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Therapie lindert depressive Symptome bei Diabetikern

Auch über Essstörungen bei Diabetes diskutieren Experten auf dem Psychosomatik-Kongress 2011

Menschen mit Diabetes haben ein doppelt so hohes Risiko eine Depression zu erleiden wie körperlich Gesunde. Die psychische Erkrankung wiederum erschwert eine erfolgreiche Behandlung des Diabetes. Derzeit wird eine Depression lediglich bei jedem zweiten betroffenen Diabetiker erkannt. Dabei lassen sich mit der rechtzeitigen Therapie depressive Symptome ähnlich gut lindern wie bei depressiven Patienten ohne Diabetes. Dazu gehören Antidepressiva, Verhaltenstherapie oder die Kombination aus beidem. Welche Therapie Erkrankten hilft und wie sich etwa Essstörungen bei Diabetespatienten behandeln lassen, diskutieren Experten auf dem Deutschen Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Fast jeder zehnte Bundesbürger ist an Diabetes Typ 1 oder 2 erkrankt. Die chronische Entgleisung des Blutzuckerspiegels schädigt Augen, Nieren und Gefäße und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Krankheit und ihre Folgen belasten die Psyche der Betroffenen besonders stark. "Rund zwei Millionen Diabetiker leiden bundesweit an depressiven Symptomen", betont Professor Dr. med. Stephan Herpertz von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum.

"Schon leichte depressive Symptome senken nicht nur die Lebensqualität, sondern können auch den Diabetes deutlich verschlimmern." Sie fördert etwa über Ausschüttung von Hormonen die Insulinresistenz und begünstigt Entzündungsprozesse. Zudem neigen depressive Patienten eher dazu, sich wenig zu bewegen und die medikamentöse Therapie zu vernachlässigen. Studien zufolge erhöht sich das Sterberisiko eines depressiven Diabetikers deutlich. "Dies zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur die körperlichen Symptome von Diabetespatienten zu behandeln, sondern auch auf ihre seelische Situation einzugehen", ergänzt Professor Herpertz.

"Derzeit wird eine Depression nur bei jedem zweiten betroffenen Diabetes-Patienten erkannt und noch viel seltener behandelt", sagt Professor Herpertz. Oftmals seien sich die Betroffenen ihrer psychischen Erkrankung und den Folgen für den Diabetes selbst nicht bewusst. "Dabei lässt sich eine früh erkannte Depression gut bessern." Bewährt haben sich Antidepressiva vom Typ der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), aber auch eine speziell auf Diabetes zugeschnittene Verhaltenstherapie. Darin lernen die Patienten unter anderem Strategien, mit negativen Gedanken umzugehen, Probleme aktiv zu lösen und die Erkrankung in ihr Leben zu integrieren. Dazu gehört auch, die Patienten für die meist lebenslange Kontrolle von Blutzucker und Planung von Nahrungsaufnahme und Bewegung zu motivieren.

Erstmals haben Forscher der Universität Bochum in einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Studie "Diabetes und Depression" (DAD-Studie) medikamentöse und psychotherapeutische Verfahren direkt miteinander verglichen. Die rund 250 depressiven Diabetiker, wurden im Lauf von zwölf Wochen entweder mit dem SSRI Sertralin oder aber mit einer 20-stündigen Verhaltenstherapie behandelt und ein weiteres Jahr nachuntersucht. Details der Studie stellt der Studienleiter Professor rer. soc. Dipl.-Psych. Frank Petrak von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Bochum auf dem Deutschen Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie vom 23. bis 26. März 2011 in Essen vor.

Hören Sie in einem Audiopodcast mit Kongresspräsident Professor Senf mehr über die Bedeutung der Psychosomatik und die Kongressthemen, wie etwa Arbeitsbelastungen und Essstörungen: http://www.deutscher-psychosomatik-kongress.de/modules/informationen/item.php?it...

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 25.02.2011 nach oben

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