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Arzneimittel sinnvoll bewerten

Kosten und Nutzen von Medikamenten passen nicht in 'Schema F'

Wiesbaden - Kosten-Nutzen-Bewertungen von Arzneimitteln und Therapien treten aufgrund der wirtschaftlichen Lage unseres Gesundheitssystems immer mehr in den Vordergrund. Ob sich mit diesem Ansatz die Qualität der medizinischen Versorgung in Deutschland halten lässt und welche Methode dabei sinnvoll ist, diskutieren Vertreter von Ärzten, Krankenkassen, Patienten und Industrie auf dem 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin im Rahmen des Symposiums der Korporativen Mitglieder der DGIM.

Das deutsche Gesundheitswesen ist zunehmend durch wirtschaftliche Zwänge geprägt. Kosten-Nutzen-Analysen sollen rationale Entscheidungen für oder gegen die Erstattung von Kosten für Therapien und Arzneimittel erleichtern. "Bei der Beurteilung treten jetzt jedoch immer mehr die eigentlichen Probleme in den Mittelpunkt der Diskussion: die Frage nach den angemessenen Methoden der Bewertung", sagt Dr. Franz-Josef Wingen, Sprecher der Korporativen Mitglieder der DGIM aus Leverkusen, im Vorfeld des 114. Internistenkongresses in Wiesbaden.

Den Nutzen von Arzneimitteln bestimmen Forscher vor allem über klinische Untersuchungen. "Welche Kriterien bei der Nutzenbestimmung berücksichtigt werden müssen, ist vom Gesetzgeber weitestgehend festgelegt", erklärt Professor Dr. med. Dr. rer.soc. Reinhard Rychlik, Direktor des Instituts für Empirische Gesundheitsökonomie in Burscheid. Die Untersucher prüfen die Wirksamkeit der neuen Substanz und vergleichen diese mit anderen Wirkstoffen derselben Gruppe. "Die Kosten von neuen Therapiemaßnahmen können über diesen Untersuchungsansatz jedoch nicht valide abgeschätzt werden", erläutert Professor Rychlik.

Der Nutzen von Therapien ist nicht nur durch Klinische Studien nachweisbar. Als schwierig erweist sich dabei: Um die Wirksamkeit von Therapien im Alltag nachzuweisen, muss das therapeutische Handeln eines Arztes unbeeinflusst sein. Wie sich Studien unter Kosten-Nutzen-Aspekten planen lassen, diskutiert Professor Rychlik im Rahmen eines Symposiums und einer Pressekonferenz auf dem 114. Internistenkongress.

zuletzt bearbeitet: 01.04.2008 nach oben

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