Prinzipien der Health On the Net Foundation.

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Fiedler: Disease Management ist Lebensqualität und darf politisch nicht zerredet werden
(Wuppertal, den 16. Juni 2002) Die BARMER
begrüßt nachdrücklich den einvernehmlichen Beschluss des Koordinierungsausschusses,
die wichtige Indikation Brustkrebs in das laufende Verfahren zur Verabschiedung
einer Rechtsverordnung zu integrieren. Damit ist das Eis ist gebrochen. Mit dem
grünen Licht der Spitzenorganisationen und der Fachgesellschaften können die ersten
Disease-Management-Programme für Diabetes und Brustkrebs zeitgerecht am 1. Juli
auf den Weg gebracht werden.
"Die BARMER unterstützt die Bestrebungen der Bundesgesundheitsministerin,
Ulla Schmidt, zur zügigen Einführung von Disease-Management-Programmen mit allem
Nachdruck", so ihr Vorstandsvorsitzender Dr. Eckart Fiedler, "weil wir
in den DMP die historische Chance sehen, im partnerschaftlichen Miteinander aller
Beteiligten im Gesundheitswesen eine Qualitätsoffensive für die bessere Versorgung
chronisch Kranker zu starten und den Wettbewerb im Gesundheitswesen neu
auszurichten".
Kleinliche Kompetenzstreitigkeiten dürften angesichts der Chancen für mehr
Lebensqualität und einer höheren Lebenserwartung bei den betroffenen Patienten
nicht Platz greifen, erklärte Fiedler weiter und erinnert an die DMP-Erfolge in
England und der Schweiz, wo es gelang, die Brustkrebssterblichkeit um 30 Prozent
zu senken bzw. die Diabetes bedingten Fußamputationen um 87 Prozent zu reduzieren.
"Schlagworte wie Kassendiktat und Kochbuchmedizin haben angesichts solcher
Perspektiven für den Patienten keinen Platz", so Fiedler weiter, der für die
BARMER auch sein Plädoyer erneuerte, den Datenfluss zwischen Kassen und
Leistungserbringern auf das zur Steuerung Notwendigste zu beschränken.
Die BARMER sei bereit, im Sinne der Patienten in die Zukunft zu investieren, um dieses
"Projekt Lebensqualität" mit auf den Weg zu bringen. Dies sei möglich,
weil mit der Einführung von Disease-Management-Programmen eine Änderung der
finanziellen Rahmenbedingungen einhergehe. Eine angemessene Berücksichtigung der
Aufwendungen für DMP im Risikostrukturausgleich - so Fiedler - korrigiere
den Webfehler des im Prinzip richtigen Finanzausgleiches unter den Kassen, nämlich
gleich hohe Gutschriften für Gesunde wie Kranke zu verteilen. Dies gehe eindeutig
zu Lasten einer qualitativ guten Versorgung für chronisch Kranke. Ihren Ursprung hat
diese Fehlsteuerung im Gesundheitsstrukturgesetz vom Herbst 1992. Deshalb appelliert
Fiedler an die Union und Horst Seehofer, Disease-Management-Programme, und damit die
Korrektur der Fehlsteuerungen im Risikostrukturausgleich, über Parteigrenzen hinweg
zu stützen. Denn schließlich gehe es hier um das Bemühen, die Qualität der
medizinischen Versorgung zu einem für alle Beteiligten lohnenden Wettbewerbsziel
zu machen.
16.06.2002
Archiv 2002
- Nachrichten zur Gesundheitspolitik
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