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Bundesforschungsministerin besucht Deutsches Institut für Ernährungsforschung

Die richtige Ernährung kann Volksleiden wie Typ-2-Diabetes vorbeugen

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, besuchte am 01. August 2016 im Rahmen ihrer Sommerreise zusammen mit Staatssekretär Hendrik Fischer vom Brandenburgischen Ministerium für Wirtschaft und Energie das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Die Reise der Ministerin steht unter dem Motto: "Die Zukunft des Lebens im Alter". Ein wichtiges Thema, das auch einen hohen Stellwert in der DIfE-Forschung einnimmt.

Im Fokus des Besuchs standen insbesondere Forschungsarbeiten des 2015 gestarteten und BMBF-geförderten NutriAct - Kompetenzclusters Ernährungsforschung Berlin-Potsdam, dessen Aufgabe es ist, Ernährungsstrategien zu entwickeln, mit denen Menschen über 50 bis ins hohe Alter fit und gesund bleiben.

Die richtige Ernährung kann altersbezogenen Volksleiden wie Typ-2-Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen und hierdurch nicht nur viel persönliches Leid verhindern, sondern auch unser Gesundheitssystem entlasten. Daher ist es das Ziel des Verbundprojekts NutriAct, unter Führung des DIfE damit zu beginnen, wissenschaftlich basierte Empfehlungen zur gesunden Ernährung im Alter zu erarbeiten, welche die Bevölkerung gut annehmen und dauerhaft umsetzen kann. Um die Umsetzung dieser Empfehlungen zu erleichtern, wollen die Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft ergänzend schmackhafte Produkte mithilfe innovativer Lebensmitteltechnologien und -konzepte entwickeln, die besonders auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt sind.

Essen für die Gesundheit

Im Rahmen ihres Besuchs probierte Bundesministerin Wanka einige dieser Lebensmittel und ließ sich erklären, welche gesundheitsfördernden Eigenschaften sie besitzen. Zu den vorgestellten Produkten zählen zum Beispiel vom Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung e.V. (ILU) entwickelte und der IGV Institut für Getreideverarbeitung GmbH hergestellte Proteinflakes auf Erbsenbasis. Dieses Basisprodukt ist allergen-, gluten-, gentechnik- und zusatzstofffrei und in Müsli einsetzbar. Das Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) präsentierte darüber hinaus ein zusammen mit dem ILU entwickeltes und mit Pak Choi-Sprossen angereichertes Brot. Es weist einen besonders hohen Gehalt an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen wie Carotinoiden, Flavonoiden und Glucosinolaten auf, denen gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden. Zu den präsentierten Lebensmitteln gehörten auch Rapsöl und der Zweifachzucker Isomaltulose (Palatinose™), der natürlicherweise in geringen Mengen in Honig enthalten ist. Erste Pilotstudien des DIfE haben bereits gezeigt, dass sich beide Nahrungsmittel günstig auf den menschlichen Stoffwechsel auswirken können. Nun gilt es, die Effekte der vorgestellten Lebensmittel im Rahmen von NutriAct an einer größeren Studiengruppe weiter zu erforschen und basierend auf den wissenschaftlichen Daten altersorientierte Ernährungsempfehlungen zu entwickeln.

Tomaten für ein gesundes Alter?

Darüber hinaus gaben die DIfE-Forscher einen Einblick in die Biomarker-Forschung. Biomarker sind zum Beispiel Moleküle, welche mit der Ernährungsweise und/oder dem Risiko für bestimmte Erkrankungen zusammenhängen. So ist etwa der Blutzuckerspiegel ein bekannter Biomarker für die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). In der DIfE-Abteilung Molekulare Toxikologie messen die Wissenschaftler solche Biomarker in Personengruppen, die an Muskelschwäche oder Diabetes leiden, und vergleichen die Messergebnisse mit den Biomarker-Werten gesunder Menschen. So konnten sie nachweisen, dass ältere und kranke Personen viel geringere Konzentrationen an Lycopin im Blut aufweisen als jüngere, gesunde Menschen. Lycopin, der rote Farbstoff aus der Tomate, ist ein Molekül, das freie Radikale abfängt, die ansonsten Zellen und Gewebe schädigen können. Die Forscher werden daher künftig untersuchen, ob ältere und kranke Menschen von einer Lycopin-reichen Ernährung profitieren könnten, die dazu führt, die Lycopin-Spiegel zu erhöhen. Im Rahmen von NutriAct koordiniert Frau Prof. Dr. Tanja Schwerdtle, Professorin für Lebensmittelchemie am Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Potsdam, die Auswahl und Messungen verschiedener Biomarker in einer groß angelegten Interventionsstudie an der Zielgruppe 50plus.

Fünf Jahre auf einen Blick

Zudem stellten die Wissenschaftler während des Minister-Rundgangs unterschiedliche Methoden vor, die beispielsweise Aussagen über die Blutzuckerspiegel der vergangenen drei bis fünf Jahre oder das individuelle Diabetes-Risiko ermöglichen. So zum Beispiel den kürzlich überarbeiteten DIfE - DEUTSCHER DIABETES-RISIKO-TEST®, den DIfE-Wissenschaftler zusammen mit Deutschen Zentrums für Diabetesforschung für Diabetesforschung beständig weiterentwickeln und optimieren. Ebenso informierten Sie über moderne Untersuchungsinstrumente, mit denen sich im Rahmen von Ernährungsstudien der Körperfettanteil und der Anteil der Muskelmasse sehr präzise feststellen lassen.

Herausforderungen der kommenden Jahre

"Eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre wird sein, den aufgrund des demografischen Wandels zum Teil dramatischen Anstieg der großen Volkskrankheiten wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den Griff zu bekommen. Der Ernährung kommt hier eine Schlüsselstellung zu" sagt Prof. Dr. Tilman Grune, wissenschaftlicher Vorstand des DIfE. "BMBF-geförderte Verbundprojekte wie NutriAct sind wichtig, da sie wissenschaftliche Einrichtungen bei der Vernetzung mit der Wirtschaft unterstützen. Wir brauchen eine exzellente Forschung an der Schnittstelle von Gesundheit und Ernährung, die disziplinenübergreifend die Ergebnisse der Grundlagenforschung schneller für die Wirtschaft nutzbar macht. Durch die enge Kooperation im Forschungsverbund ist dies möglich. Studienergebnisse lassen sich so viel zügiger und effektiver von heimischen Unternehmen in die Praxis umsetzen und kommen direkt der Bevölkerung zugute. Unsere Forschung entspricht damit dem Leitsatz von Leibniz: Theoria cum praxi - Wissenschaft zum Wohl und Nutzen des Menschen" so Grune weiter.

Eine detaillierte Beschreibung der fünf Stationen des Minister-Rundgangs finden Sie hier.

zuletzt bearbeitet: 01.08.2016 nach oben

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