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Speck macht (Harn)-Steine

Lebens- und Ernährungsgewohnheiten lassen Zahl der Harnsteinerkrankungen ansteigen

Symposium am 11. Oktober 2008 am Universitätsklinikum Jena

Jena. Mit den Hüftringen und Bäuchen wachsen auch die Harnsteine - auf diese einfache Formel lassen sich die Ursachen der steigenden Zahl von Harnsteinerkrankungen bringen. Fast jeder 20. entwickelt im Laufe seines Lebens ein Steinleiden, insgesamt haben derzeit pro Jahr 1,2 Millionen Deutsche mit Harnsteinen zu kämpfen.

"Bei einer halben Million Neuerkrankungen und 650.000 Wiederholungsfällen jährlich können wir von einer wahren 'Steinflut' sprechen", beschreibt Dr. Wolfgang Berg, Dozent an der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Jena (UKJ), die Situation. Innerhalb von 25 Jahren habe sich damit die Zahl der Harnstein-Patienten verdreifacht.

"Die Ursachen für diese Entwicklung liegen ganz klar in den heutigen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, die das metabolische Syndrom begünstigen", so der Harnsteinspezialist Berg. In zunehmendem Maße können Übergewicht, Bewegungsmangel, Bluthochdruck, Diabetes aber auch Stress und psychische Probleme über die Jahre zur Entstehung der kristallinen Gebilde im Körperinneren, in Niere oder Blase, führen. "Speck macht eben Steine", fasst Berg das prekäre Zusammenspiel von ungesunder Ernährung und steinfördernden Volkskrankheiten wie z. B. Gicht oder Magen-Darm-Erkrankungen zusammen.

Trotz hocheffektiver Therapiemethoden, dank derer heute die Steine minimalinvasiv oder völlig ohne einen Eingriff entfernt werden können, ist das Problem der Harnsteinerkrankungen weit von einer medizinischen Lösung entfernt. "Wir können die Steine zertrümmern und endoskopisch entfernen, aber nicht die Bildung neuer Steine verhindern, solange nicht die eigentlichen - oft stoffwechselbedingten - Ursachen beseitigt sind", so Dr. Wolfgang Berg. Das Augenmerk müsse sich daher auf die Vorsorge und Nachbehandlung richten, meint der Harnstein-Experte.

Neue Ansätze auf der Basis aktueller Erkenntnisse zu den vielfältigen Ursachen der Harnsteinbildung sind daher das Thema des am 11. Oktober stattfindenden Jenaer Harnsteinsymposiums. Etwa 120 Urologen und Wissenschaftler treffen sich auf der von der Jenaer Klinik für Urologie organisierten Tagung und diskutieren neue und bewährte Konzepte zur Diagnose und Behandlung des Steinleidens. Ziel der Mediziner ist es dabei, einerseits Rezidive zu verringern und andererseits neue Strategien der Steintherapie vorzustellen und zu diskutieren.

"Ein über Jahre in der Niere unbemerkt gebildeter Stein verursacht nicht nur irgendwann heftige Schmerzen, er kann auch zu Harnstauungen führen oder sogar die Niere irreparabel zerstören", erklärt Wolfgang Berg einige Risiken der scheinbar harmlosen Volkskrankheit. Eine der wirksamsten Vorbeugungsmaßnahmen ist dabei für alle durchführbar - die Umstellung der Ernährung und der Lebensgewohnheiten.

11. Oktober 2008, Beginn: 9:00 Uhr
Jenaer Harnsteinsymposium "Pathogenese, Diagnostik und Therapie des Harnsteinleiden - Aktuelle Konzepte für die Praxis"
Berggaststätte Fuchsturm, Jena

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 07.10.2008 nach oben

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