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Sommerzeit – fröhliche Eiszeit mit Diabetes?

Pressemitteilung: Diabetes-Portal DiabSite

Ein Eis in Ehren kann niemand verwehren

Eisbecher mit Erdbeeren Endlich ist er da - der Sommer. Die Schlangen an den Eisdielen wachsen. Auch Menschen mit Diabetes können sich einreihen. Zwar empfehlen Ernährungsexperten Diabetikern - wie übrigens allen Menschen - eine ausgewogene Mischkost mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen, doch ein gelegentlicher Eisgenuss ist heute kein Tabu mehr. Es muss für Diabetiker auch kein Diäteis sein. Dennoch macht es Sinn, den Eisgenuss mit den individuellen Therapiezielen in Einklang zu bringen und bei Bedarf das Diabetesteam zu Rate zu ziehen.

Jahrzehntelang hieß die Diagnose Diabetes: Essen nach strengen Regeln, Einhaltung des Diätplans und Verzicht auf "normalen" Haushaltzucker. Seit Mitte der 90iger Jahre heißt es: Zucker kann genauso gegessen werden wie andere Kohlenhydrate, er muss nur auf die im Rahmen der Ernährung festgelegten Kohlenhydrate angerechnet werden. Moderne Therapieformen ermöglichen Diabetikern seither immer mehr Freiheiten beim Essen.

Ob Eis am Stil, Softeis oder die verlockenden Angebote der Eisdielen - auch Menschen mit Diabetes dürfen sich heute schon mal verführen lassen. Allerdings müssen sie den Nährwertgehalt des Eisgenusses einschätzen können. Dann ist der Einbau in den Therapieplan gar nicht so schwer.

Insulinpflichtige Diabetiker können für die Kohlenhydrate im Eis Insulin spritzen. Eine kleine Eiskugel hat im Schnitt 1 bis 1,5 BE (Brot- oder Berechnungseinheiten). Aber Vorsicht, die Dosierlöffel sind nicht genormt! Eine große Kugel Eis kann schon mal 2 BE haben. Steckt diese noch in einer knusprigen Waffeltüte, kommen noch einmal rund 1 bis 2 BE dazu. Die vielfältigen Kreationen der Eisdielen - von Spaghettieis mit Sauce über den Eis-Becher mit Sahne und Krokant bis hin zum Eiskaffee oder zur Eisschokolade - sind oft nur schwer einzuschätzen. Doch die Ernährungsexperten in Praxen und Kliniken helfen gern.

Oft bleibt den Diabetikern nur, sich vorsichtig an die richtige Einschätzung heranzutasten und häufiger den Blutzuckerwert zu messen. Ist eine Korrektur der Insulindosis vorzunehmen, können sie beim nächsten Besuch in der Eisdiele schon auf eigene Erfahrungswerte zurückgreifen.

Wem das zu kompliziert ist, der greift zum Eis am Stiel. Es hat immer die gleiche Größe. Über den Gehalt an Kohlenhydraten informieren nützliche BE-Tabellen, z. B. auf dem Diabetes-Portal DiabSite, oder die Nährwertangaben auf der Verpackung. Dann lässt sich das Eis recht einfach mit Insulin "abdecken". Wann dies geschieht ist von der aktuellen Stoffwechsellage und der Eissorte abhängig. Denn Wassereis führt zu einem rascheren Blutzuckeranstieg als Milcheis.

Auch übergewichtige Diabetiker, die nur Tabletten nehmen oder sich an eine Diät halten, können hin und wieder mal ein kleines Eis essen. Sie sollten aber unbedingt mit dem Arzt darüber sprechen. Und wenn sie die Eisdiele dann noch per Pedes oder Rad aufsuchen, haben sie das wichtige Therapieziel "Gewichtsreduktion" im Auge behalten und dem gelegentlichen Eisgenuss steht nichts mehr im Wege.

Bildunterschrift: Eisbecher mit Erdbeeren.
Bildquelle: Design on Location.

Autor: sr ; zuletzt bearbeitet: 03.07.2009 nach oben

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