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Qualität der REHA nach OP entscheidend für Prognose

Falsche Anschlussheilbehandlung und Diabetes erhöhen das Risiko für einen erneuten Infarkt

Menschen, die am Herzen operiert sind und die falsche Anschlussheilbehandlung wählen, haben kaum Aussicht auf langfristige Genesung. Bei bis zu 40 Prozent der Patienten führen unbehandelte Störungen des Glukosestoffwechsels oder ein verkannter Diabetes zur schnellen Progression der Erkrankung. Nach dem Infarkt ist oft vor dem Infarkt. Nicht selten landen die Betroffenen dann in Kürze erneut auf dem OP-Tisch.

Noch schlechter sieht die Prognose für herzkranke Diabetiker aus, bei denen medizinisch unzureichend - auch vor und während einer Operation - interveniert wird. So liegt die Wahrscheinlichkeit für ein wiederkehrendes Ereignis bei Patienten mit Diabetes um ein Vielfaches höher, wenn die Stoffwechselproblematik unberücksichtigt bleibt. Das Risiko für Komplikationen steigt, werden Faktoren wie Blutzucker, Blutdruck und Fette nicht rechtzeitig und adäquat behandelt. Hier gibt es über Fachgrenzen hinaus in Akut- und Rehabilitationsmedizin noch immer große Versorgungslücken.

Kardiologische REHA-Kliniken können ihre Behandlungsqualität aber jetzt mit dem "AHB-Zertifikat für herzkranke Diabetiker" nachweisen. Vergeben wird das Qualitätssiegel von Stiftung DHD ("Der herzkranke Diabetiker") und DGPR (Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation e.V.). Beste Chancen auf das Zertifikat haben spezialisierte Einrichtungen mit einem multiprofessionellen Betreuungsansatz.

Als wichtige Voraussetzung in der kardiologischen Rehabilitation gilt, dass die Patienten gemeinsam von Kardiologen und Diabetologen in einem interdisziplinären Team behandelt werden. "Wir erfassen neben strukturellen Kriterien auch die Prozess- und Ergebnisqualität in den Kliniken. Gleichzeitig wird erwartet, dass Therapiestandards leitlinienkonform umgesetzt werden", sagt Professor Diethelm Tschöpe, Vorsitzender der Stiftung DHD.

"Die Behandlung herzkranker Patienten muss optimiert werden, denn die Lebenserwartung der Betroffenen könnte, wie wir wissen, deutlich besser sein. Nur mit zielwertgerechter Einstellung aller Risikofaktoren lassen sich akute Koronarereignisse vermeiden. Die richtige Anschlussheilbehandlung kann dazu einen entscheidenden Beitrag leisten", erklärt Tschöpe.

zuletzt bearbeitet: 20.01.2009 nach oben

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