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Eine süße Pflanze: Stevia

Misstrauen gegenüber synthetischen Süßstoffen fördert suche nach pflanzlichen Alternativen

Das Misstrauen gegenüber synthetischen Süßstoffen intensivierte die Suche nach natürlichen, pflanzlichen Alternativen. Die in Lateinamerika beheimatete und bereits Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte Pflanze Stevia rebaudiana aus der Familie der Korbblütler könnte eine solche Alternative sein, berichtete Privatdozent Dr. Ralf Pude, Geschäftsführer der Lehr- und Forschungsstationen der Universität Bonn, beim Internationalen Diätetik Kongress in Aachen.

Stevia speichert in ihren Blättern natürliche Süßstoffe, die, je nach Konzentration, um den Faktor 30 (gemahlene Blätter) bis 300 (aufgereinigt) mal süßer sind als Saccharose, zudem thermisch und physikalisch ausreichend stabil sind und damit den Anforderungen der Nahrungsmittel verarbeitenden Industrie gerecht werden.

Die Diskussion um die Eignung von Stevia rebaudiana und ihren Süßstoffen für den menschlichen Verzehr ist in verschiedenen Teilen der Welt mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen geführt worden. Stevia-Extrakte oder ihre isolierten Süßstoffe, vor allem Steviosid, werden seit geraumer Zeit und in größerem Umfang in einigen lateinamerikanischen und asiatischen Ländern, insbesondere Brasilien, Korea und Japan, als Nahrungsmittelzusatzstoffe verwendet. Bisher gibt es von dort keine Berichte über schädliche Auswirkungen auf den Organismus, die auf den Verzehr dieser Produkte zurückzuführen sind.

Während der Konsum in Japan bereits seit etwa 30 Jahren in großem Stil erfolgt, ist der Verkauf von Stevia-Produkten in der EU und in den USA derzeit noch mit Hinweis auf nicht ausreichend gesicherte Unbedenklichkeit (zum Beispiel pharmakologische Wirkung oder Mutagenität von Steviol) untersagt.

zuletzt bearbeitet: 15.08.2006 nach oben

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