großbritannien. Die Definition von David L. Sackett lautet übersetzt etwa: "EBM ist der gewissenhafte, ausdrückliche und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen in der medizinischen Versorgung individueller Patienten." Ärzte sollen nach wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnissen und Leitlinien behandeln und dabei Wirksamkeit und Nutzen der Therapie berücksichtigen. Es wäre jedoch nicht im Sinne des Konzepts, der Versuchung nachzugeben, EBM lediglich mit "ökonomischem Medizinmanagement" gleichzusetzen.
F
- Functional Food
- So werden neudeutsch "funktionelle" Lebensmittel genannt, die durch Zugabe bestimmter Nährstoffe so verändert wurden, dass sie einen besonderen Zusatznutzen für die Gesundheit haben. Zu diesen Lebensmitteln zählen zum Beispiel probiotischer Joghurt oder Brot, das mit Omega-3-Fettsäuren angereichert ist.
- Fußsyndrom
- siehe diabetisches Fußsyndrom
G
- Gestationsdiabetes
- Der Gestations- oder Schwangerschaftsdiabetes ist eine besondere Form des Diabetes mellitus, die während der Schwangerschaft auftritt und nach der Entbindung zumeist wieder verschwindet. Etwa fünf Prozent aller Schwangeren sind vom Gestationsdiabetes betroffen. (Siehe auch das Interview Schwangerschaft mit Diabetes mellitus mit Frau Sabine Semmler.)
- GLP-1
- Die Abkürzung steht für Glucagon-like Peptid 1, ein sogenanntes Peptidhormon, das eine wichtige Rolle im Zuckerstoffwechsel spielt. Es wird auch als "Darmhormon" bezeichnet, weil es bei der Nahrungsaufnahme im Darm freigesetzt wird. Das Enzym Dipeptidylpeptidase 4 (DPP 4) baut es dort innerhalb kurzer Zeit wieder ab. Da GLP 1 unter anderem die Insulinproduktion fördert und das Hungergefühl hemmt, werden sogenannte DPP-4-Hemmer und Stoffe, die dem GLP-1 ähnelt als "Inkretin-Mimetika" seit etwa 2006 in der Therapie des Typ-2-Diabetes eingesetzt.
- Glukose
- oder Traubenzucker. Bei der Blutzuckerbestimmung wird der Glukosegehalt des Blutes gemessen.
- Glukosetoleranz
- Als Glukosetoleranz wird die Fähigkeit des Stoffwechsels bezeichnet, nach der Aufnahme von Glukose, den Blutzuckerspiegel ohne eine zeitlich begrenzte inakzeptable Blutzuckererhöhung im Normbereich zu halten.
- Glukosetoleranz, gestörte
- Als gestörte Glukosetoleranz wird das Übergangstadium von der normalen Glukosetoleranz zum manifesten Diabetes mellitus bezeichnet, der meist durch einen oralen Glukosetoleranztest bestimmt wird. In dieser Phase - Experten sprechen dann auch vom Prädiabetes - besteht ein erhöhtes Diabetesrisiko, das jedoch durch rechtzeitig ergriffene Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, mehr körperliche Bewegung und eine mögliche Tablettentherapie deutlich gesenkt werden kann.
- Glykämischer Index (GI)
- Zucker (Glukose) ist der wichtigste Energielieferant für den Körper. Deshalb ist Glukose auch ständig im Blut vorhanden. Die Glykämie bezeichnet den Glukosegehalt im Blut, der durch die Hormone Glucagon und Insulin reguliert wird. Der glykämischen Index (GI) gibt an, wie weit und wie schnell ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzuckergehalt über den Normalwert steigen lässt. Der Blutzuckeranstieg durch Glukose hat den Referenzwert 100. Bei den meisten, aber nicht allen Diabetikern führen z. B. Linsen, Müsli, Spaghetti oder Vollkornprodukte zu einem langsameren Blutzuckeranstieg, als beispielsweise Zucker, Cornflakes oder Weißbrot.
- Glykogenose
- Glykogenosen sind angeborene Stoffwechselstörungen, die in unterschiedlichen Formen auftreten. Die häufigste Glykogenose ist der Typ I. Die davon betroffenen Kinder können das in der Leber als Energiereserve gespeicherte Glykogen (Vorform des Zuckers) nicht nutzen, um den Blutzuckerspiegel im Normbereich zu halten. Unbehandelt würden die davon Betroffenen schon nach wenigen Stunden ohne Nahrungsaufnahme stark unterzuckern.
