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Diabetes-Schulung

Pressemitteilung: diabetesDE

Haben Diabetiker den Blutzucker im Alltag unter Kontrolle?

Etwa 40 bis 50 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ 2 erhalten Blutzucker senkende Tabletten. Mehr als 1,5 Millionen spritzen Insulin - sei es als kombinierte Therapie mit Tabletten, konventionelle Zweispritzentherapie oder intensivierte Insulintherapie, ähnlich wie bei Typ-1-Diabetikern. Um diese Therapie auch im Alltag mit Erfolg durchzuführen, müssen Typ-1- wie Typ-2-Diabetiker an einer Schulung teilnehmen. Jedoch macht nicht jeder Hausarzt seine Patienten darauf aufmerksam. Dabei lernen Menschen mit Diabetes erst hier, wie sie ihren Blutzucker auch im Alltag in den Griff bekommen.

Was bei einer Diabetes-Schulung auf der Agenda steht und warum sie für jeden Diabetiker wichtig ist, erklärt Harald Stäblein im nächsten diabetesDE-Experten-Chat am 10. August 2011. Stäblein arbeitet als Diabetesberater in Bayreuth und ist Schatzmeister des Verbandes der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe (VDBD). Fragen können ab sofort gestellt werden.

Vielen neuerkrankten Menschen mit Diabetes fällt die erste Zeit nach der Diagnose nicht leicht. Zwar haben Sie schon mal von der Zuckerkrankheit gehört. Warum es gerade sie getroffen hat und welche Folgen die Stoffwechselkrankheit im Alltag hat, wissen sie meist nicht: Stimmt es beispielsweise, dass sie jetzt nichts Süßes mehr essen dürfen? Muss jeder Diabetiker Insulin spritzen? Wie misst man seinen Blutzucker?

In einer Diabetes-Schulung bekommen Betroffene und Angehörige Antworten auf ihre Fragen. Sie lernen, wie sie ihren Blutzucker messen, welches die richtige Spritztechnik ist, auf was sie bei der Ernährung achten sollten und was im Notfall bei einer Unterzuckerung zu tun ist. Eine Schulung motiviert aber auch dazu, frühzeitig eigenverantwortlich mit der Stoffwechselerkrankung umzugehen. Denn Patienten-Autonomie stellt einen wesentlichen Teil der Behandlung chronisch Kranker dar.

Langfristig zielt die Schulung darauf ab, Folgeerkrankungen zu verhindern. Dazu zählen unter anderem das diabetische Fußsyndrom, Herzkrankheiten, Schlaganfall, Einschränkungen der Sehkraft und Nierenleiden. Diese schwerwiegenden Begleiterkrankungen betreffen häufig auch ältere Diabetiker. Schulungen gibt es daher nicht nur für junge insulinpflichtige Menschen mit Diabetes Typ 1, Typ-2-Diabetiker, die Insulin spritzen und solche, die es nicht spritzen. Sondern auch für ältere Menschen, die mit herkömmlichen Diabetes-Schulungen überfordert sind. Deutsche Diabetologen haben für sie ein Programm entwickelt: Im "Strukturierten Schulungsprogramm für geriatrische Patienten (SGS)" gilt der Grundsatz, Inhalte so einfach wie möglich zu vermitteln.

Welche Schulung für Betroffene die richtige ist, was sie dort lernen und wann sie damit anfangen sollten, erklärt Harald Stäblein am 10. August im diabetesDE-Experten-Chat. Neben seiner Tätigkeit als Diabetesberater und Schatzmeister des VDBD gehören Schulungen von Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes sowie Kinder und Jugendliche mit Diabetes zu seinen Hauptaufgaben.

zuletzt bearbeitet: 03.08.2011 nach oben

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