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Aktion: Wahrheit über Diabetes
Frankfurter Diabetes Erklärung

Der Berufsverband Deutscher Diabetologen, der Deutsche Diabetiker Bund und der Verband der Diabetes Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland geben gemeinsam die Frankfurter Diabetes Erklärung ab.
  1. Die Politik muss Diabetes als Herausforderung annehmen.
     
  2. Die Würde des Diabetikers darf nicht angetastet werden.
     
  3. Die Diabetiker müssen die bestmögliche Behandlung erhalten.
     
  4. Die Nationale Versorgungsleitlinie muss Grundlage der Behandlungsprogramme sein.
     
  5. Die Krankenkasse muss dem Arzt die Therapie überlassen.
     
  6. Diabetiker, Diabetologen und Diabetesberater müssen Mitbestimmungsrechte haben.
     
  7. Die Diabetes-Forschung muss intensiviert werden.
     

Die Politik muss Diabetes als Herausforderung annehmen.

In Deutschland gibt es sechs Millionen bekannte Diabetesfälle. Die Dunkelziffer beträgt mehrere Millionen Diabeteskranke, die noch nichts von ihrer Krankheit wissen. Die gesamte Gesellschaft und die Volkswirtschaft sind betroffen.
 
Diabetes und die dadurch bedingten Folgekrankheiten haben insgesamt ein größeres Problemausmaß angenommen als die Arbeitslosigkeit. Wer im Gesundheitswesen spart, beschwört die Krankheitskatastrophe herauf. Die Folgekosten der zu befürchtenden Diabeteswelle wären erheblich teurer als die nötige Anstrengung, um Diabetes zu entschärfen. Nur wenn die Politik handelt und dem Thema Diabetes Priorität einräumt, können die Folgen für die Volkswirtschaft und das Gesundheitswesen abgewandt werden.

Die Würde des Diabetikers darf nicht angetastet werden.

Die von Verfassung und Gesetzgebung garantierten Bürgerrechte müssen auch für Diabetiker gelten. Alle Versuche, deren Rechte - etwa auf Datenschutz und persönliche Selbstbestimmung - zu beugen, haben zu unterbleiben. Diabetiker dürfen wegen ihrer Krankheit nicht diskriminiert werden!
Die Gesellschaft muss lernen, die Diabetiker zu akzeptieren und sie zu berücksichtigen. Sie müssen so leben können, dass ihnen - in Anbetracht ihrer Krankheit - keine zusätzlichen Nachteile aufgebürdet werden; weder in Beruf und Freizeit, noch im Umgang mit Krankenkassen und Behörden.
Wenn eine Folgekrankheit eintritt, darf der Diabetiker nicht auf ein rechnerisches Todesdatum hin als Kostenfaktor abgeschrieben werden.

Die Diabetiker müssen die bestmögliche Behandlung erhalten.

Um Folgeerkrankungen zu verhindern, oder so weit als möglich hinauszuzögern, oder sie zu behandeln, muss die jeweils neueste wissenschaftliche und medizinische Erkenntnis angewandt werden können.
Dazu gehört schon bei Früherkennung von Diabetes die Anwendung auch neuester, erfolgversprechender Mittel und Methoden, um den Blutzucker im Normbereich zu halten. Daher müssen die diabetologischen Schwerpunktpraxen erhalten und gestärkt werden. Hausärzte, Diabetologen, Schulungs- und Beratungskräfte müssen Netzwerke bilden und kooperieren. Diese Zusammenarbeit dient dem Ziel, die Basisversorgung der Diabetiker zu optimieren.
Prävention von Schlimmerem hat Priorität in jedem Stadium von Diabetes. Diabetiker, die eine stationäre Behandlung brauchen, bedürfen besonderer Zuwendung. Sie müssen Anspruch darauf haben, in Fachkrankenhäusern und diabetologischen Kompetenz-Zentren behandelt zu werden.

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29.08.2002
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