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Weltdiabetestag: Den Blutzucker im Griff

Pressemitteilung: diabetesDE

Ist Sport die beste Medizin?

diabetesDE-Experte im Chat am 14. November 2011

Etwa zwei Millionen Menschen mit Diabetes Typ 1 und 2 spritzen in Deutschland Insulin. Von sieben Millionen Typ-2-Diabetikern nutzen zudem etwa die Hälfte Medikamente, um ihren Blutzucker zu senken. Weniger Insulin und Tabletten würden diese Menschen benötigen, wenn sie sich häufiger bewegen würden. Denn Sport befördert den Zucker aus dem Blut fast wie von selbst in die Körperzellen.

Wie viel Medikamente Betroffene einsparen und welches Maß an Bewegung die Therapie von Menschen mit Diabetes unterstützt, erklärt Dr. med. Wolf-Rüdiger Klare am Weltdiabetestag, dem 14. November 2011 im diabetesDE-Experten-Chat auf www.diabetesde.org. Er ist Leiter und Chefarzt des Diabeteszentrums Hegau-Bodensee. Fragen können ab sofort gestellt werden.

Sobald Muskeln arbeiten, steigt der Energiebedarf um ein acht- bis zehnfaches an. Während im Ruhezustand freie Fettsäuren den Energiebedarf decken, verbrennt der Körper bei sportlicher Aktivität zunächst Zucker- und Stärkedepots in den Zellen. Bereits nach einigen Minuten Muskelarbeit verbraucht der Körper gleichzeitig auch Zucker aus dem Blut. Ein Glukosetransporter bringt den Zucker dabei vom Blut in die Muskelzelle – er übernimmt somit die Aufgabe des Insulins. Der Blutzuckerspiegel sinkt.

Regelmäßige Bewegung ist daher vor allem für Menschen mit Typ-2-Diabetes wichtig. Sie verbessert den Blutzucker in einigen Fällen sogar so stark, dass Betroffene ohne jegliche Medikamente auskommen. Sportliche Aktivität wirkt dem Diabetes Typ 2 aber auch vorsorglich entgegen. Schon eine halbe Stunde strammer Spaziergang senkt nachweislich den Blutzuckerspiegel. Je nachdem wie stark die Glukosespeicher durch den Sport entleert wurden, nimmt die Muskulatur noch bis zu zwei Tage Zucker aus dem Blut auf. Für Menschen mit Diabetes Typ 2 gilt Sport daher als geeignete Therapie.

Andere Regeln gelten für Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen. Das betrifft alle Typ1-Diabetiker und etwa 1,5 Millionen Typ-2-Diabetiker. Zwar verbessert Sport auch bei Ihnen das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen und den mittleren Blutzuckerwert (HbA1c). Allerdings sollten sie ihren Körper und dessen Blutzuckerverlauf genau kennen, damit sie nicht zu viel und nicht zu wenig spritzen. Sonst drohen Unterzuckerungen oder aber bei zuviel Insulin Überzuckerung oder sportinduzierte Ketoazidosen - eine Übersäuerung des Körpers mit Ketonkörpern.

Sport und Spiel sind jedoch für alle Menschen ein Stück Lebensqualität – insbesondere für Kinder und Jugendliche. Wie sie den Blutzucker auch beim Sport im Gleichgewicht halten und wie viel Bewegung und welche Sportarten dem Typ-2-Diabetes entgegen wirken, erklärt Dr. Klare am Weltdiabetestag im Experten-Chat auf www.diabetesde.org zwischen 17 und 19 Uhr.

Bei der zentralen Veranstaltung zum Weltdiabetestag in Berlin am 13. November 2011 haben Betroffene, Interessierte und Angehörige zudem die Möglichkeit, direkt mit den diabetesDE-Experten zu sprechen. Die Experten-Sprechstunde startet um 11 Uhr am diabetesDE-Stand im ICC Berlin.

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zuletzt bearbeitet: 09.11.2011 nach oben

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