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Diabetes: Fr1da-Folgeprojekt

Typ-1-Diabetes im Frühstadium behandeln

Für Kinder mit einem frühen Stadium des Typ-1-Diabetes soll es jetzt eine neue Behandlungsmöglichkeit geben, um das Auftreten der Erkrankung zu verhindern. Ähnlich einer Desensibilisierung will die Fr1da-Insulin-Interventions-Studie durch eine orale Einnahme von Insulinpulver die Entwicklung einer schützenden Immunantwort fördern. Initiiert wird die Studie wieder durch das Institut für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München.

Mittels der Fr1da-Studie, ein Screeningprogramm zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes, wurde bisher bei 87 Kindern beziehungsweise 0,37 Prozent der bisherigen Studienteilnehmer Typ-1-Diabetes im Frühstadium diagnostiziert. Bislang nahmen an diesem Projekt rund 25.000 Kinder teil.

Durch den Nachweis mehrerer Inselautoantikörper lässt sich Typ-1-Diabetes erkennen, lange bevor erste Symptome auftreten. In diesem Frühstadium der Erkrankung lässt sich der Autoimmunprozess möglicherweise noch stoppen: Durch orale Gabe von Insulinpulver soll die Entwicklung einer schützenden Immunantwor - ähnlich der Desensibilisierung bei einer Allergiebehandlung - gefördert werden. Das mit der Nahrung aufgenommene Insulin hat, im Gegensatz zu gespritztem Insulin, keinerlei Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Stattdessen soll es das Immunsystem trainieren, eine Toleranz gegen das körpereigene Hormon Insulin zu entwickeln. "Bei gesunden Kindern mit einem hohen genetischen Erkrankungsrisiko für Typ-1-Diabetes gab es in der Pre-POINT-Studie Anzeichen dafür, dass eine Behandlung mit oralem Insulin eine regulative Immunantwort hervorrufen könnte", so Prof. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung. "Ob sich dieser positive Effekt auch bei Kindern im Frühstadium der Erkrankung auslösen lässt, soll die neue Fr1da-Insulin-Interventions-Studie prüfen."

Die Interventionsstudie richtet sich an Kinder im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren, bei denen bereits Diabetes-Autoantikörper im Blut nachweisbar sind und daher ein Frühstadium des Typ-1-Diabetes vorliegt. Eine Teilnahme - und das ist neu - setzt weder voraus, dass bereits ein Familienmitglied an Typ-1-Diabetes erkrankt ist, noch dass bestimmte genetische Faktoren vorliegen. Bislang konnten nämlich nur Kinder und Erwachsene präventiv behandelt werden, die Verwandte mit Typ-1-Diabetes haben. Ziegler sieht in dem neuen Design der Fr1da-Insulin-Interventions-Studie eine Errungenschaft: "Wir sind sehr froh, dass wir denjenigen Kindern, bei denen der Typ-1-Diabetes in einem frühen asymptomatischen Stadium diagnostiziert wurde, nun auch eine präventive Behandlungsoption anbieten können. Damit birgt die Früherkennung die Chance, einen Schritt weiter auf dem Weg zur Heilung des Typ-1-Diabetes zu gehen".

Quelle

Helmholtz Zentrum München: Typ-1-Diabetes im Frühstadium behandeln. Pressemeldung vom 10. November 2015

zuletzt bearbeitet: 26.12.2015 nach oben

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