- GMG
- Das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (kurz: GKV-Modernisierungsgesetz GMG) vom 14. November 2003 ist die rechtliche Grundlage für den 2003 begonnenen Versuch einer Reform des deutschen Gesundheitswesens unter Kostengesichtspunkten. Das Gesetz tritt am 1. Januar 2004 in Kraft und beinhaltet eine Vielzahl neuer Regelungen für alle Versicherten, die Leistungen ihrer Krankenkasse in Anspruch nehmen bzw. nehmen müssen.
H
- Hashimoto-Thyreoiditis
- ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, wobei der eigene Körper gegen das eigene Organ Antikörper bildet, die dann nach und nach die Schilddrüse zerstören. Dieser Zerstörungsprozess kann bisher nicht aufgehalten werden. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein (Herzrasen, Magenbeschwerden, Müdigkeit und Stoffwechselstörungen). Man unterscheidet zwischen der atrophischen Hashimoto-Thyreoiditis (die Schilddrüse schrumpft) und der hypertrophen Form (die Schilddrüse vergrößert sich und es entsteht ein Knoten). Es gibt weitere Autoimmunerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus), die neben der Hashimoto-Thyreoiditis auftreten können. Für die Behandlung dieser speziellen Schilddrüsenerkrankung sind Endokrinologen (Drüsenspezialisten) zuständig.
- HbA1c-Wert
- Blutzuckerlangzeitgedächtniswert. Das Hämoglobin A1c gibt die durchschnittliche Blutzuckerkonzentration der letzten 8-10 Wochen an. Der HbA1c-Wert sollte unter 6,5 % (= sehr gute Einstellung) oder unter 7,5 % (= gute Einstellung) liegen. Achtung: Die Normbereiche weichen bei unterschiedlichen Untersuchungsmethoden voneinander ab.
- HTML
- Hyper Text Markup Language ist eine Seitenbeschreibungssprache für Hypertext-Dokumente im World Wide Web. Der Vorteil liegt in der Unabhängigkeit von Plattformen, d. h. Betriebssystemen. HTML-Dateien können mit jedem Browser dargestellt werden.
- Hyperkeratosen
- sind Schwielen oder Hühneraugen, die durch Verdickungen der Hornhaut auftreten. Sie entstehen durch Druckbelastung. Richtiges Schuhwerk und spezielle Polster können Hyperkeratosen verhindern.
- Hypoglykämie
- oder kurz Hypo bedeutet: zu wenig Zucker im Blut. Das Gehirn benötigt Zucker - bei zu niedrigen Blutzuckerwerten kommt es auch zu einem Zuckermangel im Gehirn, wodurch es zu leichten bis schweren Bewusstseinseinschränkungen kommen kann. Von einer schweren Hypoglykämie spricht man, wenn Fremdhilfe erforderlich wird, d. h. der Betroffene nicht mehr selbst in der Lage ist, durch Zuckerzufuhr den Blutzuckerwert wieder in den Normbereich zu bringen.
- Hypophysenadenome
- sind gutartige Tumore des Hypophysenvorder- oder Hypophysenhinterlappens, die zu einer Unter- oder Überproduktion von Hormonen führen können, deren Produktion über die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gesteuert wird. Die Nebenwirkungen der hormonaktiven Tumore ergeben sich aus den Wirkungen der einzelnen Hormone. Durch eine gutartige Veränderung der Zellen, die das Wachstumshormon Somatotropinstimulieren, können bei Erwachsenen Akromegalie und Diabetes auftreten.
- Hypotrophie
- ist Unterernährung. Untergewichtige Kinder bezeichnet man als hypotroph.
I/J
- ICT
- oder "intensified conventional therapy" bezeichnet die intensivierte konventionelle Insulintherapie oder Mehr-Spritzen-Therapie. Sie wird Typ-1-Diabetikern und jüngeren Typ-2-Diabetikern empfohlen und ermöglicht eine variablere Lebensführung als die CT oder konventionelle Therapie.
- Immunsuppression
- bedeutet die Unterdrückung oder Abschwächung der körpereigenen Abwehr. Das Immunsystem dient der Abwehr von Infektionen durch Bakterien, Viren und Pilzen. Es unterscheidet dabei zwischen körpereigenen und fremden Erregern. Bei Organtransplantationen muss das Immunsystem durch entsprechende Medikamente soweit unterdrückt werden, dass es das fremde Organ toleriert. Leider werden dadurch auch alle anderen Erreger begünstigt und das Infektionsrisiko steigt deutlich an.
- Inselzelladenom
- Gutartiges Geschwür, das von den Langerhansschen Inselzellen ausgeht. Die Zellen vermehren sich, und somit wird zuviel Insulin produziert.
