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Keine Teststreifen mehr für Diabetiker ohne Insulintherapie

Pressemitteilung: Diabetes-Portal DiabSite

G-BA schränkt Verordnungsfähigkeit von Harn- und Blutzuckerteststreifen ein

Diabetiker ohne Insulintherapie werden ihre Blutzucker- und Harnteststreifen in Zukunft wohl zumeist aus eigener Tasche bezahlen müssen. Das entschied der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am Donnerstag, 17.03.2011, in Berlin. Nach Prüfung durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) könnte dieser Beschluss im 3. Quartal 2011 in Kraft treten.

Trotz Diabetiker-Demonstrationen und Stellungnahmen von Ärzten sieht der G-BA generell keinen Zusatznutzen in der Verordnung von Teststreifen für nicht-insulinpflichtige Typ-2-Diabetiker. Es gäbe "überhaupt keine Begründung dafür", dass sich ein gut eingestellter Diabetiker den Blutzucker selbst messe, betont Dr. Rainer Hess, Vorsitzender des G-BA. Im Interview mit DiabSite versichert er, dass der G-BA eine sehr "moderate Entscheidung" getroffen habe, die letztlich nur das zurücknehme, was der Markt durch das Verschenken von Geräten ausgelöst habe.

Anders als zunächst vorgesehen, sieht der G-BA jedoch Ausnahmen von der Regelung vor. Bei instabiler Stoffwechellage, Neueinstellung eines Diabetikers, Umstellung auf andere Tabletten und bei Erkrankungen, die den Stoffwechsel beeinflussen können, sollen auch bei Typ-2-Diabetes ohne Insulintherapie Teststreifen weiterhin zu Lasten der Gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden können.

Was jedoch eine "instabile Stoffwechsellage" ausmacht und wer z. B. für die Teststreifen von betroffenen Diabetikern aufkommt, die an Maschinen arbeiten, bleibt vorerst unklar.

Autor: hu; zuletzt bearbeitet: 23.03.2011 nach oben

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