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Telemedizin bei Diabetes

Pressemitteilung: SHL Telemedizin GmbH

Höhere Therapiezufriedenheit, verbesserte Stoffwechselparameter

Telemedizinisches Zentrum Die zusätzliche telemedizinische Betreuung von Diabetikern im telemedizinischen Betreuungsprogramm Diabetiva® wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel und die Lebensqualität der Patienten aus. Darüber hinaus gibt es einen nennenswerten ökonomischen Mehrwert. Das sind Ergebnisse aus der Diabetiva®-Studie, die am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin von Prof. Dr. med. Stephan Martin, Ärztlicher Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ) am Krankenhaus Gerresheim Sana Kliniken Düsseldorf, und von Prof. Dr. med. Stefan N. Willich, MPH, MBA, Direktor des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie an der Charité, vorgestellt wurden.

Patienten mit Diabetes mellitus gehören zur größten Gruppe von chronisch Erkrankten in Deutschland. Das Hauptproblem stellt die langfristige Blutzuckereinstellung dieser Patienten dar. Die Daten zur Frage nach den Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die Lebensqualität wurden im Rahmen einer aktuellen Studie erhoben. Hierfür wurden 100 Patienten im Diabetiva®-Programm über sechs Monate beobachtet.

Alle eingeschlossenen Patienten wurden zu Beginn ihrer Teilnahme am Diabetiva®-Programm, sowie drei und sechs Monate später befragt. Durch den Einsatz von fünf validierten Fragebögen (DTSQ, PAID, EuroQol, PHQ-9, SF-12) gab die Untersuchung Auskunft über den Verlauf der Lebensqualität, die emotionale Belastung, die Therapiezufriedenheit und die Problemfelder, die Patienten bei ihrer Diabetesbehandlung erlebten. Zusätzlich wurden Daten zur Stoffwechseleinstellung erhoben.

Das Ergebnis: Die Lebensqualität steigerte sich bei allen Patienten unabhängig von der Höhe des HbA1c-Ausgangswertes. Der HbA1c-Wert, ein wichtiger Blutwert zur Langzeitaussage der Blutzuckereinstellung, reduzierte sich signifikant. Gewicht und Body Mass Index (BMI) wurden ebenso signifikant reduziert. Die Therapiezufriedenheit der Patienten mit ihrer Diabetesbehandlung erhöhte sich deutlich. Die Patienten erlebten signifikant seltener Episoden von Über- oder Unterzuckerung. Die emotionale Belastung der Patienten nahm genauso hochsignifikant ab, wie die Anzahl der Patienten, die eine depressive Symptomatik aufwiesen.

"Somit führt das Diabetiva®-Programm nicht nur zur Verbesserung von objektiven, sondern auch von subjektiven Krankheitsparametern", erklärt Prof. Martin, der die Evaluation begleitet hat. "Dies kann für die Behandlung einer chronischen Erkrankung nicht hoch genug eingeschätzt werden."

Mit dem Ziel, den ökonomischen Nutzen des Diabetiva®-Programmes zu untersuchen, wird derzeit an der Charité unter der Leitung von Prof. Willich eine Auswertung von Krankenkassendaten vorgenommen. Dabei werden die Daten von 369 Patienten, die über einen Zeitraum von 750 ± 355 Tagen im Diabetiva®-Programm betreut wurden, mit den Daten von 369 herkömmlich betreuten Patienten verglichen. Die Patienten waren durchschnittlich 67,3 ± 9,5 Jahre alt. In der Evaluation der Daten zeigte sich bereits, dass Patienten, die zusätzlich im Diabetiva®-Programm betreut werden, seltener stationär behandelt werden mussten und dass die Gesamtkosten für Klinikaufenthalte sowie Kosten pro Krankenhausaufenthalt niedriger waren. Die ökonomischen Auswirkungen in anderen Bereichen des Gesundheitswesens werden derzeit noch untersucht.

"Die Untersuchung zeigte Einspareffekte, die daraus resultieren, dass die Patienten seltener stationär aufgenommen wurden und dass Krankenhausaufenthalte kostengünstiger waren. Das schafft eine gute Ausgangsbasis, um die Telemedizin im Sinne chronisch Kranker in der Fläche nutzen zu können und damit das Gesundheitswesen zu entlasten", resümiert Prof. Willich. "Nach Abschluss der Studie werden wir Aufschluss darüber bekommen, ob sich derartige Einspareffekte auch bei der ambulanten Versorgung oder bei den Arzneimittelausgaben zeigen." Die aktuellen Daten zeigen auf, dass es einen Zusammenhang zwischen der Teilnahme am Diabetiva®-Programm und therapierelevanten Parametern in der Diabetesbehandlung gibt. Hiermit wird zum wiederholten Male der Nutzen der Telemedizin in der Behandlung von chronisch Kranken bestätigt.

Über Diabetiva

Diabetiva® ist das telemedizinische Betreuungsprogramm von SHL Telemedizin, das Mitte 2006 zunächst in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt als Integrationsvertrag mit der BKK Gesundheit (zuvor TAUNUS BKK) startete. Seit April 2007 wird es bundesweit angeboten. Mit Diabetiva® werden insbesondere Hochrisiko-Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und manifester mikro- oder makrovaskulärer Erkrankung angesprochen, also mit Folgeerkrankungen der kleinen und großen Blutgefäße. Die Patienten erhalten ein Blutzuckermessgerät nach Hause, messen ihre Werte nach Vorgabe des behandelnden Arztes regelmäßig und übermitteln automatisch, über ein Modem die Werte an das Telemedizinische Zentrum von SHL Telemedizin. Dort werden sie in einer Fallakte dokumentiert und stehen den behandelnden Ärzten jederzeit zur Verfügung. Sie erhalten so eine bessere Datenlage über den Krankheitsverlauf ihrer Patienten und können ihre Therapie zeitnah etwaigen Veränderungen anpassen. Zu dem Programm gehört auch ein 72-Stunden-Blutzuckerprofil, das einmal im Jahr in Zusammenarbeit mit dem Institut für Diabetes "Gerhard Katsch" in Karlsburg angeboten wird.

Bildunterschrift: Telemedizinisches Zentrum
Bildquelle: SHL Telemedizin GmbH

zuletzt bearbeitet: 05.11.2009 nach oben

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