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5 Irrtümer rund um den Blutzucker

Pressemitteilung: Novo Nordisk Pharma GmbH

Dieser Wert bestimmt den Alltag von Menschen mit Diabetes

Er ist nicht sichtbar, dennoch bestimmt er den Alltag von Menschen mit Diabetes: Der Blutzucker. Noch immer gibt es viele Irrtümer und Vorurteile rund um diesen unsichtbaren Messwert, sowohl von gesunden Menschen als auch von Menschen mit Diabetes. Einige dieser Irrtümer klären wir hier auf.

Irrtum #1: Ich bin gut eingestellt - schließlich kenne ich meinen HbA1c, und der ist gut. Mehr muss ich nicht wissen.

Wenn Menschen mit Diabetes sagen, sie seien "gut eingestellt" meinen sie in der Regel den HbA1c. Dieser sagt aus, wie hoch der durchschnittliche Blutzucker in den zurückliegenden 8 bis 12 Wochen war und wird deshalb auch als Langzeitblutzucker oder Blutzuckerlangzeitgedächtnis bezeichnet. Eine umfassende Blutzuckerkontrolle umfasst daneben den Nüchternblutzucker und den Blutzucker nach dem Essen. Der Nüchternblutzucker sagt aus, wie viel Glucose 6 bis 12 Stunden nach der letzten Mahlzeit im Blut vorhanden ist. Der sogenannte postprandiale Blutzucker wird etwa 1 bis 2 Stunden nach einer Mahlzeit gemessen. Das Ziel einer erfolgreichen Therapie ist es, diese drei Werte bestmöglich im Zielbereich zu halten, da auch kurze Entgleisungen des Blutzuckers (beispielsweise nach einer Mahlzeit) negative Auswirkungen haben können.

Irrtum #2: Die angeblichen Blutzuckerspitzen nach dem Essen sind doch nur eine Ausrede von Menschen mit Diabetes, die nach dem Essen lieber einen Mittagsschlaf machen würden. Jeder ist nach dem Essen mal müde, egal ob mit oder ohne Diabetes.

Das stimmt so nicht. Was bei Menschen mit Diabetes auf den ersten Blick wie ein typisches "Schnitzelkoma" aussehen mag, hat einen medizinischen Hintergrund und ist durchaus ernst zu nehmen. Richtig ist, dass der Blutzuckerspiegel nach einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit oder einem zuckerhaltigen Getränk bei allen Menschen ansteigt. Bei gesunden Menschen schleust das Hormon Insulin den in der Nahrung enthaltenen Traubenzucker (Glucose) aus dem Blut in die Zellen. Der Zuckergehalt im Blut steigt deshalb nur wenig an und sinkt schnell wieder. Menschen mit Diabetes produzieren jedoch zu wenig körpereigenes Insulin, oder ihre Zellen können es nicht effektiv genug verwerten. Bei ihnen bleibt der Zucker im Blut, so dass der Blutzuckerspiegel stärker und für längere Zeit ansteigt. Erste Warnzeichen für zu hohe Blutzuckerspiegel nach dem Essen sind Abgeschlagenheit, Unkonzentriertheit und Müdigkeit nach den Mahlzeiten. Das Messen des Blutzuckers ein bis zwei Stunden nach dem Essen kann dem Arzt hier wertvolle Hinweise liefern.

Irrtum #3: Von wegen Blutzuckerspitzen nach dem Essen: Weniger essen und sich zusammenreißen, dann klappt's auch mit der Konzentration.

Das stimmt so nicht. Blutzuckerspitzen nach dem Essen, von Medizinern auch als postprandiale Hyperglykämien bezeichnet, können auch dann auftreten, wenn die Betroffenen sich bewusst ernähren. Sie können die Betroffenen im Alltag akut einschränken, indem sie zum Beispiel Durst, Müdigkeit, Schwindel, oder Konzentrationsschwierigkeiten auslösen. Wenn der behandelnde Arzt darüber informiert ist, dass Blutzuckerspitzen nach dem Essen auftreten, kann er die Therapie anpassen und zum Beispiel moderne Mahlzeiteninsuline einsetzen, die den Blutzucker gezielt kontrollieren.

Irrtum #4: Blutzuckerspitzen sind unangenehm, gehen aber auch wieder weg. Ihre gesundheitlichen Folgen sollten nicht dramatisiert werden.

Richtig ist, dass Blutzuckerspitzen nach dem Essen allmählich wieder zurückgehen. Dennoch kann der Blutzuckerspiegel in den Stunden zwischen Frühstück, Mittag- und Abendessen für einen längeren Zeitraum zu hoch sein. Wenn es nach dem Essen immer wieder zu Blutzuckerspitzen kommt, ohne dass diese behandelt werden, kann dies langfristig ernsthafte gesundheitliche Folgen haben, denn die sogenannten postprandialen Hyperglykämien steigern das Risiko für Folgekomplikationen wie kardiovaskuläre Erkrankungen oder Augenschäden. Außerdem können regelmäßige postprandiale Blutzuckerspitzen, auch wenn sie nur von kurzer Dauer sind, sich in der Summe langfristig negativ auf den HbA1c auswirken.

Irrtum #5: Mein Arzt muss erkennen, ob ich Blutzuckerspitzen nach dem Essen habe - schließlich hat er Medizin studiert, nicht ich.

Das stimmt so nicht. Ob Sie Blutzuckerspitzen nach dem Essen haben, die behandelt werden sollten, kann Ihr Arzt nur erkennen, wenn Sie Ihren Blutzucker regelmäßig und gezielt ein bis zwei Stunden nach dem Essen kontrollieren und ihm die Werte mitteilen. Nur dann kann er Ihre Therapie anpassen und zum Beispiel moderne Mahlzeiteninsuline einsetzen, die den Blutzucker noch gezielter kontrollieren. Damit kann er verfolgen, wie sich der Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum durchschnittlich entwickelt. Um den Blutzuckerspiegel auch zwischen den Arztbesuchen im Blick zu behalten, sollten Menschen mit Typ-2-Diabetes regelmäßig selbst ihre Blutzuckerwerte messen, denn auch einzelne Spitzen nach Mahlzeiten können Folgen haben.

zuletzt bearbeitet: 05.12.2018 nach oben

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