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Diabetes Kongress 2014 erfolgreich abgeschlossen

Rund 6.500 Teilnehmer diskutierten über Gegenwart und Zukunft der Diabetologie

Die DDG hat ihren Jubiläumskongress erfolgreich abgeschlossen. Mit 6.500 Teilnehmern gab es eine Rekordbeteiligung. In dem Round-Table Gespräch "Ausblick: Diabetologie in den nächsten 50 Jahren" im Rahmen des Diabetes Kongress 2014 skizzierten Wissenschaftler und klinisch tätige Diabetologen in Kernthesen die künftige Diabetes-Vorsorge, Forschung und Therapie. Anlass war das 50-jährige Bestehen der Fachgesellschaft, aber auch die rasante Zunahme der Diabetespatienten von schätzungsweise einer Million Menschen mit Typ-2-Diabetes im Jahr 1964 auf heute mehr als sechs Millionen Betroffene. Die 49. Jahrestagung der DDG fand vom 28. bis 31. Mai 2014 in der Messe Süd Berlin statt.

Diabetespatienten profitieren heute von zahlreichen Therapiekonzepten, neuen Medikamenten, Schulungsangeboten, spezialisierten Fachkräften und moderner Technik. "Mit dem, was wir in den letzten 50 Jahren erreicht haben, sind wir in Deutschland extrem gut aufgestellt", sagte der Präsident der DDG PD Dr. med. Erhard Siegel bei der Abschlussdiskussion zum Diabetes Kongress 2014 am Samstag, den 31. Mai 2014, in Berlin.

Doch die künftige Diabetesforschung und die Versorgung muss sich auf die Herausforderungen der Diabetes-Epidemie einstellen: Die Zahl der Lehrstühle an den Universitätskliniken müsse wieder steigen, so dass künftig die Medizinstudenten in ihrer universitären Ausbildung ausreichend in Diabetologie unterrichtet werden. Anderenfalls könnte eine professionelle Versorgung der wachsenden Zahl an Patienten künftig nicht gewährleistet werden. Wünschenswert, so Siegel, sei zudem für die Zukunft eine sektorenübergreifende Versorgung der Patienten, bei der die heutige Trennung zwischen ambulantem, stationärem und pflegerischem Bereich keine Rolle mehr spiele.

Diabetes ist eine schwer zu behandelnde Erkrankung. Sowohl die Zahl der Menschen mit Diabetes Typ 1 als auch die mit Diabetes Typ 2 steigt - wobei der sogenannte Altersdiabetes in den letzten Jahren eine besondere Dynamik entwickelt hat. Umso wichtiger ist die Prävention. Appelle an die Bevölkerung, sich mehr zu bewegen und weniger Kalorien zu sich zu nehmen, sind bislang gescheitert. Diabetes-Vorsorge braucht daher einen von der Politik getragenen nationalen Diabetesplan, so lautete die Forderung des DDG-Präsidenten. Dazu könnten Maßnahmen wie eine Zucker-Fett-Steuer und jeden Tag eine Stunde Sport in Kita und Schule gehören. Wichtig sei es aber auch, dass Diabetes als ernstzunehmende chronische Krankheit in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass viele Faktoren an der Entstehung des Typ-2-Diabetes beteiligt sind. Eine wichtige Rolle spielt der Signalaustausch zwischen dem Gehirn und den am Stoffwechsel beteiligten Organen. Außerdem können Umwelteinflüsse beispielsweise die Organisation des Erbguts verändern und so die Anfälligkeit für Übergewicht oder Diabetes möglicherweise über Generationen hinweg beeinflussen. Ein besseres Verständnis dieser Faktoren wird zu einer besseren Vorbeugung, Diagnose und Therapie beitragen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass sich die Behandlung des Typ-1- und Typ-2-Diabetes künftig nach individuellen Merkmalen der Patienten richten wird. Beim Typ-2-Diabetes könnten künftig möglicherweise Kombinationstherapien aus Medikamenten und künstlichen Bauchspeicheldrüsen die Heilung näher bringen.

Einen optimistischen Ausblick gaben die Experten bei der Prävention des Diabetes Typ 1. Eine Frühdiagnose dieser Krankheit ist bereits heute möglich. Der Nachweis von Autoantikörpern in einem Blutstropfen reicht aus, um das Diabetesrisiko Jahre vor dem Blutzuckeranstieg zu erkennen. Ein Screening der Risikopatienten und anschließende Schulungen ihrer Familien könnten dazu beitragen, dass künftig weniger Menschen unter Stoffwechselentgleisungen leiden oder erst zu einem späteren Zeitpunkt erkranken. Außerdem könnte solch ein Screening die Entwicklung von vorbeugenden Therapien beschleunigen.

Im Rahmen ihrer Jahrestagung verleiht die DDG Auszeichnungen für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Diabetologie. Die Paul-Langerhans-Medaille, die höchste Auszeichnung, hat 2014 Professor Dr. med. Matthias von Herrath aus La Jolla/USA erhalten. Dem gebürtigen Deutschen ist es mit seinem Team durch eine kombinierte Immuntherapie gelungen, Typ-1-Diabetes bei Mäusen zu heilen. Er leitet in San Diego eine Forschergruppe am La Jolla Institute, die sich mit histopathologischen Untersuchungen des humanen Typ-1- und Typ-2-Diabetes befasst. Mit weiteren Preisen und Projektförderungen unterstützt die DDG wissenschaftliche Arbeiten in der Diabetologie. Über deren Vergabe entscheidet die vom Vorstand der DDG eingesetzte "Jury zur Förderung wissenschaftlicher Projekte". Jährlich werden zahlreiche Projekte gefördert und Preise verliehen.

zuletzt bearbeitet: 04.06.2014 nach oben

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