- Insulin
- ist ein körpereigenes Hormon, das in den Langerhansschen Inselzellen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird.
Es dient gewissermaßen als Schlüssel für die Zelle zur Umwandlung der Glukose in die benötigte Energie. Fehlt
Insulin, steigt der Blutzuckergehalt an. Für die "Maschine" Körper wird jedoch ständig Energie und damit Insulin
benötigt. Da bei Diabetikern die Insulinproduktion teilweise oder ganz ausfällt, bzw. das Insulin nicht richtig
wirkt, muss es durch Medikamente ersetzt werden. Diese würden im Magen allerdings zerstört werden, weshalb eine
direkte Verabreichung ins Unterhautfettgewebe erfolgt. In den meisten Fällen wird Insulin mit einer Spritze
injiziert, nur wenige Diabetiker tragen auch eine Insulinpumpe.
Bis in die 80er Jahre hinein wurde Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Rindern oder Schweinen gewonnen. Heute kann das sogenannte Humaninsulin in beliebiger Menge gentechnisch produziert werden. Nach ihrer Wirkungsdauer unterscheidet man zwischen dem schnellwirkenden Normalinsulin (=Altinsulin) und dem langsam wirkenden Depotinsulin. Ferner gibt es Mischungen, Mischinsuline aus unterschiedlich schnell wirkenden Insulinen. Heute stehen auch sehr langsam und sehr schnell wirkende Insulinanaloga zur Verfügung. - Insulin-Analogon
- bezeichnet ein gentechnisch hergestelltes Insulin, bei dem die Bausteine (Eiweißketten) in ihrer Position vertauscht sind. Durch diese Veränderung liegt das Insulin-Analogon in einer anderen Form vor (Monomer) und wird sofort vom Blutsystem aufgenommen, ohne dass es im Fettgewebe (beim Altinsulin) erst von der Sechsfachbindung in die Einfachbindung umgewandelt werden muss. So entfällt bei diesen Insulinen die Notwendigkeit, einen Spritz-Essabstand einzuhalten.
- Insulin-BE-Faktor
- das Verhältnis zwischen der Insulindosis und der Menge der zugeführten Kohlenhydrate oder BE.
- Insulinpumpe
- Die Insulinpumpe, oder kurz Pumpe, ist ein kleines Gerät - etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel. Die Pumpe wird permanent getragen und gibt dabei ständig (Basalrate) und auf Knopfdruck zusätzlich (Bolus) Insulin ab. Die Abgabe erfolgt über einen dünnen Schlauch und eine kleine Nadel (oder ein Stückchen Schlauch) im Unterhautfettgewebe. Die Pumpe kann unter oder an der Kleidung getragen werden. Da die Pumpen heute noch keinen Blutzucker messen können, muss dies der Diabetiker auch weiterhin selbst tun.
- Insulinresistenz
- Von einer Insulinresistenz spricht man, wenn der Organismus vermindert auf Insulin reagiert.
- Insulinsekretion
- Insulinausschüttung
- Insulintherapie
- Für den Energieumsatz wird Insulin benötigt. Da die Körperfunktionen ständig Energie verbrauchen, benötigen wir permanent Insulin. Bei einer ICT (intensivierten konventionellen Insulintherapie) mit dem Basis-Bolus-Konzept wird die sogenannte Basalrate mit einem Verzögerungsinsulin abgedeckt. Zudem wird ein Normal- oder ultraschnell wirkendes Insulin als Bolus, d. h. stoßartig zu den Mahlzeiten zugegeben. Bei der CSII (kontinuierliche subkutane Insulininjektion) mit einer Insulinpumpe wird permanent oder in gleichmäßigen Zeitabständen Insulin abgegeben. Die Menge des abzugebenden Insulins wird programmiert. Diese Basalrate entspricht im günstigen Fall der Insulinmenge, die der Körper ohne Nahrungszufuhr benötigt. Das bedeutet, dass ein Typ-1-Diabetiker bei optimal eingestellter Basalrate im Hungerversuch (keine Nahrungszufuhr über Stunden oder einen ganzen Tag) immer normale Blutzuckerwerte zeigen würde. Der Insulinschub zum Essen wird vom Diabetiker selbst als Bolus abgerufen. Die Feineinstellung der auf den Patienten abgestimmten Basalrate vereinfacht eine optimale Blutzuckereinstellung. (Siehe dazu unser Interview Insulintherapie bei Diabetes mellitus.
- intramuskulär
- "in den Muskel". Spritzen werden z. B. in das Unterhautfettgewebe oder in den Muskel gesetzt.
