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Vollkornprodukte senken Diabetesrisiko - aber nicht bei jedem

Erbgut entscheidet über Nutzen ballaststoffreicher Ernährung

Wer viele Ballaststoffe aus Getreideprodukten isst, hat ein vermindertes Typ-2-Diabetesrisiko. Allerdings ist das nicht bei jedem so. Ein winziger Unterschied im Erbgut kann bewirken, dass manche Menschen hinsichtlich des Diabetesrisikos keinen Vorteil von Vollkornernährung haben. Das sagt Professor Dr. Dr. Hans-Georg Joost in der aktuellen Ausgabe der "Neue Apotheken Illustrierte extra Diabetes". Er ist Wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke.

In einer Studie seines Instituts konnten Träger einer bestimmten Erbgut-Veränderung ihr Diabetesrisiko um 14 Prozent senken, wenn sie täglich etwa eine Scheibe Vollkornbrot aßen. Bei Personen, die eine andere Variante dieses Gens aufwiesen, trat diese Wirkung nicht auf. "Im Vergleich zu anderen Risikofaktoren wie Übergewicht ist dieser Effekt jedoch relativ klein", relativierte Joost.

Allerdings haben die Wissenschaftler damit erstmalig einen direkten Zusammenhang zwischen einer Erbgutvariante, Vollkorn-Ernährung und dem Erkrankungsrisiko nachgewiesen. "Je öfter das gelingt, desto eher werden wir in der Lage sein, individuelle Ernährungsempfehlungen zu geben", hofft der Pharmakologe.

"Die generelle Empfehlung, mehr Vollkornprodukte zu verzehren, ist damit aber keineswegs überholt", warnt Joost. Im Rahmen einer ausgewogenen gesunden Ernährung spielen Vollkornprodukte nach wie vor eine große Rolle.

zuletzt bearbeitet: 18.05.2009 nach oben

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