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Kurzzeitfasten für die Betazellen?

Grundlagenforschung zur Regeneration von insulinproduzierenden Zellen bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes

Regelmäßige, kurze Hungerperioden wirken sich positiv aus auf Blutzuckerwerte, das Herzkreislaufsystem und das Körpergewicht. Ein Wissenschaftlerteam aus Kalifornien untersuchte den Einfluss einer wiederholten Kurzzeit-Diät bei gesunden Testpersonen. Im Februar veröffentlichten sie ihre Ergebnisse im Fachjournal 'Science Translational Medicine'. Nun legten sie noch eine Publikation im Journal 'Cell' nach und beschrieben positive Effekte der von ihnen entwickelten Diätnahrung auf die Regeneration von insulinproduzierenden Betazellen bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes. In der Fachwelt wird dies jedoch noch kritisch gesehen.

Fasten ist gesund - aber Durchhalten ist schwierig. Leichter wird es, wenn die Zeiträume, in denen man weniger oder keine Nahrung zu sich nimmt, absehbar kurz sind, und man in der übrigen Zeit uneingeschränkt schlemmen darf. Doch ist dies auch effektiv? An der University of Southern California in den USA haben Wissenschaftler eine Diät-Nahrung entwickelt, die das Fasten über fünf Tage im Monat erleichtern soll. Die sogenannte "Fasting--imicking diet (FMD)" enthält wenig Kohlenhydrate, wenig Eiweiß und dafür einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren.

Tütensuppen im Praxistest

Einhundert gesunde Frauen und Männer im Alter von 20 bis 70 Jahren testeten im Rahmen einer randomisierten Cross-Over-Studie die Diät für jeweils drei Monate. Über fünf Tage im Monat durften sie nur die kalorienreduzierte Diät zu sich nehmen, die aus speziell zusammengestellten Gemüsesuppen, Energy-Drinks, Sportriegeln, Vitaminpräparaten und Nussmischungen besteht. An den restlichen Tagen konnten sie sich normal - ihren Gewohnheiten entsprechend - ernähren.

71 Probanden hielten bis zum Ende durch. Im Durchschnitt verringerte sich ihr Körpergewicht um 2,6 Kilogramm und ihr Bauchumfang schrumpfte durchschnittlich um 4,1 cm. Positiv war zu vermerken, dass durch die Diät nur Fett abgebaut wurde, und Knochen oder Muskelgewebe unbeeinflusst blieben.

Auch der Blutdruck sank und Triglyzeride, Cholesterin und Nüchternblutzucker verbesserten sich. Klinisch mögen diese Effekte durchaus interessant sein; statistische Signifikanz und damit das eigentliche Studienziel wurde jedoch nicht erreicht. Dazu blieben die Unterschiede zu klein. Eine große, randomisierte, klinische Studie wird nötig sein, um relevante Effekte bei Patienten mit Herz-Kreislaufproblemen oder Stoffwechselstörungen zu zeigen.

Ernährungsumstellung als Diabetes-Therapie?

In der aktuellen Studie sollte nun die positive Wirkung der Diät bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes auf zellulärer Ebene im Tiermodell belegt werden. Das Ergebnis: Die Blutzuckerwerte verbesserten sich; darüber hinaus beschrieben die Autoren eine Re-Programmierung der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse, wodurch wieder funktionstüchtige insulinproduzierende Zellen entstehen konnten. Unklar blieb jedoch, ob sich dabei neue Zellen entwickelten, oder ehemals zerstörte wiederhergestellt wurden.

Deutsche Diabetesexperten sehen die Ergebnisse und die Übertragbarkeit auf den Menschen eher kritisch. Bei Typ-1-Diabetes werden die Betazellen vom körpereigenen Immunsystem zerstört. Diese Autoimmunität würde beim Menschen eine Regeneration der Betazellen sofort zunichtemachen.

Da genetische Defekte bei beiden Diabetes-Typen eine Rolle spielen, sei es generell unwahrscheinlich, dass eine Diät als wirksame Diabetestherapie ausreichen könne. Unbestritten bleibt jedoch der positive Effekt von kurzzeitigen Hungerperioden auf zahlreiche Stoffwechselvorgänge.

Quellen

zuletzt bearbeitet: 28.04.2017 nach oben

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