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Nachwuchs-Förderung der Deutschen Diabetes Gesellschaft

Abstract zum Vortrag von Professor Dr. rer. nat. Annette Schürmann, Kongresspräsidentin Diabetes Kongress 2017, Vorstandsmitglied der Deutschen Diabetes Gesellschaft  (DDG), Sprecherin des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung e.V. (DZD) und Leiterin der Abteilung Experimentelle Diabetologie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), im Rahmen der Pressekonferenz zur 52. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) am 26. Mai 2017 in Hamburg.

Wie Mentoren begabte Studenten an die Diabetologie heranführen

Professor Dr. rer. nat. Annette Schürmann Aufgrund der Ökonomisierung in der Medizin sind leider Abteilungen mit den Schwerpunkten Endokrinologie und Diabetes an Krankenhäusern geschlossen worden, die Zahl klinischer Lehrstühle in der Diabetologie wurde reduziert und das obwohl jedes Jahr circa 300.000 Neuerkrankte dazukommen. Als Folge dieser Einschnitte ist nicht nur die Versorgung der an Diabetes erkrankten Patienten gefährdet, sondern auch die Ausbildung und Rekrutierung des ärztlichen und wissenschaftlichen Nachwuchses.

Das Mentoring-Programm der DDG

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat auf diese Situation unter anderem damit reagiert, dass sie seit nunmehr zehn Jahren für die DDG-Frühjahrs- und Herbstkongresse Reisestipendien an junge Menschen aus Medizin und Naturwissenschaften vergibt. Die Finanzierung der Reisekosten und Kongressgebühren ermöglicht es den Stipendiaten, sich zu den diversen Bereichen der Diabetologie, zu Themen aus der Grundlagenforschung, klinischen Studien, Sekundärkomplikationen, Versorgungsforschung und anderen fortzubilden. Seit einigen Jahren verknüpfen wir die Stipendien mit einem Mentoring-Programm und sind damit in regem Austausch mit den 150 (Frühjahr) beziehungsweise 50 (Herbst) Studenten, Doktoranden und Assistenzärzten. Als Mentoren nehmen sich bei jedem Kongress etwa acht Professoren, Ärzte aus Schwerpunktpraxen ebenso wie Kollegen aus der Industrie Zeit, um den Stipendiaten einen Überblick über den aktuellen Kenntnisstand der Diabetes-Erkrankungen und die verschiedenen Karrieremöglichkeiten zu geben, aber auch Tipps für das gute Schreiben von Abstracts und Publikationen.

Während des gesamten Diabetes Kongresses steht den Stipendiaten ein eigener Raum, die Tomorrow Lounge zur Verfügung, in dem die Treffen mit den Mentoren, ein gemeinsames Mittagessen mit Diskussionen stattfinden und das Abschluss-Symposium vorbereitet werden kann, das am letzten Kongresstag stattfindet. In diesem Abschluss-Symposium tauschen sich die Stipendiaten darüber aus, was sie auf dem Kongress gelernt haben, stellen Verständnisfragen an die Mentoren und diskutieren diverse Aspekte der Diabetologie. Eine Gruppe von Stipendiaten findet sich bereits zu Beginn der Tagung zusammen, um in der Erstellung von Blogs unterwiesen zu werden und während der folgenden Tage Kurznachrichten über den Kongress zu posten.

Was mich besonders freut, ist die Tatsache, dass einer unserer treuen Stipendiaten, Herr Jonas Kortemeier, in diesem Jahr selbst einen Programmpunkt zum Thema "Weiterbildung und Karriere in der patientenzentrierten Diabetologie" vorbereitet hat. Dieses Beispiel und auch die Tatsache, dass sich Stipendiaten wieder bewerben und im Laufe des Jahres mit konkreten Fragen Kontakt zu uns aufnehmen, macht deutlich, dass unsere Hilfsangebote angenommen werden.

Der Diabetes Kongress bietet den Stipendiaten also eine ideale Plattform, mehr über das vielfältige Fachgebiet zu erfahren und sich mit Kommilitonen und Kollegen zu vernetzen. Die DDG hofft auf diese Weise dazu beizutragen, junge Kollegen für die Diabetologie zu begeistern und angehende Diabetologen zu fördern.

Nachwuchsgewinnung und -förderung als eines von zehn strategischen Handlungsfeldern der DIABETOLOGIE 2025

Im Rahmen des Strategiepapiers DIABETOLOGIE 2025 setzt sich die DDG zusammen mit einigen Bundesverbänden und Patientenorganisationen dafür ein, dass die Diabetologie im Medizinstudium standardmäßig verankert und im Lernzielkatalog des Studiums besser abgebildet wird. Weiteres Ziel ist es, die Zahl der Lehrstühle für Diabetologie und Stoffwechsel in der Inneren Medizin und Allgemeinmedizin zu erhöhen und die Diabetologie als selbstständige Einheit in großen Versorgungskrankenhäusern zu erhalten. Um die Karrierewege in der Diabetologie attraktiv zu machen, muss die ärztliche Qualifikation, zum Beispiel als Facharzt für Diabetologie, etabliert und anerkannt werden.

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Bildunterschrift: Professor Dr. rer. nat. Annette Schürmann
Bildquelle: Diabetes-Portal DiabSite

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zuletzt bearbeitet: 24.06.2017 nach oben

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