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LIVE-SPP:

Abstract zum Vortrag von Prof. Dr. Oliver Schöffski, MPH Nürnberg, im Rahmen einer Pressekonferenz von sanofi-aventis bei der 8. Jahrestagung der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker".

Behandlungskostenvergleich bei insulinpflichtigen Typ-2-Diabetikern im deutschen Versorgungsalltag

Bei der LIVE-SPP-Studie (Long acting Insulin Glargine Versus NPH Cost Evaluation in SPecialised Practices) handelt es sich um eine vergleichende Kostenanalyse bei insulinpflichtigen Typ-2-Diabetikern unter den Bedingungen des Versorgungsalltags aus der Perspektive der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Es wurden zwei Vergleichtherapien definiert: Die erste Gruppe bestand aus Patienten mit einer auf Insulin glargin basierenden Therapie plus einem oder mehreren oralen Antidiabetika oder in Kombination mit einem kurzwirksamen Insulin. Die zweite Gruppe bestand aus Patienten mit einer auf NPH basierenden Therapie plus oralen Antidiabetika oder kurzwirksamen Insulinen. In jeder der beiden Gruppen konnten 512 Patienten ausgewertet werden.

Zur Datenerhebung wurden bei 20 hausärztlich tätigen Diabetologen retrospektiv die Krankenakten ausgewertet. Eingeschlossen wurden Patienten, bei denen ein insulinpflichtiger Diabetes vorlag, die seit höchstens 24 Monaten mit Insulin vorbehandelt und seit mindestens 12 Monaten ununterbrochen auf einer der beiden Vergleichstherapien waren und für die ein vollständiger Datensatz vorlag.

Die beiden Behandlungsgruppen waren beim Einschluss in die Dokumentation statistisch nicht verschieden bezüglich Geschlecht, BMI, bisherige Diabetesdauer, Dauer der Insulinvorbehandlung, HBA1c-Wert und Nüchternblutzucker. Lediglich bezüglich Alter (die Insulin glargin Gruppe war im Schnitt ca. 2 Jahre älter) und der Anzahl der Spätkomplikationen (in der Insulin glargin Gruppe waren mehr Patienten mit diabetischen Folgeschäden) unterschieden sich die Gruppen. Das medizinische Behandlungsergebnis wies über die beobachtete Zeit (HBA1c, Nüchternblutzucker) ebenfalls keine statistisch signifikanten Unterschiede auf.

Die Insulin glargin basierten Therapien verursachten pro Patient und Jahr im Durchschnitt Gesamtbehandlungskosten in Höhe von 1.868 Euro, die NPH-basierten Therapien 2.064 Euro. Die Kostendifferenz von 196 Euro zugunsten von Insulin glargin kommt zustande, obwohl die reinen Arzneimittelkosten des Basalinsulin-Analogons höher sind als die von NPH Insulin.

Ursache für die Einsparungen unter Insulin glargin sind insbesondere die geringeren Kosten für Teststreifen und Nadeln. Adjustiert man das Ergebnisse nach der Anzahl der diabetischen Komplikationen so erhöht sich der Kostenvorteil für Insulin glargin sogar auf 367 Euro, ein statistisch signifikanter Unterschied. Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen wurden die unsicheren Variablen der Kalkulation um ± 25% variiert und es wurde in jedem Fall ein finanzieller Vorteil für die Insulin glargin Gruppe ermittelt.

Auch bei Subgruppenanalysen hat sich ergeben, dass bei jeder betrachteten Subgruppe die Insulin glargin Therapie kostengünstiger war. Bei den Subgruppen älter als 65 Jahre, BMI > 30 kg/m2, HBA1c < 7% sowie 4 und mehr diabetischen Komplikationen waren diese Kostenunterschiede sogar statistisch signifikant.

Als Schlussfolgerung kann festgehalten werden, dass die Mehrkosten für Insulin glargin durch Ersparnisse insbesondere bei der Blutzucker-Selbstmessung sowie bei den Nadeln für die Insulinapplikation überkompensiert werden.

zuletzt bearbeitet: 05.12.2008 nach oben

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