K
- Kalziumantagonisten
- sind blutdrucksenkende Medikamente, die als Gegenspieler von Kalziumionen und anderen Ionen eine Weitstellung der Arterien bewirken.
- kardiovaskulär
- Das Herz-Kreislauf-System, genauer das Herz ("kardio") und die Gefäße ("vaskulär") betreffend. Da Herz und Kreislauf zusammen ein System bilden, sind sie häufig gemeinsam von Störungen betroffen.
- Kassenärztliche Vereinigung
- oder kurz die KV ist eine Vertretung der niedergelassenen Ärzte.
- Ketoacidose
- Bei Insulinmangel kann der Zucker im Blut von den Zellen nicht aufgenommen werden und somit nicht als Energielieferant dienen. Der Blutzuckerspiegel steigt. Als Ersatzenergie wird vermehrt Fett verbrannt, wobei als Abbauprodukte Ketonkörper entstehen. Diese führen zur Übersäuerung des Blutes (Azidose). Da die Ketonkörper über die Nieren ausgeschieden werden, können sie mit Teststreifen im Urin nachgewiesen werden. Sie sind ein Hinweis auf eine beginnende Stoffwechselentgleisung.
- Kohlenhydrate
- oder kurz KH sind der vom menschlichen Organismus bevorzugte Energieträger. Sie werden
in der Leber und im Muskel in Form von Glykogen (= Vorstufe von Glukose) gespeichert. Während die
meisten Körperzellen neben Kohlenhydraten in Form von Traubenzucker (Glukose) auch Fette und andere
Zwischenprodukte verstoffwechseln können, sind die roten Blutkörperchen und die Nervenzellen auf Glukose
als Energielieferant angewiesen. Die Kohlenhydrate werden eingeteilt in:
a) Einfachzucker (Monosaccharide), die wie Trauben- und Fruchtzucker nur aus einem einzigen Zuckermolekül bestehen,
b) Doppelzucker (Disaccharide), die wie z. B. Rohr- und Rübenzucker (das ist der Haushaltszucker) aus zwei Zuckermolekülen bestehen, und
c) Vielfachzucker (Polysaccharide), die wie Stärke und Zellulose aus sehr vielen Zuckermolekülen bestehen. - Koma
- Bei langandauernden, dramatisch erhöhten Blutzuckerwerten kann es zu starkem Durstgefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, schneller Atmung und schließlich zur Bewusstlosigkeit - dem Koma oder coma diabetikum - kommen. Der Atem riecht dann wegen des hohen Fettabbaus nach Aceton oder Obstessig.
L
- Lada
- Die Abkürzung LADA steht für Latent Autoimmune Diabetes in Adults, also ein versteckter Autoimmundiabetes im Erwachsenenalter, der meist sehr früh mit Insulin behandelt werden muss. Bei Patienten mit einem LADA, die in der Regel nicht übergewichtig sind, werden die insulinproduzierenden Betazellen langsam zerstört. Oft werden diese Patienten fälschlicherweise zu lange als Typ-2-Diabetiker behandelt. Erst mit einer Blutuntersuchung, dem sogenannten GAD-Test, können die Antikörper gegen die Betazellen und damit der autoimmunbedingte Diabetes, LADA, nachgewiesen werden.
- Lipodystrophie
- Als Lipodystrophie wird eine krankhafte Veränderung von Unterhautfettgewebe bezeichnet. Sie kann sowohl den Schwund, als auch die vermehrte Wucherung der Fettzellen bedeuten. Eine Lipodystrophie tritt gelegentlich am Ort der Insulininjektion auf, und kann durch einen regelmäßigen Nadelwechsel und vor allem den Wechsel der Injektionsstellen weitgehend verhindert werden. Außerdem riskiert, wer immer in die gleiche Stelle spritzt, nicht nur unschöne Beulen und Dellen, das Insulin kommt dann auch nicht mehr optimal zur Wirkung.
M
- Makrosomie
- heißt medizinisch Riesenwuchs. Kinder von diabetischen Müttern sind häufig makrosom, also zu groß und dann meistens auch zu schwer.
- Metabolisches Syndrom
- Das "Metabolische Syndrom", auch "Syndrom X" genannt, setzt sich aus vier Einzelerkrankungen zusammen, deren gemeinsames Merkmal die Insulinresistenz ist. Die vier Komponenten des Metabolischen Syndroms: erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker und ein bauchbetontes Übergewicht, hängen eng mit der Lebensweise des Menschen zusammen. Weil jede Einzelerkrankung für sich genommen schon gefäßschädigend ist und ihre Kombination das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt multipliziert, wird das Metabolische Syndrom auch als "Tödliche Quartett" bezeichnet. Angesichts dieser verheerenden Folgen rückt die Prävention des Metabolischen Syndroms - eine ausgewogene und ballaststoffreichen Ernährung in Kombination mit regelmäßiger Bewegung - zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses.
