Prinzipien der Health On the Net Foundation.

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Deutscher Diabetiker Bund empfiehlt:
Nicht voreilig bei der Krankenkasse einschreiben!
Die vom Gesundheitsministerium verabschiedete
Rechtsverordnung (Vierte Verordnung zur Änderung der Risikostruktur-Ausgleichsverordnung)
ist zum 1. Juli 2002 in Kraft getreten. Auf der Basis dieser Rechtsverordnung
müssen die Krankenkassen nun ihre "Disease-Management-Programme" (DMP)
entwickeln und dem Bundesversicherungsamt zur Prüfung vorlegen.
Die Programme sollen bewirken, dass chronisch kranke Menschen wie Diabetiker besser
versorgt werden. "Wesentliche Eckpfeiler einer guten Versorgung sind in der
Rechtsverordnung nicht klar festgeschrieben". sagt Dr. Klaus Fehrmann,
Bundesvorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB). Deshalb wird der DDB
die Programme der Krankenkassen intensiv prüfen. "Erst danach sollten Sie
entscheiden, ob Sie sich bei Ihrer Krankenkasse für ein DMP eintragen", rät
der Bundesvorsitzende den mindestens 6 Millionen deutschen Diabetikern.
Grundsätzlich ist der DDB davon überzeugt, dass durch Disease-Management-Programme,
die nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und an den Bedürfnissen
der Betroffenen ausgerichtet sind, die dringend notwendige Verbesserung der Versorgung
erreicht werden kann.
Nach Ansicht des DDB ist dies jedoch nach der jetzt verabschiedeten Rechtsverordnung
des Bundesgesundheitsministeriums keinesfalls gewährleistet. Klaus Fehrmann:
"Nach der Rechtsverordnung befürchten wir eine Verschlechterung der
Versorgung - das bedeutet mehr Amputationen, mehr Herzinfarkte und andere
Folgekrankheiten."
Der DDB fordert von den verantwortlichen Institutionen
- eine verbesserte Basisversorgung -
durch Einrichtung von Schulungszentren/-vereinigungen, regionale Zusammenarbeit
mehrer Hausärzte in enger Zusammenarbeit mit einer Schwerpunktpraxis oder
Facheinrichtung.
- eine Erprobung regional unterschiedlicher
Disease-Management-Programme als Pilot-Projekte. Die Daten sollten dann ausgewertet und
die Programme in zwei oder drei Jahren auf der Basis der gesammelten Erfahrungen
bundesweit und einheitlich eingeführt werden.
Klaus Fehrmann: "Dem Trend wirkungsvoll
entgegentreten kann jedoch nur ein starker Interessenverband. Wir können nur hoffen,
dass uns in unseren Bemühungen noch viele Betroffene durch eine Mitgliedschaft im DDB
den Rücken stärken."
Deutscher Diabetiker Bund - Presse-Information.
07.08.2002
Archiv 2002
- Nachrichten zur Gesundheitspolitik
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