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Engagement für ältere Menschen mit Diabetes

Pressemitteilung: BERLIN-CHEMIE AG

Projekte mit SilverStar-Förderpreis ausgezeichnet

Marten Haesner, Philipp Legge, Torsten Flöttmann, Sebastian Gaede und Anika Steinert
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In Leipzig wurde zum vierten Mal der SilverStar Förderpreis der BERLIN-CHEMIE AG an Projekte verliehen, die sich in vorbildlicher Weise für ältere Menschen mit Diabetes einsetzen. In diesem Jahr teilen sich gleichberechtigt drei Projekte die mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Auszeichnung. Prämiert wurden die Projekte "Intelligente Schuhsohle zur Früherkennung entzündlicher Fußveränderungen" der Magdeburger Universitätsklinik, "Der Diabetes-Assistent auf dem Handy" der Charité Berlin sowie die "Initiative gegen Diabetes unter Afrikanern und Arabern in NRW unter besonderer Berücksichtigung älterer Menschen dieses Personenkreises" des Deutsch-Afrikanischen Ärzte-Vereins e.V.

Mit dem SilverStar-Förderpreis werden jährlich Projekte oder Initiativen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße für eine bessere Lebensqualität von älteren Menschen mit Diabetes einsetzen. Der Förderpreis ist Teil der BERLIN-CHEMIE-Initiative „Unsere Zukunft wird älter. Zeit zu handeln.“[*] 2014 hatten sich insgesamt 23 Initiativen, Selbsthilfegruppen, Kliniken und Praxen um den SilverStar beworben.

Einlegesohle warnt vor Überlastung und Entzündung

"Nach zehn Jahren Zuckererkrankung hat die Hälfte der Patientinnen und Patienten schwere Schädigungen der Nervengefäße", erläutert Prof. Peter R. Mertens von der Magdeburger Universitätsklinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Diabetologie und Endokrinologie. Die Betroffenen würden nicht spüren, wenn sich an ihren Füßen Druckstellen bilden. Daraus resultierende Entzündungen begünstigten nicht selten die Entstehung eines Diabetischen Fußes, erklärt Mertens. "Wir wissen, dass erhöhter Druck über längere Zeit eine Minderdurchblutung auslöst und die Hauttemperatur an dieser Stelle sinkt. Etwa fünf bis sieben Tage bevor ein Geschwür entsteht, steigt die Temperatur in dem Bereich um etwa vier bis fünf Grad an", berichtet der Diabetologe.

Mit diesem Wissen wurde die präventive Schuhsohle entwickelt und mit Druck- und Temperatursensoren ausgestattet, die gemessene Daten an eine Smartphone-App übermittelt. Sowohl bei schlechter Durchblutung der Füße als auch bei einem Temperaturanstieg gibt die App ein Warnsignal, fordert so zur Bewegung auf und ermöglicht einen frühzeitigen Arztbesuch. "Die intelligente Sohle kann praxisnah gerade für ältere Diabetiker mit Neuropathie einen wichtigen Fortschritt darstellen", betont Mertens. "Hierdurch könnten Krankenhausaufenthalte und Amputationen vermieden werden.“ Nachdem der Prototyp entwickelt und getestet wurde, möchten der Magdeburger und sein interdisziplinäres Team aus IT-Experten, Orthopädischen Schuhmachern und Ingenieuren die Schuhsohle nun bei Menschen mit schwerer Diabetischer Neuropathie über einen längeren Zeitraum unter Alltagsbedingungen einsetzen. Dabei soll auch die Smartphone-App weiterentwickelt werden.

Die Jury lobt die erfindungsreiche Idee und ihre Umsetzung. "Für Patientinnen und Patienten, aber natürlich auch für das betreuende medizinische Personal wäre die intelligente Schuhsohle eine große Unterstützung im Alltag", ist sich Dr. Dr. Andrej Zeyfang, Laudator und Mitglied der Jury, sicher.

Diabetes-Assistent auf dem Handy hilft beim Selbstmonitoring

Bei älteren Diabetikerinnen und Diabetikern kann es im Alltag leicht passieren, dass sie vergessen, ihren Blutzucker zu messen, Medikamente einzunehmen oder ausreichend zu trinken. Die Folge: Die Diabetes-Therapie kann ihre volle Wirksamkeit nicht entfalten. Die Unzufriedenheit ist groß, wenn es den Betroffenen nicht gelingt, ihren Diabetes in den Griff zu bekommen. Hier schafft die Smartphone-App "MyTherapy" Abhilfe. Die App zur Therapiebegleitung chronischer Krankheiten wie Diabetes wurde von Marten Haesner und seinem Team von der Forschungsgruppe Geriatrie der Charité Berlin gemeinsam mit dem Münchner Unternehmen smartpatient auf die Bedürfnisse älterer Menschen optimiert.

"Die App hilft den Patientinnen und Patienten, einen Überblick über ihre Gesundheit zu bekommen, unterstützt sie bei der Erhebung gesundheitsbezogener Daten und erinnert sie an Aktivitäten", erklärt Haesner. Als Therapieassistent überträgt MyTherapy die Diabetes-Therapie jeden Tag in eine übersichtliche Aufgabenliste, die der Patient bzw. die Patientin nach und nach abarbeitet. Am Ende des Tages ist auf einen Blick zu sehen, wie konsequent die Therapie umsetzt wurde.

