Prinzipien der Health On the Net Foundation.

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Ulla Schmidt: Chronikerprogramme verringern Folgeschäden und erhöhen Lebensqualität für
Diabetikerinnen und Diabetiker
Anlässlich des Weltdiabetestages erklärt die
Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung, Ulla Schmidt:
"Wir haben entscheidende Schritte getan, um die Behandlung und aktive Einbeziehung
chronisch kranker Menschen in Deutschland zu verbessern. Seit dem 1. Juli ist
die Rechtsverordnung in Kraft, die es den Kassen ermöglicht, spezielle
qualitätsgesicherte Behandlungsprogramme für chronische Krankheiten anzubieten.
Dies ist zunächst für Diabetes mellitus Typ 2 und Brustkrebs möglich. Damit
erreichen wir eine neue Qualität in der medizinischen Versorgung.
Der Sachverständigenrat hat in seinem Gutachten zur Unter-, Über- und Fehlversorgung
die bestehenden Defizite aufgeführt: Bei uns erleiden Diabetikerinnen und Diabetiker
mehr Amputationen, mehr Nierenschäden und in der Folge mehr Dialysebehandlungen,
mehr Erblindungen, mehr Herzinfarkte als in vergleichbaren Ländern.
Die Einführung der Behandlungsprogramme bietet neue Chancen, diese Folgeschäden
zu verringern. Die Kompetenz für die eigene Gesundheit und den Umgang mit der
Krankheit wird entscheidend gestärkt. Patientinnen und Patienten, die sich in
ein Programm einschreiben, werden über Diagnosen und therapeutische Schritte
genau informiert und in die Behandlungsentscheidungen von Anfang an mit
einbezogen. Durch Schulungsprogramme werden sie zusätzlich unterstützt. Das
Patienten-Arzt-Verhältnis erhält ein neues Gewicht und ist in den Ausbau einer
integrierten Versorgung, in der die verschiedenen Gesundheitsberufe und Sektoren
koordiniert zusammenarbeiten, eingebettet.
Gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen brauchen eine gute und abgestimmte
Behandlung. Im Rahmen der Behandlungsprogramme erhalten die Patientinnen und
Patienten z.B. in erster Linie Medikamente, für die neben der Wirksamkeit auch
die Sicherheit ihrer Anwendung in langjährigen Studien belegt wurde. Dies schließt
nicht aus, dass in begründeten Fällen auch andere Medikamente verordnet werden
können. Die Programme garantieren auch, dass wichtige und aufwändige Maßnahmen wie
Fußuntersuchungen, Fußbehandlungen und augenärztliche Untersuchungen regelmäßig
verordnet werden. Die regelmäßige Evaluation der Programme wird darüber hinaus zu
einer kontinuierlichen Qualitätsverbesserung führen.
Die Förderung der Gesundheit zukünftig zu einem Leitbild der Gesundheitspolitik
und anderer Politikbereiche werden zu lassen, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben
für die neue Legislaturperiode. Mit Gründung des Deutschen Forums Prävention und
Gesundheitsförderung konnte ein wichtiger Meilenstein für die notwendige Kooperation
der Akteure im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung erreicht werden.
Diabetes mellitus Typ 2 ist als eines der ersten Gesundheitsziele ausgewählt worden,
um auf der Ebene der Primärprävention die Häufigkeit des Auftretens dieser Erkrankung
zu verringern. Hierbei müssen verschiedene ursächliche Bedingungen wie
Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsverhalten in den Präventionskonzepten verstärkt
berücksichtigt werden."
Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung fördert den Aufbau und
die Erprobung elektronischer Kommunikations- und Informationssysteme für Experten
ebenso wie für Patientinnen und Patienten. Eines der wichtigsten Projekte in diesem
Gebiet ist der Aufbau eines Fachinformationssystems Diabetes mellitus am Deutschen
Diabetes Forschungsinstitut (DDFI). Ziel dieses Projektes, das in Kooperation
mit der Deutschen Diabetes Union (DDU) durchgeführt wird, ist es, ein
nationales, expertengesteuertes Patienten- und Fachinformationssystem zum
Diabetes mellitus mit den Schwerpunkten Information, Aufklärung, Prävention und
Schulung unter Nutzung moderner Informations-, Kommunikations- und
Multimediatechnologien dauerhaft zu etablieren. Weitere Informationen zum
Fachinformationssystem Diabetes mellitus finden Sie im Internet unter
www.diabetes-deutschland.de.
Pressemitteilung: Bundesministerium für Gesundheit (BMG).
14.11.2002
Archiv 2002
- Nachrichten zur Gesundheitspolitik
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