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Warum gemeinsam besser wirkt

Abstract zum Vortrag von Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Stellvertretender Direktor, Medizinische Klinik IV Eberhard Karls Universität Tübingen, im Rahmen der Vorab-Pressekonferenz zur 51. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) am 27. April 2016 in Berlin.

So fördert die DDG die interdisziplinäre und interprofessionelle Versorgung von Menschen mit Diabetes

Professor Dr. med. Baptist Gallwitz Etwa 30 Prozent der stationären Patienten im Krankenhaus haben einen Diabetes. Auch in der hausärztlichen Praxis ist Diabetes eine sehr häufige Behandlungsdiagnose. Vor allem ältere Patienten leiden auch an Begleit- und Folgeerkrankungen des Diabetes (Fettstoffwechselstörungen. Bluthochdruck, Herz- und Gefäßerkrankungen, Augenerkrankungen und neurologische Folgeerkrankungen sowie Depression). Auf der anderen Seite ist bei Menschen mit Diabetes auf Besonderheiten bei der Behandlung anderer Erkrankungen oder rund um eine Operation zu achten.

Diabetologie ist ein klassisches "Querschnittsfach". Bei der Behandlung des Diabetes als chronische Erkrankung, bei der der Patient und das Umfeld viel zu einer gut gesteuerten Behandlung beitragen können, sind zahlreiche Berufsgruppen beteiligt: Ärzte verschiedener Disziplinen, Diabetesberater, Diabetes-Pflegefachkräfte, Psychologen, Podologen, Wundassistenten u. a. In diesem Sinne sei das Credo des amerikanischen Arztes und Nestors der Diabetologie Eliott P. Joslin aus der Mitte des 20. Jahrhunderts zitiert: "Diabetes is a disease for nurses, not only for doctors". In zahlreichen Studien wurde gezeigt, dass die interdisziplinäre und multiprofessionelle Behandlung im Rahmen von Diabetes-Teams zu besseren Behandlungsergebnissen führt.

Die DDG fördert seit Langem diesen Erkenntnissen und Einstellungen folgend die interprofessionelle und interdisziplinäre Versorgung von Menschen mit Diabetes. Die DDG war vor mehr als 30 Jahren Vorreiter in der Entwicklung der Qualifikation und des Berufs der Diabetesberatung. Mittlerweile bestehen über die DDG zusätzlich Qualifikationsmöglichkeiten für Diabetesassistenten zur Diabetes-Pflegefachkraft, zum Podologen, zum Wundassistenten und zu einer fachpyschologischen Qualifikation. Diese Weiterbildungen und Qualifikationen können in strukturierten und zertifizierten Kursen der DDG erworben werden. Fachärzte für Innere Medizin, Allgemeinmedizin, Kinder- oder Frauenheilkunde können eine Zusatzqualifikation zum Diabetologen DDG bei Erfüllen bestimmter Weiterbildungskriterien erwerben.

In Krankenhäusern und Praxen können sich diabetologische Schwerpunkteinrichtungen mit Diabetes-Behandlungsteams als "Diabeteszentrum" zertifizieren lassen. Diese unterliegen definierten Kriterien für Struktur-, Prozess-, und Ergebnisqualität. Mit dem vor wenigen Jahren neu geschaffenen Zertifikat "Klinik für Diabetespatienten geeignet" soll die Grundversorgung von Patienten mit der Nebendiagnose Diabetes in Krankenhäusern verbessert werden. Die DDG setzt sich außerdem für die Verbesserung der Versorgung zwischen den drei Versorgungsebenen zwischen Hausarzt, Spezialist und Klinik ein und engagiert sich für die Umsetzung eines integrierten Versorgungskonzepts auf all diesen Ebenen. Hier kooperiert sie mit dem Hausärzteverband. Die Kongresse der DDG haben das Ziel, ganz speziell den Austausch zwischen den einzelnen Berufsgruppen und den einzelnen ärztlichen Disziplinen zu fördern und zu intensivieren.

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Bildunterschrift: Professor Dr. med. Baptist Gallwitz
Bildquelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

zuletzt bearbeitet: 28.04.2016 nach oben

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