Die Smartphone-App wird von den älteren Menschen sehr gut angenommen. "Die Vorurteile, dass Senioren keine Technik einsetzen können, sind haltlos", ist sich Haesner sicher. "In unserer Arbeitsgruppe 'Alter & Technik' machen wir tagtäglich andere Erfahrungen." Die AG möchte nun untersuchen, welchen Einfluss MyTherapy langfristig auf den Gesundheitszustand und damit auf die Lebensqualität der Nutzerinnen und Nutzer hat. Im Zuge dessen soll auch die Software weiterentwickelt werden.

Ausschlaggebend für die Auszeichnung mit dem SilverStar-Förderpreis war der innovative und zukunftsweisende Charakter des Projektes. "Die App bietet älteren Menschen mit Diabetes Möglichkeiten zum Selbstmonitoring, die in dieser Form und seinem Ansatz bislang einzigartig sind", hebt Jurymitglied Torsten Flöttmann hervor.

Ältere Migranten mit Diabetes - Beispielhaftes Projekt für die "Hilfe zur Selbsthilfe"

Die meisten der rund 16.000 heute in NRW lebenden afrikanischen Seniorinnen und Senioren kamen in den frühen 1960er Jahren als Arbeitsmigranten nach Deutschland. Die öffentliche Gesundheitsaufklärung erreicht diese älteren Menschen aufgrund oft ungenügender Sprachkenntnisse jedoch nur selten. Der Deutsch-Afrikanische Ärzte-Verein e.V. (DAAEV) hat es sich daher zum Ziel gesetzt, ältere Menschen mit afrikanischen oder arabischen Wurzeln gezielt anzusprechen, um sie über Diabetes zu informieren. Wichtiger Schlüssel zum Erfolg ist dabei das Vertrauen, das afrikanischen Ärzten aufgrund ihrer Herkunft und ihres Wissens um die regionalen kulturellen Besonderheiten entgegengebracht wird.

Im Rahmen der "Initiative gegen Diabetes unter Afrikanern und Arabern in NRW unter besonderer Berücksichtigung älterer Menschen dieses Personenkreises" richten die Ärzte des DAAEV Informationsveranstaltungen in afrikanischen Gemeinden, Moscheen, Sportorganisationen und Verbänden aus. Eine eigens dafür entwickelte Diabetes-Broschüre in verschiedenen afrikanischen Sprachen, Arabisch, Englisch, Französisch und Portugiesisch hilft, die Aufklärung zu unterstützen.

Da die Kommunikation zwischen deutschen Ärzten und älteren afrikanischen Patienten häufig an der unterschiedlichen Auffassung von Krankheit und Gesundheit scheitert, erarbeitet der DAAEV derzeit ein Konzept zum Thema "Kultur und Gesundheit". Fortbildungen und Informationsmaterial für deutsche Ärzte sollen dazu beitragen, das Verständnis für ältere afrikanische und arabische Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Anliegen der Jury ist es, die Initiative stellvertretend für alle Projekte oder Personen zu ehren, die Aufklärungsarbeit bei Migranten leisten, welche ansonsten aus dem Raster der üblichen Gesundheitsaufklärung fallen, verdeutlicht der Juryvorsitzende Prof. Dr. Cornel Sieber aus Nürnberg. Damit solle aber auch der Signalcharakter, den die Initiative hat, hervorgehoben werden. "Wir möchten bei diesem Projekt insbesondere die 'Hilfe zur Selbsthilfe' auszeichnen", stellt Sieber heraus. "Es ist enorm, mit welchem hohen sozialen Engagement sich alle Beteiligten einbringen."

Weitere Informationen zum SilverStar-Förderpreis finden Sie unter www.silverstar-preis.de.

Quellen

Preisverleihung der BERLIN-CHEMIE AG im Rahmen der Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) am 20. November 2014 in Leipzig

* Der SilverStar Förderpreis ist ein wichtiger Bestandteil der BERLIN-CHEMIE-Initiative "Unsere Zukunft wird älter. Zeit zu handeln." Ziel der Initiative ist es, unter Einbeziehung aller Beteiligten im Gesundheitswesen, eine Plattform zu schaffen, die im gemeinsamen Dialog langfristige Konzepte für ein Älterwerden unter Erhalt größtmöglicher Selbständigkeit diskutiert und entwickelt. Mit diesem Engagement möchte die BERLIN-CHEMIE AG einen aktiven Beitrag leisten, um für die verschiedenen und sich verändernden Bedürfnisse älter werdender Menschen zu sensibilisieren.

Bildunterschrift: (v.l.n.r.) Marten Haesner, Philipp Legge, Torsten Flöttmann, Sebastian Gaede und Anika Steinert.
Bildquelle:BERLIN-CHEMIE AG
Foto: Tobias Schneider, Berlin

zuletzt bearbeitet: 28.11.2014 nach oben

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