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Neue Ansatzpunkte für Prävention und Therapie des Typ-1-Diabetes

JDRF fördert Typ-1-Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München

Logo JDRF Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München wollen T-Zell-gesteuerte Immunreaktionen bei Typ-1-Diabetes genauer erforschen und herausfinden, welche Prozesse den Fortschritt der Erkrankung bremsen könnten. Die Juvenile Diabetes Research Foundation (JDRF) unterstützt das Forschungsprojekt mit 550.000 US-Dollar.

Bei der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes bilden sich unter anderem Autoantikörper gegen das von den Betazellen der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin. Diese Antikörper sind häufig schon Jahre bis Jahrzehnte vor einem Erkrankungsausbruch im Blut nachweisbar. Die Erkrankungsrate bei positivem Antikörperbefund beträgt beinahe 100 Prozent, einige Patienten erkranken jedoch früher, andere später an Diabetes.

Welche zellulären und molekularen Mechanismen führen dazu, dass der Autoimmunprozess nur langsam voranschreitet oder sogar stagniert? Dies will das Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Dr. Carolin Daniel, Dr. Stefanie Hauck und Prof. Dr. Ezio Bonifacio vom Helmholtz Zentrum München in Kooperation mit dem Center for Regenerative Therapies, Technische Universität Dresden nun herausfinden. Beide Forschungseinrichtungen sind Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD). Die an der Immunreaktion beteiligten Signale könnten als Parameter für die Risikoabschätzung des Krankheitsverlaufs sowie auch als neue Ansatzpunkte für die Prävention und Therapie von Typ-1-Diabetes dienen.

Vor diesem Hintergrund wollen die Wissenschaftler nun vor allem T-Zellen ins Visier nehmen, Zellen des Immunsystems, die Antigene der Betazellen erkennen. Bereits erhobene Daten legen nahe, dass T-Zellen mit bestimmten regulatorischen Eigenschaften die Immunreaktion eindämmen und den Krankheitsausbruch verzögern können. Anhand einer einzigartigen, seit über 20 Jahren bestehenden Bioprobenbank sollen solche und andere Biomarker für einen langsamen bzw. schnellen Krankheitsverlauf identifiziert werden.

Das Forschungsprojekt wird von der JDRF unterstützt, einer Stiftung zur Förderung der Typ-1-Diabetesforschung. Das Projekt ist Teil des JDRF-Präventionsforschungs-Programms, das zum Ziel hat, die Erkrankung aufzuhalten und Insulinabhängigkeit zu verhindern und langfristig das Risiko für Typ-1-Diabetes zu senken. "Typ-1-Diabetes vorzubeugen, bedeutet eine große wissenschaftliche Herausforderung, da die Erkrankung auf einer äußerst komplexen Autoimmunreaktion beruht", sagt Dr. Jessica Dunne von der JDRF. "Ein besseres Verständnis der Prozesse und ihrer zeitlichen Zusammenhänge birgt Chancen für neue Präventionsstrategien gegen Typ-1-Diabetes."

Lesen Sie hier mehr zur Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München.http://www.helmholtz-muenchen.de/diabetes/news/index.html

Weitere Informationen

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.200 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 34.000 Beschäftigten angehören. Das Helmholtz Zentrum München ist Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung e.V.

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung e.V. bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Mitglieder des Verbunds sind das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, die Paul Langerhans Institute des Carl Gustav Carus Universitätsklinikums Dresden und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen sowie die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz Antworten auf offene Fragen in der Diabetesforschung zu finden und einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung von Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten.

Das Institut für Diabetesforschung (IDF) befasst sich mit der Entstehung und Prävention von Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes als Spätfolge eines Gestationsdiabetes. Ein vorrangiges Projekt ist die Entwicklung einer Insulin-Impfung gegen Typ-1-Diabetes. In groß angelegten Langzeitstudien untersucht das IDF den Zusammenhang von Genen, Umweltfaktoren und Immunsystem für die Pathogenese von Typ-1-Diabetes. Mit den Daten der Geburtskohorte BABYDIAB, die 1989 als weltweit erste prospektive Diabetes-Geburtskohorte etabliert wurde, konnten Risikogene sowie Antikörperprofile identifiziert werden. Diese lassen Vorhersagen über Entwicklung und Ausbruch von Typ-1-Diabetes zu und werden die Klassifizierung und den Diagnosezeitpunkt verändern. Das IDF ist Teil des Helmholtz Diabetes Center (HDC).

Bildunterschrift: Logo JDRF
Bildquelle: Juvenile Diabetes Research Foundation JDRF

zuletzt bearbeitet: 23.07.2014 nach oben

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