- Microalbumin
- Feinste, im Urin nachweisbare Einweißkörperchen. Treten diese im Urin erhöht auf, kann das ein Hinweis auf diabetische Folgeschäden an der Niere sein. Der Gehalt an Microalbuminen im Urin sollte bei Diabetikern alle drei Monate kontrolliert werden.
- Mikrofilament
- Ist ein Gerät zur Fußuntersuchung. Eine Art Faden wird unter der Fußsohle aufgesetzt und getestet, ob dieser Faden noch zu spüren ist, oder nicht.
- MODY
- Zu den seltenen Diabetesformen gehört der MODY-Diabetes. MODY steht für Maturity onset diabetes of the young. Diese in sich widersprüchliche Bezeichnung geht auf die Zeit zurück, da der Typ-2-Diabetes noch als Altersdiabetes bezeichnet wurde. Die einprägsame Abkürzung MODY hat sich trotzdem bis heute gehalten und bezeichnet mindestens sechs unterschiedliche Diabetes-Typen, die alle genetisch bedingt sind. Der MODY wird meist vor dem 25. Lebensjahr bei nicht übergewichtigen Menschen durch hohe Blutzuckerwerte nach dem Essen festgestellt. Er beruht auf einem Defekt der Beta-Zellfunktion und bedarf zumindest am Anfang keiner Insulintherapie. Nur etwa 2 bis 5 Prozent aller Diabetiker haben einen MODY-Diabetes.
N
- Nephropathie
- Ist der Oberbegriff für unterschiedliche Erkrankungen im Bereich der Niere. Zu den Nierenschädigungen gehört die diabetische Nephropathie als Spätkomplikation des Diabetes mellitus. Eine erbliche Veranlagung, ein erhöhter Blutzuckerspiegel und vor allem auch ein hoher Blutdruck begünstigen die Entstehung einer diabetischen Nephropathie.
- Neuropathie
- ist eine Erkrankung des Nervensystems. Dieses wird nach seiner Lage unterteilt in das zentrale Nervensystem, zu dem das Gehirn und das Rückenmark zählen, und das periphere Nervensystem. Ferner ist auch eine Unterscheidung des Nervensystems bezogen auf die Funktion - in das animale (somatische) und das vegetative (autonome) Nervensystem - möglich. Das animale Nervensystem vermittelt bewusste Wahrnehmung und willkürliche Bewegung. Schäden an diesem Teil des Nervensystems machen sich zuerst in den Beinen bemerkbar. (Siehe unter Interview Das diabetische Fußsyndrom) Das vegetative Nervensystem regelt Vitalfunktionen (z. B. Atmung und Verdauung) und ist willentlich nicht zu beeinflussen. Ist es geschädigt, kann es zu Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Magen- oder Darmentleerung und auch der Sexualfunktion (z. B. erektiler Dysfunktion) kommen.
- Niereninsuffizienz
- Als Nierenversagen (Niereninsuffizienz) bezeichnen Mediziner das letzte Stadium eines über Monate oder Jahre fortschreitenden Verlusts der Nierenfunktion. Da die Nieren wichtige Ausscheidungsorgane sind, die Abbauprodukte des Stoffwechsels und Wasser aus dem Körper transportieren, macht der Verlust der Nierenfunktion eine Nierenersatztherapie, sprich Dialysebehandlung, erforderlich. Diabetes ist heute die wichtigste Ursache für ein chronisches Nierenversagen.
- normoglykämisch
- Von einer normoglykämischen Diabetes-Einstellung spricht man, wenn die Blutzuckerwerte im Normbereich liegen.
O
- oGTT
- Glucosetoleranztest zur Bestimmung, ob ein Diabetes mellitus vorliegt. Der Patient muss 12 Stunden nüchtern bleiben. Morgens wird dann der Blutzucker bestimmt, dann bekommt der Patient zwischen 75 und 100 g Glucose in Flüssigkeit, die innerhalb von 5 Minuten getrunken werden. Nach einer Stunde und nach zwei Stunden wird jeweils wieder der Blutzucker gemessen.
- Opioide
- Als Opioide werden starke Schmerzmittel bezeichnet, die in ihrer Struktur und Wirkungsweise dem Morphin sehr ähnlich sind. Diese Tatsache wirkt oft beunruhigend, doch Opioide sind quasi "körpereigene" Schmerzmittel. Gegen diese Substanzen treten gewöhnlich keine Allergien auf, und bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind sie nicht suchterzeugend.
