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ROSSO-Studie: Selbstmessung der Blutglukose empfohlen

Pressemitteilung: Diabetes-Portal DiabSite

Nutzen der Blutzucker-Selbstkontrolle für Typ-2-Diabetiker wissenschaftlich belegt

Prof. Stephan Martin im Gespräch mit DiabSite Die weltweit erste Studie zur Bedeutung der Selbstmessung der Blutglukose bei Typ-2-Diabetes ("Alterszucker") für die Langzeitprognose bestätigt: Durch die Blutzucker-Selbstkontrolle werden die Spätkomplikationen reduziert. Gleichzeitig steigen Lebenserwartung und Lebensqualität. Wissenschaftler empfehlen die regelmäßige Blutzuckerselbstbestimmung für alle Diabetiker.

Die Selbstmessung der Blutglukose hat die Diabetes-Therapie revolutioniert. Seit Diabetiker ihren Blutzuckerwert selbst bestimmen können, ist ihre Lebenserwartung gestiegen. Obwohl viele Diabetes-Experten schon lange eine regelmäßige Blutzuckerkontrolle für alle Menschen mit Diabetes empfehlen, weigern sich viele Krankenkassen noch immer, für Typ-2-Diabetiker, die nur mit einer Diät oder Tabletten behandelt werden, die Kosten für die Selbstmessung der Blutzuckerwerte zu übernehmen.

Prof. Stephan Martin im Gespräch mit DiabSite. Das Deutsche Diabetes-Zentrum und das Profil Institut für Stoffwechselforschung stellten erstmals am Montag auf dem Kongress der American Diabetes Association (ADA) in San Diego und gestern in Frankfurt am Main die Ergebnisse der sogenannten ROSSO-Studie (Retrolective Study "Self-Monitoring of Blood Glucose (SMBG) an Outcome in People with Type 2 Diabetes") vor. "Sie belegt überraschend eindeutig die Verbesserung von Lebenserwartung und -qualität für Menschen mit Typ-2-Diabetes durch die Selbstmessung der Blutzuckerwerte", betont Prof. Stephan Martin vom Deutschen Diabetes-Zentrum gegenüber dem Diabetes-Portal DiabSite.

Daran, dass für die Blutzucker-Selbstbestimmung jetzt die Abkürzung SMBG (Self-Monitoring of Blood Glucose, zu Deutsch: Selbstmessung der Blutglukose) eingeführt ist, werden sich Diabetes-Experten und Diabetiker vermutlich schnell gewöhnen. Denn mit SMBG wird eine diagnostische Maßnahme in das Diabetesmanagement integriert, die das Arzt-Patientenverhältnis verbessert. Wenn Diabetiker arztunabhängig ihre Therapie kontrollieren können, sind sie viel eher zur Änderung ungesunder Lebensweisen bereit.

Heute übernehmen die meisten gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Teststreifen zur Blutzuckerbestimmung nur bei insulinpflichtigen Diabetikern. Doch "wir haben die Ergebnisse der ROSSO-Studie bereits an Prof. Sawicki im Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) geschickt", versichert Prof. Martin. Hoffentlich verstehen Politik und Krankenkassen das Signal, das von dieser bedeutenden Studie ausgeht: Denn mit der Übernahme der relativ geringen Kosten für die Blutzucker-Selbstbestimmung heute, lassen sich vermutlich in einigen Jahren deutlich höhere Kosten für die Behandlung von Diabetikern mit Spätkomplikationen einsparen.

Bildunterschrift: Prof. Stephan Martin im Gespräch mit DiabSite-Redakteurin Helga Uphoff
Bildquelle: Diabetes-Portal DiabSite

Autor: hu; zuletzt bearbeitet: 17.06.2005 nach oben

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