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10 Tipps für heiße Tage mit Diabetes

Diabetes-Tipps Endlich Sommer! Der Biergarten ruft, das Freibad lockt und lange Schlangen an den Eiscafés. Wenn aus dem tristen grauen Himmel endlich ein strahlend blauer geworden ist, hellt sich die Stimmung bei Jung und Alt auf. Doch was, wenn die Temperaturen auf über 30 °C steigen, kein Lüftchen weht und auch die Nächte kaum Abkühlung bringen? Hält dieser Zustand über mehrere Tage an, sprechen Klimaforscher von einer Hitzewelle. Vermutlich in Folge der globalen Erwärmung treten Hitzeepisoden auch in Deutschland immer häufiger auf. Für gesunde Erwachsene, die ausreichend Flüssigkeit und Mineralstoffe zu sich nehmen, sind sie unproblematisch. Kinder, Senioren, übergewichtige Menschen und Diabetiker sollten während einer Hitzewelle jedoch ganz besonders auf sich achten.

Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise zu den Diabetes-Tipps.

Was ist für Diabetiker im Hochsommer wichtig?

Zur Vermeidung von Unterzuckerungen und anderen Schwierigkeiten, die Stoffwechsel und Herz des Diabetikers belasten, haben wir zehn Tipps zusammengestellt.

1. Trinken

Drei, vier Tage ohne Essen können wir relativ gut überleben. Drei, vier Tage ohne Trinken - das geht nicht. Und auf das natürliche Dürstgefühl ist - anders als beim Hunger, der sich vorbeugend meldet - kein Verlass. Deshalb gilt für alle: bei Hitze ganz bewusst viel trinken. Die Gefahr der Austrocknung (Dehydratation) ist bei schlecht eingestelltem Diabetes besonders groß. Denn zum Wasserverlust durchs Schwitzen kommt hier eine erhöhte Ausscheidung von Flüssigkeit über die Nieren hinzu.

2. Mineralstoffe und Spurenelemente

Durch das Schwitzen verliert der Körper neben Wasser auch wichtige Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Natrium und Kalium. Die meisten Salze lassen sich durch hochwertige Mineralwässer und mineralstoffreiche Lebensmittel gut ersetzen. Sogenannte isotonische Getränke sind zum Ersatz von Elektrolyten für Sportler und Gesunde geeignet, für Menschen mit Diabetes wegen des oft hohen Zuckergehalts jedoch nicht empfehlenswert. Es sei denn, sie haben keinen Appetit und essen wenig (s. Punkt 3). Ansonsten gibt es Elektrolyt-Präparate in jeder gut sortierten Apotheke.

3. Essen

Jenseits der 30 oder gar 35 Grad schwindet der Hunger. Das kann für Diabetiker mit gewissen blutzuckersenkenden Tabletten oder einer Therapie mit Mischinsulinen gefährlich werden. Eine Unterzuckerung (s. Punkt 4) droht, wenn sie ihren Ernährungsplan nicht einhalten. Trotzdem muss niemand in der Mittagshitze dampfenden Reis oder heiße Suppen essen. Die erforderlichen Kohlenhydrate können auch in Form von Pellkartoffeln mit Quark oder einer Fruchtkaltschale auf den Tisch kommen. Für Abkühlung und Genuss zwischendurch sorgen frische Salate oder ein Stück gut gekühlte Wassermelone.

4. Unterzuckerungen

Nicht nur bei insulinpflichtigen Diabetikern kann der Blutzuckerspiegel sinken, auch verschiedene Tabletten können zu Hypoglykämien führen. Eines der häufigsten Symptome von Unterzuckerungen wird bei hochsommerlichen Temperaturen oft nicht wahrgenommen: Das Schwitzen. Bei Hitze deshalb häufiger den Blutzucker messen.

5. Der herzkranke Diabetiker

Für herzkranke Menschen mit und ohne Diabetes kann es bei Hitze sinnvoll sein, Blutdruckmedikamente anders zu dosieren. Die genaue Dosisanpassung für z. B. Betablocker und Diuretika sprechen Patienten am besten mit ihrem behandelnden Arzt ab, rät die Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" in Bad Oeynhausen. Wer unter einer Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) leidet, sollte auch über die empfohlene tägliche Trinkmenge mit seinem Arzt sprechen, rät der Kardiologe Dr. med. Rolf Dörr, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung und Gesellschafter der PRAXISKLINIK HERZ UND GEFÄSSE in Dresden.

