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Typ-1-Diabetes und Zöliakie

Studienergebnisse: Zöliakie-Risiko in Familien mit Typ-1-Diabetes erhöht

In Deutschland leiden etwa 0,3 Prozent der Bevölkerung an einer Zöliakie. Bekannt ist, dass Patienten mit Typ-1-Diabetes häufiger an Zöliakie erkranken. In einer Auswertung der BABYDIAB-Studie konnte die Forschergruppe Diabetes feststellen, dass bei Kindern von Müttern und /oder Vätern mit Typ-1-Diabetes das Risiko für Zöliakie-spezifische Antikörper fünf Prozent beträgt und somit deutlich höher ist als bei Kindern von nicht-diabetischen Eltern.

Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung des Dünndarms, die durch Symptome wie Durchfall, Gewichtsverlust, verzögertes Wachstum, Verdauungsstörungen und Anämie gekennzeichnet ist. Die Erkrankung resultiert aus einer Zerstörung der Dünndarmschleimhaut, bei der das Immunsystem eine wichtige Rolle spielt. Ähnlich wie beim Typ-1-Diabetes, kann auch eine Zöliakie frühzeitig durch die Bestimmung von Zöliakie-spezifischen Antikörpn im Blut (Antikörper gegen das Enzym Transglutaminase C) festgestellt werden. Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes ist der Auslöser der Zöliakie bereits bekannt, nämlich das in Getreide enthaltene Eiweiß Gluten. Die Behandlung der Zöliakie erfolgt durch eine lebenslange glutenfreie Ernährung, wodurch sich die Dünndarmschleimhaut regeneriert und die Symptome verschwinden.

Da das Risiko für eine Zöliakie in Familien mit Typ-1-Diabetes erhöht ist, bestimmt die Forschergruppe Diabetes auch im Rahmen der TEDDY-Studie bei allen Kindern ab dem zweiten Lebensjahr regelmäßig die Zöliakie-assozierten Antikörper im Blut.

Die TEDDY-Studie möchte die umweltbedingten Ursachen des Typ-1-Diabetes erforschen. Sie testet alle Neugeborenen bis zum Alter von drei Monaten kostenlos auf Typ-1-Diabetes-Risikogene. Liegt dann tatsächlich ein erhöhtes genetisches Risiko vor, können die Kinder bei der TEDDY Studie mitmachen, wo sie intensiv betreut werden. Neben dem Test auf Zöliakie-Antikörper findet auch ein Test auf Diabetes-Antikörper statt, um den Diabetes frühzeitig diagnostizieren zu können, falls er auftritt.

Eltern, die mit ihren Kindern an der TEDDY-Studie teilnehmen möchten, melden sich bitte bei der

Forschergruppe Diabetes
Kölner Platz 1, 80804 München
Kostenlose Hotline: 0800 / 33 83 339
E-Mail: teddy.germany@lrz.uni-muenchen.de

Mehr Informationen zur TEDDY Studie auf www.teddystudy.org.

zuletzt bearbeitet: 08.01.2009 nach oben

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