Prinzipien der Health On the Net Foundation.

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Aktion: Wahrheit über Diabetes
Bundesregierung hebt Datenschutz für Diabetiker auf!
Gesundheitsreform will gläserne Patienten
Das Bundesgesundheitsministerium hat gemeinsam
mit den gesetzlichen Krankenkassen beschlossen, flächendeckend Disease Management
Programme (DMP) für chronisch Kranke einzuführen. Als erstes sind sechs Millionen
Diabetiker in Deutschland von der Neuregelung betroffen. Die von den Krankenkassen
ausgearbeiteten Programme erfassen die intimsten Daten der Patienten.
Disease Management Programme als Vorwand
Disease Management Programme sind eigentlich
anerkannt und sinnvoll. Sie können dazu beitragen, die Betreuung chronisch Kranker zu
verbessern. Es kommt aber darauf an, was im jeweiligen DMP drin steht.
Die meisten gesetzlichen Krankenkassen verstehen unter DMP in erster Linie ein
neuartiges Überwachungssystem. Ihre Programme beginnen damit, dass die Kranken
freiwillig, und möglichst ohne es zu merken, ihr Recht auf Datenschutz aufgeben. Der
Gesetzgeber hält die Hand über die Krankenkassen. Bei der Gesundheitsreform durften
sie die ausschlaggebenden Rechtsverordnungen für ihre DMPs sogar selbst
gestalten.
Ärzte sollen Diabetespatienten ausforschen
Die Ärzte sollen für die Krankenkassen in
DMP-Dokumentationsformularen fortlaufend zahlreiche sensible Informationen über
Diabetiker zusammentragen. Der Patient weiß nicht, was für einen Vertrag er
unterschreibt. Ihm gegenüber wollen die Krankenkassen auch verheimlichen, welche
Daten er tatsächlich preisgibt. Dazu könnte gehören, dass er Erektionsstörungen hat
oder dass er, aufgrund "Erschwerender Sozialmedizinischer Faktoren" wie
"Sozialem Umfeld" oder "Lebensstil" eine "Sozialpädagogische
Intervention" nötig hat.
Quelle: Disease-Management, Arzt-Handbuch für Diabetes mellitus, Curaplan AOK,
KV Südbad.
15.08.2002
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Archiv 2002
- Nachrichten zur Gesundheitspolitik
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