6. Siesta

Rentner, Urlauber und alle, die es sich sonst noch leisten können, sollten im Sommer von den Südländern neben der gesunden Küche auch die Siesta übernehmen. Große Hitze ist belastend. Oft kann sich der Körper auch nachts nicht ausreichend erholen. Dann hilft eine ausgiebige Ruhezeit am Nachmittag, wie sie in Mittelmeerländern üblich ist. So eine Siesta hebt die Stimmung und beugt Depressionen vor für die Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko haben.

7. Abkühlung

Wenn die Außentemperatur der des Körpers nahe kommt, schiebt der Kreislauf Sonderschichten. Diese extreme Belastung bringt ihn ins Schwitzen. Eine kalte Dusche ist jetzt keine gute Idee. Anschließend wird einem noch wärmer, weil sich die Poren der Haut zusammengezogen haben. Die Innenseite der Handgelenke unter kaltes oder kühles Wasser halten, erfrischt gut. Noch besser kühlt ein kaltes Unterarmbad oder ein feuchtes Geschirr- bzw. Handtuch in den Nacken gelegt. Kalte Fußbäder sind bei diabetischem Fußsyndrom nur nach Rücksprache mit dem Arzt zu empfehlen. Ein Kälteschock wie beim sprichwörtlichen Sprung ins kalte Wasser kann für Diabetiker mit koronarer Herzkrankheit lebensgefährlich werden, da sich ihre ohnehin verengten Herzkranzgefäße durch den plötzlichen Kältereiz noch einmal krampfartig verengen.

8. Bewegung

Obwohl Hitze das Herz-Kreislauf-System schwächt, ist Bewegung gerade für Diabetiker auch im Sommer wichtig. Sportliche Aktivitäten - dazu zählen auch Garten- und Hausarbeit - sollten allerdings auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden. Der beliebteste Sport im Sommer ist wohl Schwimmen. Doch auch bei Hitze lassen sich Diabetiker mit Nervenschädigungen besser nicht dazu verleiten, mal eben barfuß über den Rasen zu laufen. Die Gefahr von unbemerkten Verletzungen durch Äste, Scherben und andere Gegenstände wäre zu groß. Außerdem lauert im Schwimmbad Fußpilz. Menschen mit Diabetes sind dafür besonders anfällig.

9. Hygiene

Hack, Geflügel, Eis, Salate mit Mayonnaise, Fisch, Eier, eisgekühlte Getränke: Darin enthaltene Bakterien, vermehren sich bei hohen Temperaturen besonders schnell und können zu belastenden Magen-Darm-Infekten führen. Oft sind Entgleisungen des Stoffwechsels die Folge. Zu ihrer Vermeidung auf sorgfältige Hygiene bei der Nahrungsmittelzubereitung achten und zubereitete Speisen direkt verzehren. Kalte Getränke wirken zunächst erfrischend. Bei empfindlichem Magen kann der Kältereiz die Bildung von Magensäure reduzieren, die unter anderem Bakterien abwehrt. Das Risiko für bakterienbedingte Durchfälle lässt sich durch den langsamen und sparsamen Genuss eiskalter Getränke minimieren.

10. Medikamente

Die meisten Medikamente sind kühl und trocken, oft unter 25 Grad zu lagern. Hinweise stehen auf der Verpackung. Badezimmer und Küche sind grundsätzlich ungeeignete Lagerorte, da hier Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit beim Duschen und Kochen viel zu hoch sind. Besser eignen sich meist Schlafzimmer oder Speisekammer. Insulin, das nicht im Gebrauch ist, gehört in den Kühlschrank. Nur wenn es sehr heiß wird, kann auch der aktuell genutzte Insulinpen dort liegen. Er sollte aber rechtzeitig vor der Anwendung wieder herausgeholt werden. Pumpenträger mit sehr geringem Insulinbedarf können die letzten Einheiten beim Kartuschenwechsel verwerfen oder das Reservoir nicht vollständig befüllen.

Autor: hu; zuletzt bearbeitet: 20.07.2010, zuletzt aktualisiert: 24.06.2016 nach oben

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