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Gesundheitsreform durch Computer, Handy und Internet

Experten beraten bei der eHealth2008

In Wien-Vösendorf beraten heute und morgen Expertinnen und Experten über eine effizientere medizinische Versorgung durch den Einsatz von Computer, Internet und Mobiltelefon. Ziel ist die stärkere Vernetzung von niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, um die Versorgungsqualität zu verbessern und gleichzeitig die Gesundheitskosten zu senken. Außerdem diskutieren die Fachleute über Möglichkeiten, wie man Patienten über Internet, Telemedizin und Home-Monitoring künftig stärker direkt zuhause betreuen kann.

Vor zwei Wochen hatte die Bundesregierung ihren Begutachtungsentwurf zur Gesundheitsreform vorgelegt. Darin enthalten ist auch die flächendeckende Einführung der "elektronischen Gesundheitsakte" (Elga). Dieser nächste Schritt nach der erfolgreichen Umsetzung der E-Card sieht jetzt die Einführung einer bundesweit vernetzten Patientendatei vor, die den elektronischen Austausch sämtlicher Befunde, Arztbriefe, Röntgenbilder und Therapieanwendungen für alle Patienten ermöglicht.

"Daten senden" anstatt "Patienten zu transportieren"

Bei der Expertentagung unter dem Titel "eHealth2008" von 29.-30. Mai sollen die Fachleute unteranderem zwei vorgegebene, realitätsnahe Szenarien der integrierten Gesundheitsversorgung erhalten und dazu weiterführende Lösungen skizzieren. Ziel aller Maßnahmen ist es, sich den absehbaren Herausforderungen wie etwa Alterung der Gesellschaft, Zunahme chronischer Erkrankungen zu stellen und eine leistbare Gesundheitsversorgung mit höchster Qualität für die Zukunft sicherzustellen. "Daten senden" anstatt "Patienten transportieren" ist einer der wichtigsten Ansatzpunkte.

Einer der Mitveranstalter der Tagung sind die Austrian Research Centers. Das eHealth systems-Team der ARC mit Standorten in Graz, Hall in Tirol und Wien forscht und entwickelt in den Bereichen Bioinformatik, Biosignalverarbeitung, medizinische Forschungsnetzwerke, Telemedizin (Home-, Health-, Telemonitoring) und wissensbasierte Systeme. Im vergangenen Jahr hat das Team schon Aufträge von mehreren namhaften internationalen Unternehmen an Land gezogen.

ARC eHealth systems entwickelt Handy als Gesundheitsterminal für Patienten

Mittels neuer Entwicklungen wie dem Osteominder (ein elektronisches Erinnerungssystem für Patienten an die nächste Medikation), dem Handy als Gesundheitsterminal oder der möglichst einfachen Verbindung zwischen medizinischen Messgeräten und dem Internet können pharmazeutische Unternehmen die Wirksamkeit und Sicherheit ihrer Medikamente direkt evaluieren. Dahinter steht die technische Vernetzung des österreichischen Gesundheitsinformationsnetzwerks (GIN) mit rund 12.000 Ärztinnen und Ärzten und der Nutzung ihrer bereits vorhandenen eCard-Infrastruktur.

Zur optimalen Therapie bei chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus, Adipositas und Psoriasis gehören neben dem richtigen Medikament und der individuell optimierten Dosierung auch eine möglichst hohe Therapietreue. Durch den Einsatz mobiler, elektronischer Eingabehilfen für die Patienten kann sich der betreuende Arzt auch zwischen den Praxisbesuchen ein Bild über den Therapieverlauf machen und rasch reagieren. Automatisch informiert über das Über- oder Unterschreiten individueller Grenzwerte oder das Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen, ist eine rasche Reaktion und Hilfestellung möglich. Letztlich können schwerwiegende Folgeerkrankungen für den Patienten verhindert und damit Kosten für das Gesundheitswesen gesenkt werden.

Führende Entwicklung in Europa
Die Forscher der ARC zählen dabei zu den führenden Entwicklern in Europa. Die technologische Innovation NFC (Near Field Communication) ermöglicht erstmals die Verknüpfung von elektronischen und nicht-elektronischen Daten. Durch die ARC-Entwicklung eines NFC-Moduls für medizinische Messgeräte ist es nun möglich, durch einfaches Berühren eines NFC-fähigen Blutdruckmessgerätes mittels eines NFC-Mobiltelefons die Blutdruckmesswerte rasch, sicher und bequem auszulesen und an eine Monitoring-Zentrale zu schicken. Die Industrie-Analysten von Frost & Sullivan haben diese Forschungsarbeit im Gesundheitswesen mit dem "European Excellence Award 2007" gekürt.

Die "eHealth 2008" steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend, des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie und des Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung. Veranstalter sind die Austrian Research Centers (ARC) gemeinsam mit der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG), der Österreichischen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (ÖGBMT), dem Centers of Excellence in Medicine and IT (CEMIT) und der Privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT).

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 29.05.2008 nach oben

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