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Wie Hausärzte und Diabetologen Menschen mit Diabetes optimal versorgen

Pressemitteilung: diabetesDE

Experten-Chat von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe am 1. März 2012

Seit etwa zehn Jahren stärken bundesweit sogenannte Disease Management Programme (DMPs) die hausärztliche Versorgung chronisch Kranker. Diese strukturierten Behandlungsprogramme nutzen Schätzungen zufolge mehr als 3,5 Millionen Menschen mit Diabetes Typ 2. Zwar betreut in Deutschland jeder Hausarzt etwa 100 dieser Patienten; trotzdem nehmen immer noch bis zu 30 Prozent der Hausarztpraxen nicht an den DMPs teil.

Wie Ärzte und Diabetes-Berater Menschen mit Diabetes in Deutschland optimal versorgen und wie Experten von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe die Versorgungsqualität verbessern wollen, erklärt Lars Hecht, Vorstandsmitglied von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe im nächsten Experten-Chat. Fragen können dem Diabeteswissenschaftler ab sofort gestellt werden.

Menschen mit Diabetes Typ 2 werden hauptsächlich ambulant behandelt, während qualifizierte Diabetologen DDG in etwa 1.100 Schwerpunktpraxen und 350 speziellen Klinken größtenteils Menschen mit Diabetes Typ 1 betreuen. Sinnvoll wäre eine Schwerpunktpraxis pro 50.000 bis 100.000 Einwohner und eine qualifizierte Klinik pro 200.000 bis 400.000. "Diese Gesamtzahl von erforderlichen Einrichtungen ist in Deutschland zwar gegeben", sagt Hecht. Jedoch gäbe es große regionale Unterschiede, so dass nicht überall eine wohnortnahe Behandlung möglich sei.

Um die Versorgung zu verbessern, hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) unter anderem Qualitätsanforderungen für die Berufe des Diabetologen, der Diabetesberater und -assistenten geschaffen. "Auch DMPs tragen mit ihrem strukturierten Programm zur Steigerung der Versorgungsqualität bei", sagt Hecht. Sie ermöglichen Betroffenen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2, neben einer Patienten-Schulung an einem langfristig angelegten Behandlungsprogramm teilzunehmen, das regelmäßige Kontrolluntersuchungen anbietet. "Auch immer mehr Hausärzte nehmen an den Typ-2-Diabetes-DMPs teil", berichtet Hecht. So hätten mit regionalen Schwankungen im Sommer 2011 bereits 70 bis 80 Prozent der Praxen DMPs für Ihre Diabetes-Typ-2-Patienten angeboten.

Wie gut Menschen mit Diabetes in den verschiedenen Regionen Deutschlands tatsächlich versorgt sind, sei schwer zu sagen, sagt der Chat-Experte. Denn in vielen Bereichen fehlen verlässliche Zahlen. Nur für Kinder und Jugendliche besteht seit 1995 eine bundesweite Initiative, die die Qualität sichert. Zuverlässige Daten für eine bessere Versorgung von Erwachsenen mit Diabetes seien auch Teil des von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe, DDG und des Verbands der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) geforderten Nationalen Diabetesplans. "Dieser wurde bislang in einigen Ländern Europas umgesetzt - nicht jedoch in Deutschland", kritisiert Hecht.

Wie gut Menschen mit Diabetes in Deutschland versorgt sind und was diabetesDE, DDG und VDBD dafür tun, um die Versorgung zu verbessern, erklärt Lars Hecht im nächsten Experten-Chat von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe am 1. März 2012. Der Diabeteswissenschaftler schloss die Universität in London 2010 mit dem Master of Science in Diabetes Care mit Auszeichnung ab. Bereits seit 2005 ist er Nichtärztlicher Leiter des Therapie- und Schulungszentrums für Diabetologie der Sana Klinik Oldenburg.

Der Diabetes-Chat steht allen Internetnutzern kostenfrei zur Verfügung. Protokolle der letzten Sprechstunden können Sie hier abrufen. Eine weitere wichtige Anlaufstelle ist das Diabetes Gesundheitstelefon. Unter der Nummer 0180-2505205 (6 Cent/Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 42 Cent/Minute) stehen täglich 24 Stunden Experten bereit.

zuletzt bearbeitet: 24.02.2012 nach oben

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