P/Q
- pathologisch
- krankhaft, oder krankhaft verändert.
- Patienten und Probanden
- Im Zusammenhang mit klinischen Studien werden gesunde Studienteilnehmer als Probanden bezeichnet. Studienteilnehmer mit einem Krankheitsbild, für das die Prüfsubstanz bestimmt ist, werden demgegenüber Patienten genannt. In Studien mit diabetologischer Fragestellung werden Probanden in der Regel ausschließlich in Phase-I-Studien eingesetzt. Werden also Patienten gesucht, so handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Studie der Phasen II oder III.
- Pen
- Der Insulin-Pen ist ein modernes Injektionssystem, das wie ein Füllfederhalter oder dicker Kugelschreiber aussieht.
- Peptide
- Peptide sind chemische Verbindungen. Sie bestehen aus einer Kette von Aminosäuren (Grundbausteine des körpereigenen Eiweißes). Viele Peptide erfüllen als Hormone wichtige Aufgaben in der Stoffwechselregulation.
- Phase III Studie
- ist eine Therapiestudie neuer Medikamente. Sie darf nur durchgeführt werden, wenn sich bei den Phase I und II Studien herausgestellt hat, dass eine Verbesserung im Vergleich zu den Standardtherapien zu erwarten ist. In der Phase III Studie wird die Untersuchung an einer hinreichend großen Anzahl von Patienten durchgeführt.
- Podologie
- ist die Lehre von den Füßen (gr.pous = Fuß). Als Podologie wird die nichtärztliche Heilkunde am Fuß bezeichnet. Nachdem das Bundeskabinett am 25. Oktober 2000 das sogenannte Podologengesetz verabschiedet hat, ist die Berufsbezeichnung "Podologin"/"Podologe" gesetzlich geschützt. "Mit dem neuen Beruf, der die Qualität der Ausbildung sichert, wird den Ärzten ein qualifizierter Fachberuf zur Seite gestellt, der wichtige Aufgaben in der Prävention, Therapie und Rehabilitation im Bereich der medizinischen Fußpflege übernehmen kann. Dies gilt insbesondere für Behandlungsmaßnahmen an Patienten, bei denen die medizinische Fußbehandlung mit erheblichen Risiken verbunden sein kann, wie z. B. bei Patienten mit Diabetes, Durchblutungsstörungen, Blutkrankheiten oder besonderen Infektionsrisiken." (Auszug aus der Pressemitteilung Nr. 92 des Bundesministeriums für Gesundheit aus dem Jahr 2002.)
- Polyneuropathie
- ist wörtlich eine Erkrankung vieler Nerven. Die Nervenleitungen zur Körperoberfläche sind gestört.
- Präbiotika
- So werden Lebensmittel genannt, denen Ballaststoffe zugesetzt werden, die das Bakterienwachstum im Darm verbessern. Dadurch kann die Verdauung unterstützt werden.
- Prä-Diabetes-Phase
- Bevor der Diabetes durch erhöhte Blutzuckerwerte auffällt, sind bereits Veränderungen messbar: Beim Typ-1-Diabetes zeigen sich erhöhte Antikörper (ICA, IAA, IA2, GAD-AK); beim Typ-2-Diabetes ist ein erhöhter Insulinspiegel festzustellen. (Anmerkung: Drei von 10.000 Jugendlichen unter 16 Jahren haben erhöhte Antikörper und werden innerhalb der nächsten fünf Jahre einen Typ-1-Diabetes entwickeln.)
- Prävention
- Vorbeugung
- Probiotika
- Lebensmittel mit lebenden Mikroorganismen, wie z. B. Milchsäurebakterien in Kefir oder Joghurt, denen ein positiver Effekt auf die Darmflora und die Gesundheit zugeschrieben werden.
- Prüfplan
- Im Prüfplan (auch Studienprotokoll genannt) sind alle Details zur Durchführung einer Studie vorab festgelegt. Dazu gehören unter anderem die exakte Beschreibung von Art und Dauer der Behandlung sowie der diagnostischen Überwachung und der Ein- und Ausschlusskriterien für Patienten bzw. Probanden, die an der Studie teilnehmen können. Der Prüfplan muss vorab von der zuständigen Ethikkommission genehmigt werden und ist für die gesamte Dauer der Studie verbindlich. Spätere Abweichungen sind erneut genehmigungspflichtig.
