Prinzipien der Health On the Net Foundation.

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Disease Management: Versicherte erwarten mehr Qualität, mehr Beratung, mehr Information
Die Versicherten haben ein großes Interesse
an neuen Versorgungsformen wie den Disease Management-Programmen, und ein Großteil
würde auch an den neuen Programmen teilnehmen. Dabei versprechen sich die Versicherten
vor allem eine Verbesserung der Qualität der medizinischen Versorgung.
Dies ergab eine von den Ersatzkassenverbänden VdAK/AEV im Herbst 2001 durchgeführte
Befragung von 12.000 Ersatzkassenversicherten, deren Ergebnisse jetzt im Endbericht
vorliegen. Ziel war es, mehr über die Wünsche und Erwartungen der Versicherten in
puncto Gesundheitsversorgung, insbesondere in Bezug auf die neuen Formen der
Versorgung wie Disease Management-Programme zu erfahren.
Drei Viertel der Befragten (74,3 %) halten Disease Management-Programme für
wichtig, und insbesondere chronisch kranke Versicherten haben ein Interesse daran,
an den Programmen teilzunehmen (Brustkrebs-Patientinnen: 55,6 %;
Diabetes-Erkrankte: 78,6 %). 96,3 % der Befragten möchten nach den
neuesten wissenschaftlichen Standards behandelt werden, 95,4 % wünschen sich,
dass in kritischen Fragen eine Zweitmeinung eingeholt wird, und 95,7 % meinen,
dass sich die Ärzte zur Fortbildung verpflichten sollten. Auch die Überprüfung der
Qualität durch eine unabhängige Institution wird gewünscht (83,9 %).
Die jetzige Versorgungssituation bzw. -qualität wird von den Versicherten dagegen
durchaus kritisch bewertet. Dabei spielt der Faktor Zeit eine besondere Rolle.
41 % der Versicherten sind der Meinung, der Arzt nehme sich zu wenig Zeit
für die Behandlung, und 46 % monierten, sie müssten zu lange auf einen
Arzttermin warten. Immerhin gut ein Drittel der Befragten waren der Auffassung,
dass ihnen zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde (32 %), die Behandlung
nicht gründlich genug war (30 %) und die Ergebnisse der Behandlung nicht
zufriedenstellend waren (30 %).
Von den Krankenkassen wünschen sich die Versicherten eine aktivere Rolle insbesondere
in den Punkten Information und Beratung in allen Fragen der Gesundheitsversorgung.
Dazu gehören z. B. Informationen über die Leistungsanbieter, Therapieempfehlungen
oder Medikamentenberatung.
Dr. Werner Gerdelmann, Mitglied des Vorstandes der Ersatzkassenverbände VdAK/AEV,
erklärte, "die Ergebnisse der Versichertenbefragung bestätigen, dass wir mit
den Disease Management-Programmen auf dem richtigen Weg sind". Die Qualität der
Versorgung müsse verbessert werden, das sei die zentrale Herausforderung. Erfreulich
sei, dass die Krankenkassen von ihren Versicherten längst nicht mehr nur als
Financier wahrgenommen würden, sondern als Quelle von Information und Beratung. Dies
beweise einmal mehr, dass es seitens des Gesetzgebers richtig gewesen sei, den
Krankenkassen eine aktive Rolle in den Disease Management-Programmen
zuzusprechen.
VdAK/AEV-Versichertenreport
Siegburg, 04. Juli 2002
04.07.2002
Archiv 2002
- Nachrichten zur Gesundheitspolitik
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