Prinzipien der Health On the Net Foundation.

|
| |
Hartmannbund startet bundesweite Anzeigen- und Plakataktion gegen
Disease-Management-Programme
Weil insbesondere 'die Individualität des
Erkrankten und das ganz spezifische hochsensible Vertrauensverhältnis zwischen Patient
und Arzt nicht respektiert werden und der Datenschutz weiter ausgehöhlt wird',
startet der Hartmannbund eine bundesweite Anzeigen-Kampagne, gekoppelt mit Handzettel-
und Plakat-Aktionen, gegen die seit wenigen Wochen vorgelegten
Disease-Management-Programme (DMP).
'Wir sind keineswegs gegen Chroniker-Programme, insbesondere dann, wenn sie der
nachweisbaren Verbesserung der Versorgung der Patienten dienen', betont
Dr. med. Hans-Jürgen Thomas, Vorsitzender des Hartmannbundes, allerdings
stellten die jetzt per Rechtsverordnung eingeführten Programme für die Therapiefelder
Diabetes und Mamma-Karzinom 'keinesfalls eine Verbesserung, sondern eher eine
Verschlechterung' dar. Hier sei einmal mehr - 'gewissermaßen aus der Hüfte
geschossen' - ein Mechanismus in Gang gesetzt worden, der letztlich nur dem
Risikostrukturausgleich unter den Krankenkassen zugute komme.
Neben den schon erwähnten Eingriffen in das Vertrauensverhältnis zwischen Patient
und Arzt und in den Datenschutz wird in der Anzeige deutlich gemacht, dass es nicht
akzeptabel sei, dass der Arzt die Leitlinien der Programme nicht lediglich als
Empfehlung betrachten kann, von denen er in Übereinstimmung mit den Patienten
jederzeit abweichen kann und dass die mit den DMP einhergehende überbordende
zeitaufwendige Bürokratie eindeutig zu Lasten der Zeit geht, die für das Gespräch
mit den Patienten und die ärztliche Zuwendung dringend notwendig ist.
Der Hartmannbund-Vorsitzende wiederholte seinen Appell an alle niedergelassenen
Kolleginnen und Kollegen, die Disease-Management-Programme in der vorgelegten
Form nicht anzuwenden und von den vom Hartmannbund zur Verfügung gestellten
Handzetteln regen Gebrauch zu machen, auf dem der Arzt mit Stempel und Unterschrift
seinen Patienten versichert, sie in den Therapiefeldern Diabetes und
Mamma-Karzinom auf der Grundlage der neuesten Behandlungsstandards zu versorgen
und dass der Behandlungsstandard in seiner Praxis mindestens dem der jetzt in
Kraft gesetzten DMPs entspricht.
Er sei sich bewusst, so Dr. Thomas, dass der Hartmannbund mit dieser Aktion
zum zivilen Ungehorsam aufrufe, 'aber das Wohl der uns anvertrauten Patienten
erfordert diese Maßnahme!'
Hartmannbund - Köln, 25. Juli 2002
25.07.2002
Archiv 2002
- Nachrichten zur Gesundheitspolitik
|
|