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Weltherztag am 29. September 2014

Diabetiker besonders gefährdet

diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe rät zu regelmäßiger Herz-Kreislauf-Kontrolle

Noch immer sterben mehr als drei Viertel aller Menschen mit Diabetes an akuten Gefäßverschlüssen, vor allem am Herzinfarkt. Denn Diabetes mellitus kann auch das Herz und die Blutgefäße in Mitleidenschaft ziehen. So erkranken Diabetiker sehr viel häufiger an einer Arteriosklerose als Gesunde. Damit steigt auch ihr Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Viele von ihnen wissen dies jedoch nicht. Außerdem werden Herzerkrankungen bei Diabetikern häufig zu spät diagnostiziert. Darauf macht diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des Weltherztags am 29. September 2014 aufmerksam und rät allen Betroffenen, regelmäßig beim Arzt ihr Herz-Kreislauf-System kontrollieren zu lassen.

"Ein hoher Anteil der Bevölkerung über 55 Jahre ist vom Typ-2-Diabetes oder seinen Vorstufen betroffen, aber nicht diagnostiziert", sagt Professor Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim in Bad Mergentheim. Umgekehrt seien Störungen des Glukosestoffwechsels bei über der Hälfte aller Herzkranken die Regel.

Erkrankungen der Blutgefäße haben zur Folge, dass das Blut schlechter durch die Gefäße fließt und die Organe nicht mehr optimal mit Sauerstoff versorgt. Sind die Herzkranzgefäße betroffen, spricht man von der "koronaren Herzkrankheit". Als Folge davon kann ein Herzinfarkt auftreten. Bei einer Durchblutungsstörung und schließlich einem Gefäßverschluss der Halsschlagader kann es zu einem Schlaganfall kommen. Ebenfalls kann die "periphere arterielle Verschlusskrankheit" (PAVK) Spätfolge eines Diabetes sein. Dabei schränken Verengungen in den Beinarterien die Durchblutung ein. Weil die Patienten beim Gehen Schmerzen haben und häufig stehen bleiben, wird die PAVK auch "Schaufensterkrankheit" genannt.

"Um eine Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems von vornherein zu vermeiden, müssen bei Diabetikern Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte möglichst gut eingestellt werden", betont Professor Haak. Als Zielwert für den Blutdruck gilt 140/90 mmHg. Der sogenannte HbA1c-Wert sollte im allgemeinen bei unter 6,5 Prozent liegen; Diabetologen gehen heute aber immer mehr dazu über, unter Berücksichtigung des Alters, der Lebensumstände und sonstigen patientenrelevanten Aspekten mit ihren Patienten individuelle Zielwerte zu vereinbaren. Der HbA1c-Wert spiegelt den mittleren Plasmaglukosespiegel der vergangenen zwei bis drei Monate wieder. Der Gesamtcholesterinwert sollte weniger als 200 mg/dl und das LDL-Cholesterin sollte unter 100 mg/dl betragen.

Menschen mit Diabetes mellitus sollten ein- bis zweimal im Jahr beim Arzt ihre Blutfettwerte (LDL- und HDL-Cholesterine sowie Triglyzeride) bestimmen und ihre Gefäße untersuchen zu lassen. Indem der Arzt den Puls an Beinen und Hals tastet und mit dem Stethoskop abhört, kann er ermessen, ob eventuell eine Arteriosklerose vorliegt. Ein genaueres Bild erhält er mit einer Ultraschall-Doppleruntersuchung der Beinarterien und einem Elektrokardiogramm (EKG). Diabetiker sollten bei ihren Kontrolluntersuchungen mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob bei ihnen gegebenenfalls auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens und ein Besuch beim Herzspezialisten notwendig ist.

Mehr Informationen unter: Gesundheitsbericht 2014, S. 61 ff.

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zuletzt bearbeitet: 25.09.2014 nach oben

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