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BARMER GEK und diabetesDE veröffentlichen Diabetes-Atlas

Pressemitteilung: Barmer GEK

Große regionale Unterschiede - mehr Diabetiker im Osten

Zum Weltdiabetestag legen die BARMER GEK und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe neue Zahlen zur regionalen Verteilung von Diabetes Typ 1 und Typ 2 in Deutschland vor. Der aktuelle "Diabetes-Atlas" belegt eine deutliche Zunahme der Betroffenenzahlen binnen fünf Jahren. So stieg die Zahl der Erkrankten zwischen 2008 und 2012 um 14 Prozent, bundesweit sind mittlerweile rund acht Prozent aller gesetzlich Versicherten bzw. über sechs Millionen Menschen betroffen. Auffällig sind auch die regionalen Unterschiede. Während in Teilen Hamburgs nur 4,3 Prozent unter Diabetes leiden, sind es im brandenburgischen Bad Belzig 13,5 Prozent.

Die jetzt von der BARMER GEK und der Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe publizierten Zahlen zur Häufigkeit von Diabetes verdeutlichen das Ausmaß der Volkskrankheit in verschiedenen Regionen. "Die Daten zeigen regional beachtliche Schwankungen", so Dr. Christian Graf, Leiter Versorgungsmanagement und Prävention bei der BARMER GEK. Besonders wenig gefährdet, an Diabetes zu erkranken, waren zuletzt Hamburger aus dem Postleitzahlen-Bereich 226. Hier lag die Diabetes-Häufigkeit zuletzt mit 4,3 Prozent besonders niedrig. "Wäre die Diabetes-Prävalenz in ganz Deutschland so niedrig wie hier, wäre das bundesweite Diabetesproblem schon um ein Drittel kleiner", kommentiert Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, die Zahlen. Leider gebe es aber viele Regionen am anderen Ende der Skala.

Am schlechtesten schneidet der Postleitzahlen-Bereich 148 im brandenburgischen Bad Belzig ab. Hier leben mit 13,5 Prozent dreimal so viele Menschen mit Diabetes wie an der Hamburger Elbchaussee und Umgebung. Auf Ebene der Bundesländer weisen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg die höchsten Raten auf. Das westlichste Bundesland mit einer vergleichbar hohen Diabetes-Häufigkeit ist das Saarland. Die niedrigsten Werte erreichen 2012 die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg und Baden-Württemberg.

"Diese großen regionalen Unterschiede beziehen sich auf die Versicherten der BARMER GEK, lassen sich aber nicht auf unterschiedliche Alters- oder Geschlechtsstrukturen zurückführen", erläutert Dr. Graf. Diese Fehlerquelle habe die Krankenkasse in ihrer Auswertung durch Alters- und Geschlechtsstandardisierung auf die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland 2012 berücksichtigt. Auffällig sei, dass Diabetes vorrangig in sozial schwächeren Regionen auftrete. So zeigten die östlichen Bundesländer durchweg eine Diabetes-Häufigkeit über dem Bundesdurchschnitt von acht Prozent.

Die Auswertung von fünf Jahren basiert auf Daten von fast neun Millionen BARMER GEK Versicherten, das sind 12,5 Prozent der Bundesbürger – das derzeit größte untersuchte Kollektiv einer Krankenkasse. "Diese standardisierte Erhebung ist von großer Aussagekraft", bestätigt Professor Danne von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Ob es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit, kleinen Einkommen, geringer Kaufkraft und dem Auftreten der Krankheit Diabetes gibt, müssten weitere Studien der Versorgungsforschung zeigen. Eines machen die aktuellen Zahlen aus Sicht von Prof. Danne aber deutlich: "Die Versorgungsforschung in Sachen Diabetes muss besser werden. Es kann nicht sein, dass wir bei einer Krankheit, von der über sechs Millionen Bundesbürger betroffen sind, quasi im Nebel stochern, wenn wir wissen wollen, wie häufig die Krankheit in welchen Gegenden ist, wie gut Patienten wo versorgt sind oder wie hoch die Rate an Folgeerkrankungen ist."

Unterstützung erhofft sich diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe auch von anderen gesetzlichen Krankenkassen (GKV). "Diese sollten dem Beispiel der BARMER GEK folgen und ihre Daten ebenfalls offen legen," fordert Danne. Aus Sicht der gemeinnützigen Organisation sollten die Zahlen auch Landespolitiker alarmieren. Danne: "Um der Volkskrankheit Diabetes wirkungsvoll zu begegnen, bedarf es gesamtgesellschaftlicher Anstrengungen. Ein Nationaler Diabetesplan für Deutschland kann dafür sorgen, dass regionale Unterschiede im Auftreten der Krankheit und bei der Versorgung angemessen aufgefangen werden."

Mehr Informationen zur Diabetes-Häufigkeit:

Details zur regionalen Verteilung von Diabetes und zur zeitlichen Entwicklung sowie Informationen zur Auswertungs-Methode liefert die Präsentation "Regionale Prävalenzen des Diabetes mellitus in Deutschland" (PDF) auf der Seite der BARMER GEK.

zuletzt bearbeitet: 13.11.2013 nach oben

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