Prinzipien der Health On the Net Foundation.

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DMP ja - aber nicht um jeden Preis
Königswinter, 21. März 2002 - "DMP um
jeden Preis wird es mit uns nicht geben", erklärte heute Dr. Leonhard
Hansen, Zweiter Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV),
am Rande des KBV-Symposiums "Datentransparenz im Gesundheitswesen" in
Königswinter. Noch bis morgen diskutieren Experten aus dem Gesundheitswesen über
die Frage, wie viele und welche Patientendaten erhoben werden müssen. Rede und
Antwort stehen unter anderem Joachim Jacob, Bundesbeauftragter für den Datenschutz,
Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der Ersatzkassenverbände und Edwin
Smigielski, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Gesundheit.
Grundsätzlich stehe die KBV zur bundesweiten Einführung von DMP
(Disease-Management-Programmen) nach einheitlichen, qualitätsorientierten
medizinischen Standards. "Dafür haben wir uns in allen Verhandlungen stark
gemacht und dafür stehen wir uneingeschränkt ein", erklärte Hansen. Die
Kassenärztlichen Vereinigungen betrachteten es als ihre Aufgabe, für DMP das
Qualitätsmanagement mit zu übernehmen.
"Wir haben hier eine Qualitätsoffensive für die Patienten begonnen",
führte er aus. "Ihnen gegenüber sind wir in der Pflicht." Leonhard
Hansen: "Wir müssen sie deshalb auch davor schützen, bei den Krankenkassen
zu 'gläsernen Menschen' zu mutieren." Gehe es nach dem Willen der Kassen,
so habe der Versicherte keinen Einfluss darauf, welche Daten von ihm erhoben
werden, sobald er einmal eine Teilnahme-Erklärung für DMP unterzeichnet habe.
"Wir lehnen deshalb die Lieferung sensibler arzt- und versichertenbezogener
Daten an die Krankenkassen ab", sagte Hansen. In diesem Punkt lasse sich die
KBV auf keine Kompromisse ein.
"DMP lassen sich uneingeschränkt durchführen, ohne dass die Versicherten auf ihre
informationelle Selbstbestimmung verzichten müssen." Die Vorstellungen der
Krankenkassen, mithilfe gelieferter sensibler Daten direkt in das Behandlungsgeschehen
einzugreifen, seien mit der Ärzteschaft nicht zu machen.
Weiterhin forderte der Zweite KBV-Vorsitzende, dass die Ärzte im Falle der Umsetzung
von DMP nicht das finanzielle Risiko tragen dürften. "Die Wahrnehmung besonderer
Managementaufgaben und eine intensivere medizinische Betreuung der Versicherten
schlagen sich auch in höheren Kosten nieder."
Pressemitteilung: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV).
21.03.2002
Archiv 2002
- Nachrichten zur Gesundheitspolitik
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