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Luxus oder wichtiger Bestandteil der Therapie?

Kindern und Jugendlichen mit Diabetes Typ 1 droht Wegfall von Therapiemöglichkeiten

Bisher nutzt ein Großteil der Menschen mit Diabetes Typ 1, davon etwa 12.000 Kinder und Jugendliche sowie 45.000 Insulinpumpenträger in Deutschland in ihrer Therapie auch kurzwirksame Analoginsuline. Anfang April könnte eine gesundheitspolitische Entscheidung dies ändern und die Patienten sind entsprechend verunsichert: Stimmt das Bundesgesundheitsministerium dem aktuellen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten und Krankenkassen (GBA) zu, werden diese zukünftig nur noch in Ausnahmefällen von den Gesetzlichen Krankenkassen gezahlt. Das international beispiellose deutsche Vorgehen hat auch bereits zu einem Protest der Internationalen Diabetes Föderation (IDF) bei Bundeskanzlerin Angela Merkel geführt.

"Aus unserer Sicht kann die politische Zustimmung nicht erfolgen", sagt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vize-Präsident der DDG, Hannover. Kurzfristig würden die Krankenkassen damit 30 Cent pro Tag und Patient sparen. Analoginsuline seien jedoch kein "Luxus", sondern eine enorme Unterstützung besonders bei Kindern, Jugendlichen und Insulinpumpenträgern, tagtäglich gut mit Diabetes Typ 1 zu leben und Spätfolgen zu vermeiden.

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes Typ 1 kann ohne Selbstverschulden jeden treffen. Die meisten Neuerkrankten sind Kinder und Jugendliche bis zum 20. Lebensjahr - etwa eines von 600 Kindern erkrankt in Deutschland daran.

In einer Pressekonferenz am 13. März 2008, von 11.00 bis 12.00 Uhr, in Berlin, informieren Sie Experten zu den Themen "Beschluss des GBA entspricht nicht internationalen Standards" und "Folgen für Patienten und Neuerkrankte". Wir laden Sie herzlich zu dieser Veranstaltung ein. Für Rückfragen können Sie sich jederzeit gerne an uns wenden.

zuletzt bearbeitet: 03.03.2008 nach oben

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