- Prüfzentrum und Prüfarzt
- Die Einrichtungen, in denen die Untersuchungen und die Betreuung der Studienteilnehmer stattfinden, werden Prüfzentren genannt. Das können Kliniken, speziell dafür ausgestattete Forschungsinstitute oder auch Praxen von niedergelassenen Ärzten sein. Betreut werden Sie grundsätzlich von einem Facharzt für das untersuchte Krankheitsbild, dem Prüfarzt, der für diese Tätigkeit eine spezielle Qualifikation nachweisen muss.
R
- Randomisierung bzw. randomisiert
- Bei Studien der Phasen II und III werden die Teilnehmer in der Regel in mehrere, mindestens jedoch zwei Gruppen eingeteilt, die jeweils unterschiedlich behandelt werden. Zum Beispiel erhalten die Teilnehmer der Behandlungsgruppe A das zu erprobende neue Medikament, Teilnehmer der Gruppe B eine bewährte Standardtherapie und Teilnehmer der Gruppe C eine Kombination aus beidem oder auch ein Placebo, ein Scheinmedikament ohne medizinische Wirkung. Ziel dieser Maßnahme ist der Erhalt von objektiv belegbaren Vergleichswerten. Die Einteilung in die verschiedenen Gruppen erfolgt nach dem Zufallsprinzip und kann weder vom Prüfarzt noch vom Patienten bzw. Probanden beeinflusst werden. Eine solche zufällige Zuordnung nennt man "Randomisierung", eine nach diesem Prinzip durchgeführte Studie "randomisiert".
- Retinopathie
- Die Netzhaut des Augenhintergrunds heiß Retina. Sie wird von kleinsten Gefäßen durchblutet, die sehr empfindlich auf erhöhte Blutzuckerwerte reagieren. Durch einen hohen Zuckeranteil im Blut werden die Kapillarwände dicker und das Blut kann nicht mehr so gut durch die kleinen Gefäße fließen. Es bilden sich Auswölbungen (Aneurysmen); neue, aber instabile Gefäßumleitungen, oder das Blut tritt aus den geschädigten Gefäßen wie Wasser aus einem porösen Gartenschlauch heraus (siehe dazu unseren Beitrag: Diabetes und Augen). Der Diabetiker bemerkt das erst sehr spät, weshalb regelmäßige Augenarztuntersuchungen dringend zu empfehlen sind.
S
- Schaufensterkrankheit
- Bei Durchblutungsstörungen der Beine treten infolge der Mangeldurchblutung nach einer Gehstrecke Schmerzen auf. Bleibt der Betroffene stehen, lassen die Schmerzen nach. Damit es keiner bemerkt, bleibt der Betroffene oft vor Schaufenstern stehen, so als ob er die Geschäftsauslage begutachten würde.
- Screening
- Reihenuntersuchung. Screening bedeutet das Herausfiltern von Personen und Bevölkerungsgruppen mit einem erhöhten Risikofaktor im Hinblick auf bestimmte Erkrankungen.
- Sectio
- Schnittentbindung, oder besser bekannt unter dem Begriff Kaiserschnitt. Die Sectio-Rate ist die Rate der Schnittentbindungen mit einem erhöhten Risikofaktor im Hinblick auf bestimmte Erkrankungen. Wenn die Schnittentbindung vor dem Auftreten der ersten Wehen durchgeführt wird, spricht man von einer primären Sectio. Nur in Notfällen entscheidet man sich noch nach Beginn der Wehentätigkeit zu einer sekundären Sectio, beispielsweise bei auftretenden Komplikationen.
- subkutan
- Man spricht von subkutaner Injektion, wenn eine Spritze in die Haut des Unterhautfettgewebes gegeben wird.
- Sulfonylharnstoff
- Sulfonylharnstoff ist ein Wirkstoff, der in der Diabetestherapie mit Tabletten eingesetzt wird. Sulfonylharnstoffe bewirken u. a. eine vermehrte Ausschüttung von Insulin. Ferner wird der Zucker in der Leber zurückgehalten und eine Absenkung der Konzentration freier Fettsäuren bewirkt. Diese Reduktion der freien Fettsäuren erhöht die Insulinempfindlichkeit.
- Szintigraphie
- Die Szintigraphie ist eine nuklearmedizinische Untersuchungsmethode, mit deren Hilfe Veränderungen an Organen (z. B. der Schilddrüse) festgestellt werden können. Für die Untersuchung werden dem Patienten spezielle, radioaktiv angereicherte Substanzen verabreicht. Diese Stoffe sammeln sich in dem untersuchten Organ und geben eine Strahlung ab, die von besonderen Geräten registriert und ausgewertet wird. Der Arzt kann aus dem Szintigramm (Bild das bei der Szintigraphie entsteht) auf mögliche Erkrankungen schließen.
