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Größte wissenschaftliche Tagung zur Diagnostik und Therapie psychischer Erkrankungen

DGPPN-Kongress 2006: Tagung der Superlative - Über 5.000 Anmeldungen und mehr als 500 Veranstaltungen

Die Diagnostik und Therapie von psychischen Erkrankungen sowie Fragen der seelischen Gesundheit stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), die von Mittwoch, den 22. November, bis Samstag, den 25. November 2006, im Internationalen Congress Centrum (ICC) in Berlin stattfindet.

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten dieser Tagung gehören ferner die Themen "Altern und psychische Gesundheit", "Subjektivität und Hirnentwicklung" sowie "Interaktion zwischen psychischen und somatischen Erkrankungen" bzw. "Mental Health". In diesem Jahr haben sich mehr als 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Auch die österreichische und die schweizerische psychiatrisch-psychotherapeutische Fachgesellschaft beteiligen sich und nehmen damit zum zweiten Mal an Organisation und Gestaltung dieses Kongresses teil, der inzwischen im deutschen Sprachraum zur größten wissenschaftlichen Tagung auf dem Gebiet der psychischen Erkrankungen geworden ist.

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Kongress der Superlative

Der diesjährige Kongress der DGPPN ist nicht nur im Hinblick auf die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Tagung, die im deutschsprachigen Gebiet als einzigartig gelten darf: Das Programmangebot verzeichnet über 500 Einzelveranstaltungen, darunter 24 Hauptsymposien und drei Plenarvorträge, 17 State-of-the-Art-Symposien, 187 Symposien und Forschungsworkshops, vier Pro-Contra-Debatten, sechs Diskussionsforen und eine Podiumsdiskussion zu gesundheitspolitischen Fragen mit Vertretern aus der Politik. Nicht zu vergessen sind außerdem die 148 freien Vorträge sowie 406 Posterpräsentationen. Auf einer Fläche von mehr als 1.620 Quadratmetern präsentieren sich im ICC 69 Unternehmen, die ebenfalls 17 wissenschaftliche Veranstaltungen anbieten. Neben der gesamten Breite des Faches werden in diesem Jahr folgende Hauptthemen diskutiert:

Altern und psychische Gesundheit

Das Thema psychische Gesundheit und Altern gewinnt nicht nur wegen der demographischen Entwicklung in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Die Untersuchung von Alterungsprozessen des Gehirns und der Faktoren, die diese Abläufe beeinflussen sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für psychische Gesundheit und Krankheit im höheren Lebensalter sind in den Mittelpunkt wissenschaftlichen Interesses gerückt. Zudem müssen therapeutische Interventionen wie Pharmakotherapie und Psychotherapie den Erfordernissen des älteren Menschen angepasst werden. Der Themenschwerpunkt "Altern und psychische Gesundheit" beim diesjährigen DGPPN-Kongress umfasst deshalb physiologische und pathologische Alterungsprozesse, psychische Erkrankungen im Alter sowie Modifikationen von therapeutischen Interventionen, die bei der Behandlung den Besonderheiten des Alters Rechnung tragen.

Interaktion zwischen psychischen und somatischen Erkrankungen

Die Frage nach dem Zusammenspiel psychischer und körperlicher Erkrankungen findet in den letzten Jahren immer mehr Beachtung. Dies gilt insbesondere für "Volkskrankheiten" wie Depression und koronare Herzerkrankungen, cerebrovaskuläre Erkrankungen und Diabetes mellitus. Ein hypothetisches Modell zur Beschreibung des Zusammenhangs zwischen psychischen und körperlichen Erkrankungen stellt das sogenannte metabolische Syndrom dar, das endokrinologische Normabweichungen bei Depressionen mit der Entstehung kardiovaskulärer Risikofaktoren verknüpft.

