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Arzneimittelentwicklung soll schneller werden

Die 'Accelerating Medicines Partnership' (AMP) – eine Initiative der National Institutes of Health (NIH)

Neues vorgestellt und kommentiert von Prof. Helmut Schatz

Die Entwicklung eines neuen Arzneimittels bis zur Zulassung dauert typischerweise mehr als ein Jahrzehnt und kostet über 1 Milliarde US Dollar. Etwa 95 % aller Entwicklungen scheitern auf diesem Weg: Zumeist erweisen sich Wirksamkeit und Sicherheit als nicht oder nicht ausreichend gegeben. Die NIH-Initiative "Accelerating Medicines Partnership" soll Regierungsstellen, Non-profit-Organisationen und die Pharmazeutische Industrie zusammenbringen, um die Entwicklung neuer Medikament bis zum Einsatz am Patienten zu beschleunigen.

Die heutige Medikamentenentwicklung fußt auf einer breiten Basis: Eine Vielzahl von Biomarkern, technologische Fortschritte etwa auf dem Gebiet von Genomics und Proteomics sowie der Bildgebung ergeben eine Flut von Daten, deren koordinierte Analyse eine große Herausforderung darstellt. Es ist eine diffizile Aufgabe, die Gene und Moleküle herauszufinden, welche als Ansatzpunkt für neue, besonders vielversprechende Therapien dienen können.

Bisher haben biopharmazeutische Firmen, akademischen Institutionen und Regierungsbehörden parallel und mit wenig Austausch untereinander geforscht und entwickelt. Nun soll im Rahmen einer neuen Initiative die gesamte biomedizinische Gemeinschaft enger zusammenarbeiten. Neben der amerikanischen Arzneibehörde FDA und dem NIH sollen auch 10 biopharmazeutisch tätige Firmen wie etwa Merck, Pfizer, Johnson & Johnson oder GlaxoSmithKline sowie Patientengruppen und Stiftungen wie die Alzheimer's Association, die American Diabetes Association und die Lupus Foundation of America an der Initiative teilnehmen und die neue AMP-Gruppe bilden.

Das Fünfjahres-Budget der AMP soll bei der vergleichsweise geringen Summe von 230 Millionen US Dollar liegen. Es ist geplant, auf folgenden drei Krankheitsgebieten je 3 bis 5 Pilotprojekte zu fördern: Alzheimer-Demenz, Typ-2-Diabetes und Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoide Arthritis und Lupus erythematodes. Diese drei Erkrankungsgruppen wurden ausgewählt, weil sie häufig sind und auf diesen Gebieten bedeutende neue Erkenntnisse über zugrundeliegende Mechanismen gefunden wurden. Gerade hier besteht eine große Diskrepanz zwischen neuen, grundlagenwissenschaftlichen Befunden und innovativen, effektiven Therapieansätzen.

Kommentar

Die neue Initiative ist aus vollem Herzen zu begrüßen. Ihr ist jeder nur mögliche Erfolg zu wünschen. Der Referent hat aber leise Bedenken, ob alles so funktionieren wird wie es sich die Initiatoren vorgestellt haben. Die treibende Kraft in unserer heutigen Welt ist nun einmal - nach wie vor - die Ökonomie. Ob die Firmen zu einer Kooperation bereit sein werden, anstelle eines Wettbewerbes, bleibt abzuwarten. Die staatliche Planung und Lenkung von Arzneientwicklungen hat, wie die Geschichte gezeigt hat, bisher nur bescheidenen Erfolge gebracht. Aber der Referent lässt sich sehr gerne eines anderen belehren – hoffentlich!

Literatur

zuletzt bearbeitet: 26.02.2014 nach oben

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