T
- Transplantation
- heißt die Verpflanzung von Zellen, Geweben, Gliedmaßen oder ganzen Organen. Bei Diabetikern wird an spezialisierten Transplantationszentren die Doppeltransplantation von Bauchspeicheldrüse und Niere vorgenommen.
U/V
- UKPDS
- Die United Kingdom Prospective Diabetes Study (UKPDS). Diese Studie, deren Ergebnisse bereits 1998 beim Kongress der Europäischen Diabetesgesellschaft präsentiert wurden, ist bis heute eine der wichtigsten Langzeitstudien zum Typ-2-Diabetes.
- Verband der Krankenversicherten Deutschlands (VKVD)
- Der VKVD ist eine politische Interessenvertretung aller gesetzlich und privat Krankenversicherten in Deutschland. Ferner berät er seine Mitglieder in allen Fragen des Gesundheitswesens. Oberstes Ziel des Verbandes ist es, das deutsche Gesundheitswesen auf hohem Niveau und bezahlbar zu erhalten.
- Verblindung oder doppelblind
- Im Volksmund heißt es: Der Glaube kann Berge versetzen. Und tatsächlich ist medizinisch nachgewiesen, dass allein eine positive Erwartungshaltung beim Patienten dazu führen kann, dass sich der Gesundheitszustand merklich bessert. Um eine Verzerrung der Ergebnisse durch diesen sogenannten "Placebo-Effekt" zu vermeiden, wird eine Studie in aller Regel randomisiert und zusätzlich doppelblind durchgeführt. Das bedeutet, dass weder das verabreichte Medikament noch dessen Verpackung Rückschlüsse auf die Inhaltsstoffe zulassen, der Patient bzw. Proband also nicht weiß, ob er - abhängig vom Prüfplan - ein neues oder bereits bewährtes Medikament oder vielleicht auch einen Placebo erhält. Um darüber hinaus eine unbewusste Beeinflussung durch den Prüfarzt zu vermeiden, werden Studien heute standardmäßig doppelblind durchgeführt - d. h. weder der Arzt noch der Patient haben Kenntnis über die individuelle Behandlung.
W
- Wagner-Grad
- Die oft auch als Wagner-Stadien bezeichnete Einteilung vom Schweregrad des diabetischen Fußsyndroms heißt offiziell "Klassifikation nach Wagner/Armstrong". Sie geht auf zwei Aufsätze in unterschiedlichen Fachzeitschriften zurück: 1. W.F. Wagner, "The Dysvascular foot: A system for diagnosis and treatment", erschienen in "Foot and Ankle" 1981, S. 64-122. und 2. D.G. Armstrong u.a., "Validation of a diabetic wound classification system", erschienen in "Diabetes Care" 1998, S. 855-895. Wagner teilte das diabetische Fußsyndrom in die Schweregrade 0 bis 5 ein und forderte unterschiedliche Konsequenzen für die Wundbehandlung. Armstrong hat auf dieser Basis dann die jeweiligen Grade noch einmal feiner unterteilt in die Stadien A bis D der Erkrankung.
- WHO
- diese Abkürzung steht für die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization). Diese Unterorganisation der Vereinten Nationen wurde 1948 gegründet und hat ihren Sitz in Genf.
X/Y
- Xenotransplantation
- Wenn von Tieren lebenden Zellen, Gewebe oder Organe auf Menschen übertragen werden, spricht der Fachmann von einer Xenotransplantation. Vor allem die Übertragung von Organen wird immer wieder versucht, weil es zu wenig menschliche Spenderorgane gibt. Bei der Auswahl der Tiere für die Organspende konzentriert man sich auf Schweine. Deren Organe sind in Aufbau und Größe den menschlichen Organen ähnlich. Außerdem wird die Gefahr der Krankheitsübertragung bei Schweinen geringer eingeschätzt, als zum Beispiel bei Affen. Oft werden menschliche Gene in das Erbgut der Tiere eingefügt, um beim Menschen die Abstoßungsreaktionen zu verringern.
Z
- Zöliakie
- Diese chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, ausgelöst durch eine Überempfindlichkeit gegen Gluten, ist nicht heilbar. Die Zöliakie tritt bei Menschen mit Typ-1-Diabetes häufiger auf, als bei Nicht-Diabetikern. Wissenschaftler vermuten, dass es einen genetischen Zusammenhang zwischen diesen beiden Autoimmunerkrankungen gibt.


