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Weltdiabetestag:

Vitamin B1-Mangel kann Zuckerkranken "auf die Nerven gehen"

Ein ausgeprägter Mangel an Vitamin B1 (Thiamin) scheint neuen Erkenntnissen zufolge die Entstehung der Begleit- und Folgeerkrankungen des Diabetes wesentlich zu begünstigen. "Der Ausgleich dieser Vitamin-Defizite ist daher eine wichtige Maßnahme, um Nerven und Blutgefäße vor den schädlichen Auswirkungen erhöhter Blutzuckerspiegel zu schützen", appelliert die Gesellschaft für Biofaktoren e.V. (GfB) anlässlich des Weltdiabetestags am 14. November 2009.

Die Experten von der GfB verweisen auf Forschungsergebnisse britischer Wissenschaftler um Paul Thornalley von der Universität Warwick. Denen zufolge haben Diabetiker um durchschnittlich 75 Prozent erniedrigte Thiamin-Konzentrationen im Blutplasma. Ursache ist ein diabetesbedingter Defekt der Niere, wodurch die Ausscheidungsrate für Thiamin um bis zu 24-fach erhöht ist.

"Zu den typischen Erscheinungen eines Thiamin-Mangels zählen Nervenschäden, sogenannte Neuropathien, von denen auch etwa 30 bis 50 Prozent aller Diabetiker betroffen sind", erklären die Wissenschaftler von der GfB. "Eine möglichst normnahe Blutzuckereinstellung ist natürlich die erste und wichtigste Maßnahme, um Folgeschäden des Diabetes, wie der Neuropathie, vorzubeugen", sagt Prof. Hilmar Stracke, Diabetologe an der Universitätsklinik Gießen und Marburg. Jedoch zeige eine große europaweite Studie, dass das allein nicht reicht: 28 Prozent der Diabetiker entwickelten trotz optimaler Blutzuckerkontrolle eine diabetische Neuropathie.

Auch die gefährdeten Blutgefäße des Diabetikers scheinen zu leiden, wenn es an Thiamin mangelt: Die britischen Wissenschaftler um Thornalley beobachteten, dass der Vitamin-B1-Mangel mit einem Anstieg von Blut-Markern für Gefäßschäden und Adernverkalkung verbunden war.

"Derartige klinische Thiamin-Mangelzustände lassen sich allein über die Nahrung nicht ausgleichen", betont die GfB. Hier sei eine hoch dosierte Behandlung erforderlich, die oral mit einer fettlöslichen Vorstufe des Thiamins, dem Benfotiamin, erzielt werden könne. "Benfotiamin wird vom Körper und den Geweben wesentlich besser aufgenommen als normales Vitamin B1", so die GfB.

Erst kürzlich konnte in einer kontrollierten klinischen Studie an der Universität Gießen und Marburg erneut nachgewiesen werden, dass Benfotiamin bei Diabetikern mit Neuropathien deutlich die Beschwerden wie Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Füßen lindert und dabei sehr gut verträglich ist.

Quellen

  • Diabetologia 2007, 50: 2164-2170
  • Exp Clin Endocrinol Diabetes 2008, 116: 600-605

zuletzt bearbeitet: 10.11.2009 nach oben

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Dr. phil. Axel Hirsch

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