Für die somatische Medizin ist die Beachtung zusätzlicher psychischer Erkrankungen nicht zuletzt deshalb von großer Bedeutung, da beispielsweise eine begleitende Depression nach Myokard- oder Hirninfarkt einen unabhängigen Mortalitätsfaktor darstellt. Die wissenschaftlichen Grundlagen der Interaktion von psychischen mit körperlichen Erkrankungen sind deshalb in zukünftigen Therapiekonzepten und Krankheitsmodellen zu berücksichtigen. Die Jahrestagung der DGPPN bietet dafür eine Diskussions-Plattform

Subjektivität und Hirnentwicklung

Der Einfluss von Entwicklungsmöglichkeiten des menschlichen Gehirns auf das individuelle Erleben von Subjektivität ist durch die neuesten neurobiologischen Forschungsergebnisse in den Fokus des fachlichen und öffentlichen Interesses gerückt. Mit dieser Thematik knüpft das Hauptthema "Subjektivität und Hirnentwicklung" an den letzten Kongress im Jahre 2005 an. Bereits damals fanden die Veranstaltungen zur Willensfreiheit in Gesundheit und in psychischer Erkrankung großen Anklang. Das komplexe Zusammenspiel von physiologischer und gestörter Hirnentwicklung, Lebensereignissen, die wiederum die Hirnentwicklung prägen, und das Erleben von Subjektivität stellen Neurobiologen, Philosophen, Psychiater und Psychologen vor große Herausforderungen.

Mental Health

Nicht zuletzt wegen der zunehmenden Bedeutung psychischer Erkrankungen und deren gesellschaftspolitischen Folgen ist die Förderung der psychischen Gesundheit in der Bevölkerung zu einem Kernpunkt der europäischen Politik geworden. Dies spiegelt sich sowohl in der Deklaration von Helsinki zur psychischen Gesundheit als auch im "Grünbuch" der Europäischen Kommission wider. Neben der Behandlung psychischer Störungen wird gerade von politischer Seite die Frage der Prävention verstärkt in den Vordergrund gerückt. Wie psychische Gesundheit gefördert wird, welche Versorgungsmodelle national und international diskutiert und etabliert werden und welche Erkenntnisse sich hierdurch ergeben haben, ist Inhalt dieses Themenbereichs beim DGPPN-Kongress 2006.

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Öffentliche, kostenfreie Veranstaltungen für Interessierte

Neben dem wissenschaftlichen Programm haben die Veranstalter eine Reihe von Angeboten für interessierte Bürgerinnen und Bürger vorgesehen. Besonders hervorzuheben ist der Schülerkongress am Mittwoch, den 22. November 2006, von 14 bis 16 Uhr, zu dem 1.000 Schülerinnen und Schüler aus Berliner Schulen eingeladen sind, um über die Themen "Gewalt in der Schule", "Synthetische Drogen" oder "Schizophrenie" zu diskutieren.

Außerdem gibt es zwei Informationsveranstaltungen: Am Donnerstag, den 23. November 2006, zu "Wieso, weshalb, warum? Gewalt bei Jugendlichen" und am Freitag, den 24. November 2006, über: "Wenn das Gehirn altert. Gibt es psychische Gesundheit im Alter?" Beide Veranstaltungen finden jeweils ab 19.30 Uhr in der Urania, An der Urania 17, statt. Der Eintritt ist frei.

Nach Auffassung von Kongresspräsident Professor Dr. Fritz Hohagen weisen diese für ein Laienpublikum konzipierten Angebote auf eine ideale Möglichkeit zum Informationstransfer zwischen Fachöffentlichkeit und interessierten Menschen hin. "Gerade im Experten-Laien-Dialog", so Hohagen, "kann man sehr gut aktuelle Themen und relevante Inhalte unseres Fachgebiets einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. Die öffentlichen Veranstaltungen gehören deshalb schon seit Jahren zum festen und unverzichtbaren Programm der DGPPN-Kongresse." Weitere Informationen zu den Themen seelische Gesundheit und psychische Erkrankungen finden Betroffene, Angehörige und Interessierte auch auf der Internetseite der DGPPN für Laien: www.psychiater-im-netz.de.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 22.11.2006 nach oben

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