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Babyboom bricht am Dresdner Uniklinikum alle Rekorde

Typ-1-Diabetes-Risiko für Kinder und Jugendliche

Klinikdirektorin Prof. Pauline Wimberger mit Emilias stolzen Eltern
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Die Zahl der im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden geborenen Kinder erreicht in diesem Jahr eine neue Rekordmarke: Wurde 2015 das 2.000. Baby des Jahres am 16. Oktober geboren, registrieren die Hebammen der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in diesem Jahr die Zahl bereits am 16. September. Emilia (3525 Gramm, 51 Zentimeter) erblickte um 14.38 Uhr das Licht der Welt an der Pfotenhauer Straße. Wie 110 weitere Neugeborene nimmt das Mädchen an der im August gestarteten "Freder1k"-Studie teil. Mit dem damit verbundenen Bluttest lässt sich das Risiko des Kindes erkennen, in der späteren Kindheit oder dem Jugendalter am Typ-1-Diabetes zu erkranken.

So viele Geburten wie in den ersten acht Monaten des Jahres hat es am Dresdner Uniklinikum in diesem Zeitraum noch nie gegeben: Bis zum 16. September erblickten bereits 926 Mädchen und 1074 Jungen im Universitäts Kinder-Frauenzentrum das Licht der Welt. Für die Hebammen, Ärzte und Pflegenden war dabei der Juni besonders arbeitsreich: In diesem Frühsommermonat zählte das Uniklinikum 268 Neugeborene. Damit brach der Juni 2016 sämtliche Rekorde: Niemals zuvor wurden in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe so viele Kinder innerhalb eines Monats geboren. Auch die Monate Januar, Februar, Juli und August erreichten jeweils Spitzenwerte, so dass die Klinik insgesamt ein Neugeborenen-Plus von über zwölf Prozent verzeichnet.

Diese hohen Zahlen spiegeln sich auch bei den Zwillings- und Drillingsgeburten wieder: In diesem Jahr kamen bisher 101 Zwillingspärchen und vier Geschwistertrios an der Pfotenhauer Straße zur Welt. Das Plus bei den am Uniklinikum geborenen Kindern liegt dabei seit Jahren über den Zuwachsraten, die die Landeshauptstadt Dresden insgesamt registriert. "Viele Eltern sind von der besonderen Kompetenz unserer Klinik überzeugt. Das liegt auch daran, dass wir das einzige Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe - dem sogenannten Level 1 - in Ostsachsen sind. Dabei vereinen wir die Maximalversorgung mit einem Konzept, das die Notwendigkeit und Bedürfnisse der Familien in den Mittelpunkt stellt. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin eine interdisziplinäre perinatologische Station eröffnet. Hier können acht Mütter gemeinsam mit ihren zu früh geborenen Kindern in einem Zimmer stationär versorgt werden", sagt Prof. Pauline Wimberger, Direktorin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Dresdner Uniklinikums. Die Geburtshilfe des Uniklinikums ist aber auch bei vielen Dresdnerinnen mit einer risikolos verlaufenden Schwangerschaft erste Wahl: "Neben der Universitätsmedizin und der unmittelbaren Nähe zur Kinderklinik mit ihrer Neugeborenenstation geben unsere hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie modernen Stationen mit den schönen Zwei-Bett-Zimmern den Ausschlag", sagt Klinikdirektorin Prof. Pauline Wimberger. Hier ist nicht nur Platz für Mutter und Kind: Wenn Väter es wünschen, können sie im Sinne eines Familienzimmers auch nach der Geburt ganz nah bei Partnerin und Kind bleiben.

"Freder1k"-Studie erkennt Typ-1-Diabetes-Risiko bereits bei Neugeborenen

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, die auch in Sachsen gerade bei Kleinkindern immer mehr zunimmt - es ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Als Vorreiter in Europa ist der Freistaat jetzt Ausgangspunkt für eine internationale Typ-1-Diabetes-Früherkennungsuntersuchung von Neugeborenen, die auch den Eltern der am Dresdner Uniklinikum geborenen Kinder angeboten wird. Der Typ-1-Diabetes ist die Form der Zuckerkrankheit, bei der schon früh im Leben die körpereigene Insulinherstellung verloren geht und durch Insulinspritzen ersetzt werden muss. Etwa 30 von 1.000 Kindern tragen Risiko-Gene für Typ-1-Diabetes in sich. Allein in Sachsen erkranken deshalb jedes Jahr etwa 250 neue an dieser Form des Diabetes. Bundesweit sind es zwischen 2.100 und 2.300 Kinder bis zum Alter von 15 Jahren. Da sich die Autoimmunerkrankung schleichend entwickelt - die Kinder fühlen sich lange Zeit wohl und wirken vollkommen gesund - bleibt ein Typ-1-Diabetes meist viele Jahre unerkannt. Dann jedoch äußert er sich schlagartig in oftmals lebensbedrohlichen Symptomen. Das möchte die Initiative "Globale Plattform zur Prävention des Autoimmunen Diabetes" - kurz GPPAD - mit der Freder1k-Studie in Sachsen verhindern. Die unter dem Titel "Typ-1-Diabetes-Risiko früh erkennen" laufende, europaweit einmalige Studie bietet Eltern die Möglichkeit, ihr Kind im Zusammenhang mit dem regulären Neugeborenen-Screening auf das Risiko untersuchen zu lassen, ein Typ-1-Diabetes zu entwickeln.

Diese Früherkennungsuntersuchung wird kostenfrei im Rahmen des Neugeborenen-Screenings angeboten. Besonders für Sachsen hat die Studie eine große Bedeutung: Die Zahlen des sächsischen Kinderdiabetesregisters Dresden-Leipzig zeigen, dass seit 15 Jahren die Häufigkeit von Typ-1-Diabetes mellitus bei Kindern und Jugendlichen um circa drei Prozent pro Jahr ansteigt. Weil die Information über ein erhöhtes genetisch bedingtes Typ-1-Diabetesrisiko eines Säuglings oder Kleinkindes die große Mehrheit der Eltern völlig unvorbereitet trifft, ist im Rahmen der Freder1k-Studie von der Übermittlung der Diagnose an eine strukturierte Information und psychologische Begleitung der Eltern vorgesehen. Ziel ist es, mit dem Ergebnis des Screenings verbundene Ängste frühestmöglich aufzufangen und übertriebenen Sorgen vorzubeugen.

Bildunterschrift: Klinikdirektorin Prof. Pauline Wimberger mit Emilias stolzen Eltern.
Bildquelle: Uniklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Foto: Holger Ostermeyer

zuletzt bearbeitet: 01.10.2016 nach oben

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